Baden-Württemberg.NABU.de NABU Wir über uns Jahresbericht 2010
Ausblick auf die künftigen Jahre
"Kurskorrektur in Richtung Naturschutz"
NABU stellt Jahresbericht 2010 vor / Bilanz zum Tag der Biologischen Vielfalt
Der Kormoran sorgte als Vogel des Jahres 2010 für hitzige Diskussionen.
20. Mai 2011 -
„Die Landtagswahl hat gezeigt, wie wichtig den Menschen Natur- und Umweltschutzthemen sind. Wir begrüßen es daher, dass diese nun zentrale Aufgaben der Landespolitik werden sollen“, sagte NABU-Landesvorsitzender Dr. Andre Baumann bei der Vorstellung des Jahresberichts in Stuttgart. 2010 war das Jahr der biologischen Vielfalt. Die Länder der EU hatten es sich zur Aufgabe gemacht, den Artenschwund zu stoppen. Doch das Ziel wurde nicht einmal ansatzweise erreicht, auch nicht in Baden-Württemberg. Deshalb muss Baumann zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt (22. Mai) weiterhin verkünden: „Die Kontrolllampen beim Naturschutz leuchten rot auf: die roten Listen werden länger und Lebensräume immer artenärmer.“ Artenreiche Wiesen sowie Streuobstwiesen mit knorrigen Bäumen schwinden wie Schnee in der Sommersonne. Einstige Allerweltsarten wie Kiebitz und Feldlerche werden heute in den Roten Listen geführt. Feldhamster, Brachvogel und viele andere Arten sind akut vom Aussterben bedroht.
Grünbrücken helfen Tieren zu wandern und sich auszubreiten.
Der NABU trägt tatkräftig dazu bei, um der Natur zu ihrem Recht zu verhelfen und sie zu schützen. So hatten die Delegierten der NABU-Landesvertreterversammlung im vergangenen November die NABU-Naturschutzziele 2015 beschlossen. Mit dem Ergebnis, dass sich der Verband in den kommenden Jahren schwerpunktmäßig für
Der Verlust der Biologischen Vielfalt muss gestoppt werden. Zahlreiche Arten wie der Brachvogel sind vom Aussterben bedroht.
Von der neuen Landesregierung fordert der NABU eine Kurskorrektur in Richtung Naturschutz. Nur so könnten der Artenschwund und die Ausräumung der Landschaften gestoppt werden. Der NABU erwartet von der grün-roten Landesregierung, den Schutz der biologischen Vielfalt zur zentralen Aufgabe zu machen und die attraktiven Lebensräume für Mensch und Natur zu erhalten. „Der Koalitionsvertrag ist eine gute Karte für den Kurs. Nun müssen die grünen und roten Seeleute Segel setzen und volle Kraft vorausfahren. Auch wenn die See stürmisch werden kann, es gefährliche Klippen zu umschiffen gilt und die Kost karg ist, sollten seichte Gewässer verlassen werden, um neue Ufer zu erreichen“, sagte Baumann. Der Landesvorsitzende kündigte an, der NABU werde die neue Regierung kritisch begleiten und – falls notwendig – kritisieren. Alle Handlungen der Landesregierung müssen nach Ansicht des NABU am Prinzip der nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet werden. Nachhaltigkeit sei eine Frage der Substanz und nicht der Show. Die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes müsse zu einer Nachhaltigkeitsstrategie der Landesregierung werden. „Ökonomie, Ökologie und soziale Belange können und müssen ausbalanciert werden. Wir wollen eine intakte Heimat für Mensch und Natur“, fordert Baumann.
Die NAJU organisierte im Mai 2010 die Klimademo "Don't melt our future".
Auch die NAJU war im vergangenen Jahr vielfach aktiv. Neben ihren politischen Aktivitäten wie der Organisation der Klimademo „Don’t melt our future“ im vergangenen Mai in Stuttgart, der Planung von zehn Ferienfreizeiten sowie 27 Aus- und Fortbildungen startete die NAJU im vergangenen Jahr das Projekt „Besseresser“. Mit diesem Sommerferienprogramm will die NAJU Kinder und Jugendliche für das Thema Ernährung begeistern. „Die ehrenamtlichen Projektmitarbeiter zeigen bei spannenden Aktionen, Spielen und Exkursionen wie, wo und von wem unsere Lebensmittel hergestellt werden. Dabei gehen sie auch auf soziale, ökonomische, ökologische und gesundheitliche Aspekte der Ernährung ein. Dafür hat die NAJU eine Auszeichnung der UNESCO für den Beitrag zur UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung erhalten. Und auch in diesem Jahr steht wieder einiges auf dem Programm. Derzeit organisieren die Mitglieder ein Team, das am Stuttgarter Zeitungslauf unter dem Motto Laufzeitverkürzung teilnimmt. 21 Läufer haben sich bereits angemeldet. Sie wollen die zehn Kilometer lange Strecke für den Atomausstieg zurücklegen und mit entsprechenden T-Shirts darauf aufmerksam machen.
Dass die Themen wie der Atomausstieg oder der Schutz der biologischen Vielfalt die Menschen bewegt, zeigt auch die Mitgliederzahl des NABU. Diese stieg im vergangenen Jahr um 4,9 Prozent auf 72.683 Mitglieder. Damit ist nun jeder 150. Baden-Württemberger NABU-Mitglied. „Im bundesweiten Vergleich haben wir unsere Spitzenstellung als mitgliederstärkster Landesverband weiter ausgebaut. Wir sind außerdem der mitgliederstärkste Umweltverband in Baden-Württemberg, der mit über 230 Gruppen in der Fläche vertreten ist“, sagt Baumann. Und auch bei den Finanzen gibt es Positives zu vermelden. Der Landesverband schloss das Finanzjahr 2010 mit einem deutlichen Überschuss von 384.000 Euro ab. Die Einnahmen beliefen sich auf 3,26 Millionen Euro. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis und zeigt, dass der NABU für die Zukunft gut gerüstet ist“, zieht Baumann Bilanz. Sekt gebe es aber erst, wenn es der Natur besser ginge.
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Jahresbericht 2010
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