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Der Federsee ist gerettet!
Der Federsee ist gerettet!
Artenvielfalt kehrt zunehmend wieder zurück
Seit drei Jahren ist das Wasser klar bis auf den Grund.
Nach Jahren des vorsichtigen Optimismus ist Jost Einstein, der Leiter des NABU-Naturschutzzentrums Federsee, jetzt sicher: Der Federsee ist gerettet. Knapp 30 Jahre nach Inbetriebnahme der Ringleitung ist die Sanierung des Federsees gelungen, die Artenvielfalt kehrt zunehmend zurück.
„Die sommerlichen Algenblüten gehören der Vergangenheit an. Seit drei Jahren ist das Wasser klar bis auf den Grund. Die jahrzehntelangen Anstrengungen zur Sanierung des Federsees haben Erfolg gehabt!“ so Jost Einstein, der das NABU-Naturschutzzentrum Federsee in Bad Buchau leitet. Auch NABU-Landesvorsitzender Dr. Andre Baumann zeigt sich erleichtert: „Der Federsee ist seit 1911 eine der ältesten und stärksten Wurzeln des NABU-Engagements für die Natur in Baden-Württemberg. Wir sind dankbar, dass dieses Naturparadies durch die engagierte Zusammenarbeit verschiedenster Partner gerettet werden konnte!“
Tatsächlich offenbart ein Blick ins Wasser eine Vielzahl an Pflanzen, dazwischen immer wieder Hechte und Schwärme von Jungfischen und gelegentlich am Grund sogar eine Muschel. Diese empfindlichen Organismen waren lange aus dem See verschwunden. Auch andere Parameter, die sich für die Beurteilung der Wasserqualität eignen, attestieren dem Federsee wieder eine gute Wasserqualität. So verfolgt das Institut für Seenforschung in Langenargen seit Jahren intensiv Kenngrößen wie Sauerstoff- und Nährstoffgehalt, aber auch die Mengen an Kleinalgen und winzigen Wasserkrebschen. Dr. Hans Güde, Projektleiter beim Seenforschungsinstitut, stellt sogar fest: „Der Federsee nähert sich dem naturnahen Zustand.“ Er entspricht wieder dem von der EU-Wasserrahmen-Richtlinie vorgegebenen Zustand.
Der grüne dicke Algenteppich gehört der Vergangenheit an.
Großes Engagement entlastet den See
Vorbei sind die sommerlichen Algenblüten, die das Wasser intensiv grün färbten und keinen Sonnenstrahl auf den Grund ließen. Besucher, die den See von früher kennen, erinnern sich an eine grüne, trübe Brühe. Bei Wind trieb ein dicker grüner Algenteppich am Ufer – katastrophal für den Tourismus. Wasservögel fanden keine Nahrung mehr und zogen weg. Jost Einstein erinnert sich: „Regelmäßig sind Schwanenjunge verhungert, weil die Wasserpflanzen im trüben Wasser abstarben. Das Wasservogelparadies Federsee war ernsthaft in Gefahr.“ Durch den Bau einer 24 Kilometer langen Abwasser-Ringleitung um den See mit Kläranlage konnte 1981 endlich die Zufuhr von Nährstoffen gestoppt werden. Auch die Belastung durch Gülle, die über die Entwässerungsgräben in den See gelangte, wurde reduziert. Zwei große Förderprojekte aus dem LIFE-Natur-Programm der Europäischen Union mit einem umfangreichen Maßnahmenkonzept und Fördermittel des Naturschutzes trugen dazu bei, die Bewirtschaftung der Moorwiesen schonender zu gestalten.
Mit dem Wachsen der Wasserpflanzen kommen auch die Wasservögel, Libellen und andere Insekten wieder.
Wasservögel finden wieder Nahrung
„Am Auffälligsten kann man die Gesundung des Federsees an den Wasserpflanzen festmachen. Sie kommen wieder, sobald die Lichtbedingungen für eine Photosynthese ausreichen. Und mit den Pflanzen auch die Wasservögel, Wasserkrebschen, Libellen und andere Insekten. “ erklärt NABU-Mitarbeiter Einstein. Ein dichtes Gewirr aus Laichkräutern, Tausendblatt, Hornblatt und Wasserpest bietet auch dem Fischnachwuchs eine sichere Kinderstube. „Sogar seltene Pflanzen wie der Froschbiss oder der Wasserschlauch sind wieder da!“ freut sich der Naturschützer. Besucher können nun wieder massenhaft Schwäne, Enten, Haubentaucher und Blässhühner auf dem See beobachten. Auch die durchziehenden und rastenden Wasservögel nehmen seit Jahren zu. Mit dem Einsetzen des Wasservogelzugs erwartet der Vogelexperte wieder viel Betrieb auf dem See. Rund zehn verschiedene Entenarten, daneben Schwäne, Gänse, Kormorane und Reiher finden am Federsee wieder einen reich gedeckten Tisch.
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