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10.000ster Patient im Vogelschutzzentrum

10.000ster Patient im NABU-Vogelschutzzentrum

NABU kämpft für bessere Überlebenschancen für wildlebende Vögel

Mäussebussard

Gesunder Mäusebussard

05. März 2009 - Seinen 10.000sten Patienten hat in dieser Woche das NABU-Vogelschutzzentrum Mössingen aufgenommen. Der Mäusebussard erholt sich nun unter der Obhut von Zentrumsleiter Dr. Daniel Schmidt und seinem Team von einem leichten Zusammenstoß mit einem Auto und kuriert seine Gehirnerschütterung hoffentlich rasch aus. „Mäusebussarde sind unsere häufigsten Patienten. Oft kommen sie schwer verletzt nach Kollisionen zu uns oder werden völlig entkräftet eingeliefert, weil sie keine Nahrung mehr finden“, berichtet Schmidt. Neben den Mäusebussarden versorgen die NABU-Experten auch zahlreiche andere Vogelarten von Eisvögeln, Amseln und Turmfalken bis zu Milanen, Uhus und – bislang einmalig – einem Gänsegeier.

Daniel Schmidt mit Uhu

Daniel Schmidt mit einer aufgepäppelten Uhudame

Dabei wollen Schmidt und seine NABU-Kollegen nicht nur den eingelieferten Vögeln helfen. „Wir kämpfen vor allem dafür, dass die Vögel in Freiheit überleben können“, erklärt NABU-Landesgeschäftsführer Uwe Prietzel und Mitglied es Kuratoriums des Zentrums. „Dazu brauchen die Tiere naturnahe Äcker, Wiesen und Wälder, wo sie leben, jagen und brüten können.“ Ganz gezielt geht der NABU aber auch gegen von Menschen gemachte Todesursachen vor. „Es ist erschreckend: Es werden hier im Ländle immer wieder Bussarde und Milane absichtlich vergiftet. Und an ungesicherten Mittelspannungsmasten schlägt noch immer der Stromtod brutal zu. Vor allem Störche, Bussarde und Uhus fallen ihm zum Opfer. Auch wenn wir immer wieder Erfolge verbuchen: Es bleibt noch viel zu tun“, sagt Prietzel. Vergiftete Greifvögel und Opfer von Stromleitungen treffen im Vogelschutzzentrum nur selten ein. „Die meisten dieser Vögel sterben draußen einen einsamen Tod“, erklärt Schmidt. „Hier helfen wir, indem wir versuchen, die Ursachen abzustellen – damit anderen Vögeln dasselbe Schicksal erspart bleibt.“

Stromtod

Stromtod an ungesicherten Masten

Als Hauptaufgabe neben der Vogelpflege bezeichnet Schmidt denn auch die Beratung der Menschen, die Vögel einliefern oder das Zentrum einfach so besuchen. In den kommenden Wochen werden wie in jedem Jahr viele Menschen Jungvögel ins Zentrum bringen, die sie scheinbar hilflos außerhalb des Nests gefunden haben. Für Schmidt meist ein typisches Beispiel für „gut gemeint, aber nicht richtig gemacht“. „Die allermeisten Jungvögel werden auch außerhalb ihres Nests von den Eltern versorgt und sind nicht so hilfsbedürftig, wie es scheint“, erklärt der Vogelexperte. „Deshalb mein Appell, Jungvögel dort zu lassen, wo sie sind. Niemand kann sie so gut aufziehen wie ihre Eltern.“ Dass nicht alle Jungvögel die Aufzucht in Menschenhand überleben, ist natürlich. Das sieht auch Vogelliebhaber Schmidt so: „Oft muss ich den Menschen, die uns einen verletzen Vogel bringen, sagen, dass der kleine Patient nicht durchkommen wird – und dass das ein trauriger aber natürlicher Prozess ist.“ Wer wirklich etwas für die Vögel tun möchte, könne den eigenen Garten vogelfreundlich gestalten, den NABU als Mitglied oder das NABU-Vogelschutzzentrum mit einer Spende unterstützen.

Junge Meisen

Die Eltern kümmern sich noch um die Jungvögel

Das NABU-Vogelschutzzentrum wurde 1994 gegründet. Fünf Mitarbeiter kümmern sich hier um verletzte und kranke Vögel, beraten Besucher und setzen sich für bessere Lebensbedingungen der Vögel ein.

Das Zentrum ist für seine Arbeit auf Spenden angewiesen.
Bankverbindung: Konto-Nr. 4 000 005, Volksbank Mössingen BLZ 641 619 56 Alle Spenden sind steuerlich absetzbar.

mehr Infos unter www.NABU-Vogelschutzzentrum.de

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