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Schwarzmilan mit abgebrochenen Federn

Schwarzmilan mit gebrochenen Handschwingen

NABU-Vogelschutzzentrum bereitet den Patient auf die Freiheit vor

Schwarzmilan im NABU-Vogelschutzzentrum Mössingen

Platz da, jetzt komm ich! - In der großen Rundvoliere des NABU-Vogelschutzzentrums kann sich auch ein so großer Vogel wie der Schwarzmilan im Fliegen üben.

Im Mai 2012 empfingen die Mitarbeiter des Vogelschutzzentrum Mössingen einen neuen, imposanten Patienten: Helmut Thüringer, Artenschutzexperte vom NABU Grafenberg brachte im Auftrag der Polizei einen stark geschwächten Schwarzmilan. Er war in Neckarhausen am Neckarufer gefunden worden.

Eine besondere Eigenschaft von Milanen machte die erste Diagnose nicht ganz einfach: Milane verfallen in eine Art Schockstarre („Akinese“), wenn sie sich bedrängt fühlen. Daher war es für die Mitarbeiter des NABU-Vogelschutzzentrums schwierig einzuschätzen , ob der Vogel nun tatsächlich stark geschwächt war oder sich nur in der typischen Schockstarre befand. Den entscheidenden Hinweis gab letztendlich der Ernährungszustand des Milans: Er war stark abgemagert – ein deutliches Zeichen dafür, dass der Vogel stark geschwächt ist.

Längerer Aufenthalt in Mössingen unvermeidlich

Schwarzmilan im NABU-Vogelschutzzentrum Mössingen

Über den Winter soll es wieder ab nach Süden gehen.

Bei der näheren Untersuchung stellten die NABU-Mitarbeiter zudem fest, dass einige Handschwingen abgebrochen waren. Der Schwarzmilan würde damit nur noch sehr eingeschränkt fliegen können.

Somit war klar: Der Patient würde eine längere Zeit im Vogelschutzzentrum verbringen müssen. Erst wenn seine Handschwingen nachgewachsen sind, würde er wieder voll flugfähig und damit überlebensfähig sein.

Damit der Milan genügend Platz hat und sich die neu nachgeschobenen Handschwingen nicht sofort wieder abbricht, durfte er in die große Rundvoliere umsiedeln. Dort bekommt er immer wieder Gesellschaft von Mäusebussarden, die dort auf ihre Freilassung vorbereitet werden.

Der Patient macht gute Fortschritte: Das Mausern der Handschwingen gestaltete sich unkompliziert, da er recht bald die alten, kaputten Federn abwarf und neue nachschob. Mittlerweile kann er wieder einigermaßen gut fliegen und die Mitarbeiter des NABU-Vogelschutzzentrums hoffen, ihn bis zum Herbst freilassen zu können. Dann könnte er mit seinen Artgenossen in den Süden ziehen.

Rotmilan und Schwarzmilan: ähnlich, aber verschieden

Schwarzmilan im NABU-Vogelschutzzentrum Mössingen

Im Vergleich zum Rotmilan ist der Schwarzmilan dunkler gefärbt.

Oft werden Schwarzmilane mit Rotmilanen verwechselt. Im Flugbild sind sie jedoch gut zu unterscheiden: Der Schwanz des Schwarzmilans ist nur schwach gegabelt und wirkt ausgefächert wie ein Dreieck. Der Rotmilan hingegen zeichnet sich durch einen sehr deutlich gegabelten Schwanz aus. Zudem sind Schwarzmilane, wie der Name schon sagt, dunkler gefärbt als der Rotmilan.

Schwarzmilane halten sich gerne in der Nähe von Gewässern auf, da sie sich unter anderem auch von Fisch ernähren. Daneben fungieren sie auch als regelrechte „Müllabfuhr“, da sie sich auch von Aas ernähren. So sammeln sie beispielsweise überfahrene Kleintiere von Straßen und Autobahnen oder bedienen sich an Müllhalden.


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