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Braunkehlchen am Federsee brauchen Hilfe
Die Braunkehlchen am Federsee brauchen Hilfe
Geld für Naturschutzarbeit, für Maschinen und Geräte benötigt
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Im Naturschutzgebiet Federsee finden Braunkehlchen alles, was sie zum Leben brauchen.
Liebe Leser,
müde und ausgezehrt, aber wild entschlossen zu überleben – so stelle ich mir vor, kehren die Braunkehlchen Mitte April aus Afrika zu uns ins Federseemoor nach Oberschwaben zurück. Dann haben die vom Aussterben bedrohten Singvögel mit der braunen Kehle, die mit 16 Gramm Gewicht weniger wiegen als ein normaler Brief, rund 4.000 Kilometer zurückgelegt. Sie haben Stürmen, Regen sowie Greifvögel-Angriffen getrotzt, Hunger und Durst ertragen.
Bei uns im Naturschutzgebiet Federsee finden sie alles, was sie zum Leben brauchen: weite, ruhige, nahrungsreiche Feuchtwiesen, die schonend bewirtschaftet und gepflegt werden. Mit unserer gezielten, nachhaltigen Naturschutzarbeit und der Renaturierung ehemals intensiv bewirtschafteter Wiesen haben wir das Braunkehlchen bei uns vor dem Aussterben gerettet. In den 70er-Jahren gab es hier nur noch knapp 60 Brutpaare, heute sind es über 200. Das macht mich glücklich und auch stolz.
Das Braunkehlchen ist heute aus vielen Landschaften verschwunden.
Als Wiesenbrüter bauen die Braunkehlchen ihre Nester geschützt in dichtem Gras. Brachflächen mit Altgras und dürren Stängeln als Sitzwarten sagen ihnen besonders zu. Eine intensiv betriebene Landwirtschaft mit früher und häufiger Mahd lässt ihnen jedoch keine Brutmöglichkeiten und vernichtet ihre Nahrung. So ist das Braunkehlchen heute aus vielen Landschaften verschwunden. Am oberschwäbischen Federsee haben wir mit Naturschutzbehörden und Landwirten die Trendwende geschafft. Unsere Bemühungen für das Braunkehlchen sind ein gutes Beispiel dafür, wie der NABU arbeitet: durchdacht, nachhaltig, kooperativ und zielstrebig zugleich. Das Federseemoor ist heute ein einzigartiges Paradies. Hier rasten und brüten 267 Vogelarten, darunter viele bedrohte. Das Europa-Vogelreservat beherbergt zwölf der 25 deutschen Fledermausarten, seltene Orchideen, wie das Torfglanzkraut, sowie mehr als 600 Schmetterlingsarten, darunter auch den rechts abgebildeten Argusbläuling.
Meine Kollegin, mehrere junge freiwillige Helfer und ich kümmern uns um das Federseemoor. Das sind rund 3.000 Hektar und entspricht etwa der Fläche von 4.200 Fußballfeldern. Wir pflegen das Federseeried, erheben wissenschaftliche Daten und werten sie aus. Der NABU ist seit über 100 Jahren am Federsee engagiert. Wir haben bislang 500 Hektar Moorflächen gekauft und 1987 das sehr beliebte NABU-Naturschutzzentrum Federsee gegründet. Jedes Jahr besuchen 17.000 Menschen unsere ganzjährigen Veranstaltungen.
Jost Einstein
Damit das so bleibt, brauchen wir Ihre Hilfe! Das Braunkehlchen soll auch in Zukunft hier brüten können. Wir brauchen Geld für unsere Naturschutzarbeit, für Maschinen, Geräte und Öffentlichkeitsarbeit. Wir brauchen mindestens 15.000 Euro, um Arbeitssätze für ein Jahr gewährleisten zu können. Bitte spenden Sie auf das Konto 8 100 438, BLZ: 600 501 01 (BW Bank). Dafür schon im Voraus ein herzliches Dankeschön!
Ihr Jost Einstein
P.S.: Das Federseemoor beherbergt die mit Abstand größte Braunkehlchen-Population Südwestdeutschlands.
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