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Hoffnung für Feldlerchen
Hoffnung für Feldlerchen
NABU will Brutbedingungen verbessern
Ein Weizenfeld in Ahorn-Eubigheim im Main-Tauber-Kreis: Ähren so weit das Auge reicht. Anmutig wiegen sie sich im Wind. Mittendrin im dichten, grünen Weizenmeer ist eine rechteckige Lücke, eine spärlich bewachsene Fläche. Hat hier der Landwirt schlecht ausgesät? „Das ist ein Lerchenfenster“, erklärt NABU-Projektleiterin Britta Dawideit. „Der Landwirt hat eine Rettungsinsel für Feldlerchen sowie andere bedrohte Tiere und Pflanzen der Feldflur geschaffen. Feldlerchen finden in den immer größeren, dicht bewachsenen Getreidefeldern kaum mehr Brutplätze“, ist Dawideit besorgt. Der Lerchenbestand ist in Baden-Württemberg dramatisch eingebrochen. Von 1980 bis 2004 hat er um mehr als 50 Prozent abgenommen. Tendenz fallend. Nur noch rund 200.000 Brutpaare gibt es vom einstigen Allerweltsvogel, der nun in der Roten Liste geführt wird.
Ein Lerchenfenster: Landebahn für Feldlerchen
Ein Lerchenpaar muss zwei Bruten im Jahr erfolgreich großziehen, damit der Bestand gehalten wird. Und das ist schwierig. Im Getreide gibt es keine Lücke, keinen Ackerwildkrautstreifen. Zudem säen die meisten Landwirte kein Sommer-, sondern nur noch Wintergetreide. Das wird im Herbst gesät, bringt mehr Ertrag und verträgt Trockenheit besser, macht es aber der Feldlerche fast unmöglich zu brüten. Der Vogel ist auf spärlich bewachsene Flächen und Leerstellen im Getreide angewiesen. Nur hier wachsen Wildkräuter, wo er genug zu fressen findet: Spinnen, Würmer und andere Insekten. Hier hat die Feldlerche Platz zum Landen. Das Wintergetreide aber steht zur Hauptbrutzeit der Feldlerche im Juni für sie zu hoch und zu dicht.
Das Ziel: 200 Äcker für die Feldlerche
„Darum überzeugen wir Landwirte davon, freiwillig Lerchenfenster anzulegen und beraten sie“ sagt Dawideit. Mit von der Partie sind der Landesbauernverband (LBV) Baden-Württemberg und der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV). Für die Bauern ist der Aufwand gering. Sie müssen bei der Aussaat ihre Sämaschine lediglich für einige Meter anheben, so dass eine etwa 20 Quadratmeter große Freifläche entsteht. Ihr Ernteausfall ist gering, der Effekt für die Feldlerche lebensrettend. Nur zwei Fenster pro Hektar reichen aus, um den Bruterfolg zu steigern. Das Projekt gehört zur bundesweiten Aktion „1000 Äcker für die Feldlerche“ und wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert. Der NABU Baden-Württemberg peilt 200 Äcker für die Feldlerche in zwei Jahren an, über 80 gibt es bereits. Optimal ist es, wenn die NABU-Gruppen vor Ort sich mit den örtlichen Landwirten zusammentun. So wie in Obersulm oder Mannheim. „Im kommenden Jahr werden wir auf jeden Fall versuchen, noch mehr Bauern von Lerchenfenstern zu überzeugen“, sagt Ralf Stammer, Vorsitzender des NABU Obersulm.
Gemeinsam für die Feldlerche - Helfen Sie mit!
Wenn wir den Gesang der Feldlerche weiterhin hören wollen, müssen wir jetzt handeln. Die Feldlerche braucht zum Brüten Naturoasen in der Agrarlandschaft. Die gibt es nur noch selten. Lerchenfenster sind eine einfache, aber wirksame Erste-Hilfe-Maßnahme. Rund um die Lerchenfenster finden Lerchen genug zu fressen und ziehen ihren Nachwuchs erfolgreich groß. Der NABU möchte mit Landwirten in Baden-Württemberg auf mindestens 200 Äckern Lerchenfenster anlegen. Jeder Acker zählt! Um das Projekt und die anschließende Erfolgskontrolle durchzuführen, brauchen wir Geld. Bitte spenden Sie für die Feldlerche!
Herzlich, Ihre Britta Dawideit
Mehr über das Feldlerchen-Projekt erfahren Sie hier
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