Baden-Württemberg.NABU.de Themen Gewässer Hochwasserschutz
NABU kritisiert Hochwasserpolitik
NABU kritisiert zaghafte Hochwasserpolitik des Landes
Baumann: Installation des Frühwarnsystems kann nur der erste Schritt sein
Nach Ansicht des NABU geht der Hochwasserschutz nicht weit genug.
09. Juli 2010 - Der NABU Baden-Württemberg begrüßt die stärkere Zusammenarbeit im Hochwasserschutz zwischen Land und Kommunen. Nach Ansicht des NABU geht sie jedoch nicht weit genug. „So wichtig ein Frühwarnsystem auch ist: Noch wichtiger wäre es, bei den Ursachen für Hochwasserereignisse anzusetzen“, erklärt Dr. Andre Baumann, Landeschef des Naturschutzbundes NABU. „Hier ist nach den vergangenen Hochwasserkatastrophen viel zu wenig passiert. Kommunen, die munter in Flussauen bauen und so natürliche Überflutungsflächen zerstören, sind genauso mitverantwortlich für Hochwasser wie der noch immer viel zu hohe Flächenverbrauch im Land.“
Regenwasser, das auf versiegelten Flächen nicht versickert, um somit langsam über das Grundwasser in die Gewässer zu gelangen, lässt binnen weniger Stunden die Wasserstände von Bächen und Flüssen alarmierend ansteigen. „Ministerin Gönner musste gestern einräumen, dass der Flächenverbrauch in Baden-Württemberg trotz positiver Entwicklung noch immer viel zu hoch ist“, sagt Baumann. „Wir sind vom Netto-Null-Flächenverbrauch, den der damalige Ministerpräsident Günther Oettinger 2006 angekündigt hat, noch meilenweit entfernt.“
Der NABU fordert, bei den Ursachen für Hochwasserereignisse anzusetzen.
Auch Naturschutzmaßnahmen helfen, Hochwassersituationen zu vermeiden oder zu entschärfen. Naturnahe Wälder statt Fichtenplantagen, Wiesen statt Maiswüsten und Ackerflächen, die von einem Netz von Hecken und Blühstreifen durchzogen sind, wirken wie Schwämme in der Landschaft. Sie nehmen das Wasser bei Starkregenereignissen auf und bremsen den Wasserabfluss.
Der NABU fordert darum die Kommunen und das Land Baden-Württemberg auf, gemeinsam ein Aktionsprogramm zur Biologischen Vielfalt in Kommunen aufzulegen und einen „Pakt gegen Flächenverbrauch“ zu schließen. Darin sollten nicht nur die finanziellen Anreize des Landes gebündelt werden, sondern auch die Kommunen sich zu einer nachhaltigen und landschaftsschonenden Flächennutzung verpflichten.

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