Baden-Württemberg.NABU.de Themen Landwirtschaft EVA

EVA - Vielfalt in der Agrarlandschaft



Der NABU hat im März 2007 das Projekt EVA erfolgreich abgeschlossen. Hier finden Sie nach wie vor alle Unterlagen.

Förderung regionaler Biodiversität - es lebe die Vielfalt!

Mehr blumenbunte Wiesen, Ackerwildkräuter und Sortenvielfalt

Kornfeld mit Mohn

Apfel ist nicht gleich Apfel - diese Erkenntnis hat einst Eva gemacht, mit den bekannten Folgen.

Das Projekt EVA steht für "Entwicklung von lebendiger Vielfalt in der Agrarlandschaft" und hat den Erhaltung und die Erhöhung der biologischen Vielfalt auf Äckern, Wiesen und Weiden und im Obstbau zum Ziel. Bleiben wir beim biblischen Bild: EVA möchte dazu beitragen, dass seltene baden-württembergische Apfel- und andere Obstsorten, wie z.B. der Kaiser Wilhelm oder der Öhringer Blutstreifling, auch von zukünftigen Generationen verzehrt werden können. Und EVA zielt darauf ab, dass Äcker auch wieder Lebensraum für Feldlerchen und Ackerwildkräuter wie Mohn und Kornblume bieten und dass Wiesen wieder blumenbunt werden.

EVA wirbt für die Aufwertung unserer Kulturlandschaft und die Schaffung von Vielfalt. In Zusammenarbeit mit Landwirten und weiteren Kooperationspartnern erarbeitet der NABU im Projekt EVA Aufwertungsmaßnahmen und Handlungsanleitungen. Initiativen, die Aufwertungsmaßnahmen planen und durchführen werden beraten und vernetzt. Informations- und Öffentlichkeitsarbeit stehen dabei an erster Stelle. Die Ziele sind lebendige Äcker mit Blüh- und Lichtstreifen. Blumenvielfalt soll artenarmes Grünland bereichern und lokaltypische Obstsorten sollen als schmackhaftes Kulturerbe Beachtung finden.


Wiese

Wieso brauchen wir EVA?
Die in Jahrtausenden entstandene biologische Vielfalt der Kulturlandschaft ist in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen: Blumenbunte Wiesen und wildkrautreiche Getreideäcker sind selten geworden und alte, regional-typische Obstsorten werden kaum noch gepflanzt. Lebensgemeinschaften, Arten und genetische Ressourcen gehen dadurch verloren. Ziel des EVA-Projekts ist, die lebendige Vielfalt in der Agrarlandschaft zu erhalten und aufzuwerten. Der NABU Baden-Württemberg kooperiert bei EVA mit der Evangelischen Landeskirche Württemberg und dem Netzwerk Blühende Landschaft. Das Projekt wird mit Unterstützung der Stiftung Naturschutzfonds, gefördert aus zweckgebundenen Erträgen der Glücksspirale, durchgeführt.

Wie wirkt EVA?
Das Projekt EVA wirkt der Verarmung der Kulturlandschaft entgegen, indem es ...

  • Modellprojekte (best practice) zur biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft öffentlich vorstellt,

  • vorbildliche Initiativen vernetzt,

  • dabei unterstützt, konkrete Maßnahmen zu planen und umzusetzen,

  • praxisnahe Handlungsanleitungen erstellt und

  • beispielhafte Aufwertungsprojekte in verschiedenen Landesteilen umsetzt.


Mit wenigen Maßnahmen viel bewirken

Förderung regionaler Biodiversität

Sähmaschine wird für Lichtstreifen präpariert

Die biblische Eva steht in übertragendem Sinne am Anfang der Menschheitsgeschichte. Genau so sollen auch die ersten Aufwertungsmaßnahmen des EVA-Projekts der Beginn eines landesweiten Prozesses innerhalb von Naturschutz und Landwirtschaft sein. In jeder Gemeinde Baden-Württembergs sollen artenreiche Äcker, bunte Wiesen und lokaltypische Obstsorten gepflegt und geschützt werden. Diese Lebensräume bedeuten Lebensqualität.

Landwirtschaft und Biodiversität
Landwirte haben in Jahrtausenden eine große biologische Vielfalt in Mitteleuropa geschaffen und erhalten. Blumenbunte Feldraine und Brachen waren früher prägende Elemente der Feldflur. Die biologische Vielfalt in der Feldflur ist jedoch in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Mit Lichtstreifen und Blühstreifen gelangt wieder Vielfalt in die Ackerflächen: Feldlerchen, Zwergmäuse, Feldgrillen und viele andere Tierarten können so wieder Nahrung finden. Mohn Kornblume und Feldrittersporn bereichern das Bild der Äcker.

Acker mit Lichtstreifen

Lebendige Lichtstreifen: lebendige Äcker
Blühende Ackerwildkräuter im Getreidefeld ohne landwirtschaftliche Nachteile? Kein Problem. In Streifen oder in Teilen der Ackerflächen werden z.B. "Lichtstreifen" angelegt und keine Herbizide eingesetzt. In den Lichtstreifen gedeihen kleinwüchsige Ackerwildkräuter besser und z.B. Feldlerchen finden genügend Nahrung für den Nachwuchs. In Absprache mit Landwirten können "unproblematische Ackerwildkräuter", wie Mohn und Kornblume, aus der nahen Umgebung ausgesät werden.

Acker mit Blühstreifen

Blühstreifen
Ein Blüten- und Nahrungsangebot für Tiere kann durch das Anlegen von Blühstreifen oder -flächen in der Ackerlandschaft geschaffen werden. Diese Blühstreifen oder -flächen können etwa entlang von Wegen oder auch zur Aufwertung größerer Ackerflächen angelegt werden. Gerade Stilllegungsflächen bieten sich dafür an. Blühstreifen sind ein Blickfang für die Bevölkerung und Lebensstätte für viele Tierarten. Mit Blühstreifen können Landwirte gezielt die Ackerflächen aufwerten.

Hummel

Bunte Wiesen und Weiden: ein wertvolles Kulturerbe
Extensiv genutzte Wiesen und Weiden gehören zu den artenreichsten und attraktivsten Lebensräumen Europas. Über 30-50 Pflanzenarten wachsen auf artenreichen Wiesen im Vergleich zu nur 10-20 Arten in artenarmem Grünland. So zählen beispielsweise die blumenbunten Wiesen der Schwäbischen Alb, die prächtigen Feuchtwiesen des Bodenseegebietes und die Magerweiden des Schwarzwaldes zum wertvollen Kultur- und Naturerbe Baden-Württembergs.

Bauer beim Mähgutauftrag

Mähgutauftrag
Waren Wiesen und Weiden einmal artenarm, kommen trotz optimaler Nutzung und trotz Ausmagerung einst typische Pflanzenarten oft nicht von alleine zurück. Sie können nicht wie früher einwandern und ihre Samen ruhen nicht mehr im Boden. Die Vielfalt des Grünlands kann jedoch erhöht werden, wenn die Kenntnisse früherer Landwirte wieder belebt und an heutige Bedingungen angepasst werden. Ein Beisiel hierfür ist der Mähgutauftrag - eine Modifikationen der früher verbreiteten Heublumensaat. Mit dem Saatgut artenreicher Wiesen können neue Grünflächen in einer Gemeinde angesät werden. Durch Bodenbearbeitung in Streifen oder Oberbodenabtrag wird ein geeignetes Saatbett für einen Mähgutauftrag vorbereitet . Dann werden die typischen Arten mit dem Mähgut artenreicher Wiesen aus der Nachbarschaft übertragen. Dazu wird das Mähgut mit Samen in einer dünnen Schicht auf dem Saatbett ausgebreitet. Die Samen von Salbei, Margerite, Hahnenfuß und vielen anderen "Heublumen" keimen und erobern so in ein paar Jahren die gesamte Fläche.

Sortenvielfalt

Heimatmuseum Streuobstwiese
Jede Gemeinde hat ihre lokaltypischen Wiesen und Obstbaum-Sorten. Dieses Kulturerbe sollte in jeder Gemeinde erhalten werden - wie Baudenkmäler und Kirchen. Gemeinden, Naturschutzgruppen oder Landwirte können auf ihren Grundstücken "Obstbaum-Heimatmuseen" mit den typischen Sorten ihrer Gemeinde anlegen. So wird ein Stück Ortsgeschichte erlebbar.

Stiftung Naturschutzfonds

Der NABU Baden-Württemberg kooperiert bei EVA mit der Evangelischen Landeskirche Württemberg und dem Netzwerk Blühende Landschaft. Mit Unterstützung der Stiftung Naturschutzfonds, gefördert aus zweckgebundenen Erträgen der Glücksspirale.




Mehr zu EVA:
Dr. Rainer Oppermann (IFAB Mannheim)
Böcklinstr. 27
68163 Mannheim
Tel. 0621-32 88 790
mail@ifab-mannheim.de

Kooperationspartner:
- Evangelische Landeskirche in Württemberg
www.elk-wue.de
- Evangelische Landeskirche in Baden
www.ekiba.de
- Evangelisches Bauernwerk Württemberg
www.hohebuch.de
- Netzwerk Blühende Landschaft
www.bluehende-landschaft.de

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Matthias Strobl

Sie haben Fragen zum Thema Landwirtschaft? Dann wenden Sie sich an unseren Landwirtschaftsexperten Matthias Strobl. Telefon: 0711 / 966 72-25 E-Mail: Matthias.Strobl@NABU-BW.de

 

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