Baden-Württemberg.NABU.de Themen Natura 2000

Internationaler Naturschutz im Ländle

Internationaler Naturschutz im Ländle

Schutzgebiete im Rahmen der EU

Apollofalter

Dünenlandschaften an Europas Küsten, artenreiche Wiesen in Deutschland, Weidewälder in Spanien: Über 200 typische Landschaften möchte die EU mit ihrem Naturschutzprogramm Natura 2000 bewahren. Die Idee der EU ist gut, die Umsetzung durch die Bundesländer miserabel. Der NABU kämpft seit vielen Jahren dafür, dass Baden-Württemberg die EU-Richtlinien umsetzt. Mehr als 25 Jahre nachdem die erste Richtlinie in Kraft trat, hat das Land endlich Schutzgebiete abgegrenzt. Doch das alles spielt sich bislang vor allem auf dem Papier ab. Draußen im Land hat sich kaum etwas geändert. Woran liegt das?

Zum einen ist für viele Behörden Natura 2000 noch immer ein Buch mit sieben Siegeln. Aus Unwissenheit verstoßen sie seit Jahrzehnten gegen geltendes Recht - mitunter aber auch mit voller Absicht, wenn ihnen die Natur im Wege ist. Vielen Naturschutzbehörden fehlt zudem das Personal, das die Richtlinien korrekt umsetzen kann. Sie sind chronisch unterbesetzt. Umso wichtiger ist es, dass ihnen der NABU auf die Finger schaut und die Umsetzung von Natura 2000 weiterhin kraftvoll vorantreibt.

Logo Naturschutzziele 2015

Natura 2000 wird definiert durch die Vogelschutzrichtlinie und die FFH-Richtlinie (Fauna = Tiere, Flora = Pflanzen, Habitat = Lebensräume). Diese schreiben beispielsweise vor, dass Schutzgebiete ausgewiesen werden und bestimmte Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensraumtypen in einen „günstigen Erhaltungszustand“ versetzt werden müssen – sprich: die Ampel, die den Zustand der Art anzeigt, muss auf grün stehen. Von dieser Vorgabe ist Baden-Württemberg noch meilenweit entfernt. Noch immer befinden sich viele Arten in „ungünstig-schlechtem“ (rot), bzw. in „ungünstig-kritischem Erhaltungszustand“ (gelb).

Naturschutzziele


  • Bis 2015 befinden sich keine Tier- und Pflanzenarten sowie keine Lebensraumtypen der beiden EU-Richtlinien mehr im roten Bereich.
  • Bis 2015 ist die Hälfte aller Arten und Lebensraumtypen, die derzeit auf gelb stehen, auf grün aufgewertet.

NABU-Kernforderungen

  • Im Landeshaushalt müssen jedes Jahr 40 Millionen Euro zusätzlich für die Umsetzung der Pflichtaufgabe Natura 2000 bereitgestellt werden.
  • Landwirtschafts-, Forst- und Flurneuordnungsverwaltungen müssen sich aktiv für die Ziele von Natura 2000 einsetzen.
  • Das Land muss die Rahmenbedingungen so verändern, dass leistungsfähige Landschaftserhaltungsverbänden entstehen können.
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