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Gutes Fundament für Politikwechsel
Gutes Fundament für Politikwechsel
NABU wird Grün-Rot an Umsetzung des Koalitionsvertrags messen
Der NABU ist zufrieden mit dem Koaltitionsvertrag: Die drängendsten Herausforderungen würden mit dem Vertrag angegangen.
27. April 2011 -
„Aus Sicht des Natur- und Umweltschutzes ist das der beste Koalitionsvertrag, den es bislang in Baden-Württemberg gab", sagte der Vorsitzende des Naturschutzbundes NABU Baden-Württemberg Dr. Andre Baumann am Mittwoch in Stuttgart. Die drängendsten Herausforderungen würden mit dem Vertrag angegangen, etwa die Energiewende, die Ökologisierung der Landwirtschaft, die Ausweisung nutzungsfreier Wälder, der Moorschutz, die rasche Umsetzung von Natura 2000 und des Biotopverbundes sowie die Einrichtung eines Nationalparks im Dialog mit den Menschen vor Ort.
Der NABU begrüßt den massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg.
Insbesondere beim Schutz der biologischen Vielfalt decke sich der Koalitionsvertrag an vielen Stellen mit den Kernforderungen der „NABU-Naturschutzziele 2015“. Darin hatte der NABU die wichtigsten Handlungsfelder für mehr Natur in Baden-Württemberg zusammengefasst. „Wir sind gespannt, welches Haus Grün-Rot auf diesem guten Fundament baut. Wir werden die Regierung dabei konstruktiv – aber gegebenenfalls auch sehr kritisch – dabei begleiten und sie am Koalitionsvertrag messen“, kündigte Baumann an.
Große Herausforderungen sieht der NABU unter anderem beim Umbau der Energieversorgung. Um von der Atomkraft wegzukommen, gelte es Energie effizienter zu nutzen, Energie zu sparen und die Erneuerbaren Energien rasch auszubauen. Dabei kämen auf die Menschen und die Natur im Land auch Einschnitte zu. „Wir haben es uns mit der Energieerzeugung bislang viel zu leicht gemacht: Die ökologischen Rucksäcke unseres Energiehungers stehen momentan nicht vor unseren eigenen Türen, sondern weit entfernt in den Uranabbaugebieten Afrikas oder vor den Kohlezechen Chinas. Es ist zwar ungewohnt, aber gerecht, wenn wir die ökologischen Rucksäcke jetzt zu uns holen – sei es in Form von Biogasanlagen, Windrädern, neuen Stromtrassen oder Energiespeichern." Der NABU begrüßt den massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg, fordert jedoch zugleich, dass die Neuanlagen möglichst natur- und landschaftsverträglich gebaut werden. „Hier ist der Dialog mit den Menschen wichtig. Wir nehmen Herrn Kretschmann beim Wort, der uns heute Grün-Rot als ‚Bürgerregierung’ präsentiert hat", sagte Baumann.
Der Moorschutz soll vorangetrieben werden.
Einen besonders großen ökologischen Rucksack gelte es bei der Atomkraft zu verstauen: den Atommüll. Dabei verschließt sich der NABU auch einem Standort in Baden-Württemberg nicht – ebenso wenig wie Winfried Kretschmann dies zusagt. „Wenn das geeignetste Endlager für den deutschen Atommüll in Baden-Württemberg liegen sollte, dann muss es bei uns gebaut werden", sagte Baumann.
Als kritisch wertet der NABU das Bekenntnis insbesondere der SPD zu einer Auto-fixierten Verkehrspolitik. „Benzin im Blut macht krank und ist alles andere als ein Qualitätsmerkmal einer Landesregierung“, sagte Baumann. „Unser Land hat auch eine fortschrittliche Mobilität verdient, die sich nicht primär auf große, schwere Autos und Straßen stützen darf.“

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