Baden-Württemberg.NABU.de Themen Politik und Naturschutz Nachhaltigkeitsttrategie
Nachhaltigkeitsindikatoren stehen auf rot
NABU und LNV fordern Nachhaltigkeitsstrategie 2.0
Naturschützer stellen fünf Kernforderungen vor / Kritik an bisheriger Strategie
Hufeisennasen sind in Baden-Württemberg nur noch selten zu sehen.
16. Juni 2010 -
Eine durchwachsene Bilanz der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg ziehen der Landesnaturschutzverbandes (LNV) und der Naturschutzbund NABU nach über drei Jahren intensiver Mitarbeit. „Ob beim Klimaschutz, bei der Reduktion des Flächenverbrauchs oder beim Schutz der biologischen Vielfalt: Viele Nachhaltigkeitsindikatoren stehen in Baden-Württemberg noch immer auf rot“, kritisieren die beiden Vorsitzenden Reiner Ehret (LNV) und Dr. Andre Baumann (NABU). „Bei allem Lob dafür, dass die Landesregierung den Prozess gestartet hat: Die Ergebnisse sind enttäuschend und zeigen, dass der bisherige Weg nicht zum Ziel führt.“
Baumann und Ehret fordern von Ministerpräsident Stefan Mappus und Umweltministerin Tanja Gönner daher, die Nachhaltigkeitsstrategie deutlich aufzuwerten und umzubauen. Ihre konkreten Forderungen legten sie in einem entsprechenden Hintergrundpapier vor. „Wir brauchen jetzt eine Nachhaltigkeitsstrategie 2.0, die sich endlich konkrete Ziele setzt und diese mit einer darauf abgestimmten Projektarbeit angeht“, fordert Baumann. In den Augen des NABU-Landesvorsitzenden sind viele der bisherigen Projekte zu wenig zielführend. Letztendlich sei die Landesregierung es auch dem Steuerzahler schuldig, die Mittel für die Strategie erfolgreicher einzusetzen.
Das Land hat auch gegenüber dem Rotmilan, der noch auf der Schwäbischen Alb vorkommt, eine Verantwortung.
In der Pflicht sieht LNV-Chef Ehret auch die Wirtschaft: „Ziel muss sein, dass das Land mit Unternehmen und Wirtschaftsverbänden verbindliche Nachhaltigkeitsvereinbarungen trifft – es darf nicht länger alles im ungefähren bleiben. Niemandem wehtun zu wollen, kann nicht länger die höchste Priorität sein.“
Von der Landesregierung erwarten NABU und LNV, auch vor der eigenen Haustüre zu kehren und sich selbst nachhaltige Leitlinien aufzuerlegen. „Wir brauchen zusätzlich zur bestehenden ‚Strategie der vielen Partner’ eine echte Regierungsstrategie, die die Politik in nach-haltige Bahnen lenkt“, sagen Ehret und Baumann. Um die Nachhaltigkeit auch gesetzlich zu stärken, fordern sie ein „Nachhaltigkeitsgesetz Baden-Württemberg“. Dieses Artikelgesetz soll die konkreten Ziele für eine zukunftsfähige und nachhaltige Entwicklung des Landes insbesondere im Bereich der Ökologie konkret und verbindlich regeln.
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Hintergrundpapier zur Nachhaltigkeitsstrategie
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