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„Der Wald zeigt, ob die Jagd stimmt“

„Der Wald zeigt, ob die Jagd stimmt“

NABU und Öko-Jäger fordern Novelle des Landesjagdgesetzes

Rehbock

Der selektive Verbiss durch das Reh führt zu einem Verlust der Baumartenvielfalt im Wald.

24. Januar 2012 - „Nicht der Plan einer Behörde, sondern der Wald zeigt, ob die Jagd stimmt.“ So fasst der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann den heute (24.1.) im Ministerium für den Ländlichen Raum vorgestellten Zwischenbericht der Landesregierung zu ihrem Modellprojekt „Rehwildbewirtschaftung ohne behördlichen Abschussplan“ zusammen. Gemeinsam mit dem Ökologischen Jagdverband (ÖJV) fordert der NABU, die Abschusspläne abzuschaffen und das Landesjagdgesetz zügig zu novellieren: „Wir brauchen ein modernes Jagdgesetz, das dem Natur- und Tierschutz gerecht wird und den dringend notwendigen Umbau unserer Wälder hin zu klimastabilen Laubmischwäldern ermöglicht“, sagt Baumann.

In ihrem Modellprojekt hat die Landesregierung über fünf Jahre hinweg ein Verfahren zur effektiveren Bejagung von Rehen getestet. Statt der gängigen Praxis, den zulässigen Abschuss anhand von willkürlich hergeleiteten Zahlen in behördlichen Abschussplänen festzulegen, orientiert sich die Bejagung im Modellprojekt an Zielvereinbarungen zwischen Grundeigentümern und Jägern. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, denn die Instrumente der Vergangenheit haben nicht gewirkt“, befindet auch der ÖJV-Vorsitzende Christian Kirch. Die Abschaffung der Abschusspläne alleine reiche jedoch nicht aus, vielmehr müssten klare ökologische und wildbiologische Kriterien zur Grundlage dieser Zielvereinbarung gemacht werden.

Vielerorts sei der Wildbestand in Baden-Württemberg unnatürlich hoch und es entstünden große Schäden in der Land- und Forstwirtschaft, schildert der gelernte Forstmann. Das sei auch für den Naturschutz problematisch, erklärt Baumann, denn der selektive Verbiss durch das Reh führe zu einem Verlust der Baumartenvielfalt im Wald. „Seltenere Baumarten wie Elsbeere, Bergahorn, Eibe oder Weißtanne sind Leckerbissen für Rehe. Sie haben bei zu hohen Wildbeständen kaum eine Chance. Doch gerade diese Baumarten brauchen wir, um unsere Wälder fit für das Klima von Morgen zu machen“, bekräftigt der NABU-Landechef.

Wie Spechte und Eichhörnchen gehörten Rehe zu einem gesunden Wald dazu, betont Baumann. Problematisch sei jedoch, dass den Rehen in der heutigen Kulturlandschaft natürliche Feinde wie Wolf und Luchs fehlten. Zugleich finde das Wild auf den Feldern ein Überangebot energiereicher Nahrung und werde von Jägern regelmäßig angefüttert, wodurch es sich rasch vermehre. Der NABU begrüßt daher eine Jagd, die an ökologischen Kriterien ausgerichtet ist und den Anforderungen des Natur- und Tierschutzes gerecht wird.

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