Baden-Württemberg.NABU.de Tiere & Pflanzen Amseln, Meisen und Co Gefahren für Vögel Amselsterben durch Usutu-Virus Auswirkungen auf die Vogelwelt
Wie wirkt das Usutu-Virus auf die Vögel?
Auswirkungen auf die Vogelwelt
Bei früheren Ausbrüchen in Europa auch Eulen und Rabenvögel betroffen
19. September 2011 - Von Usutu-Viren betroffene Vögel zeigen entzündliche Veränderungen von Nervensystem, Leber, Milz und Herzmuskel sowie auffällige Verhaltensänderungen wie Apathie und fehlendes Fluchtverhalten, torkelnd-schwankende Bewegungen und ein zerzaustes Gefieder.
Bei früheren Ausbrüchen in Europa waren neben Amseln auch andere Vogelarten betroffen, u. a. Eulen, Rabenvögel und deutlich seltener kleine Singvögel. Wieviele Vögel Opfer eines Virenausbruches werden, ist nur schwer abzuschätzen, da die meisten toten Vögel nicht beobachtet bzw. gefunden werden. Daher liegen kaum genaue Daten zur Art und Zahl infizierter und gestorbener Vögel vor und die Auswirkungen der Infektion auf die Biodiversität können nur schwer beurteilt werden. Örtlich bzw. regional führen Usutu-Viren zu drastischen Bestandseinbrüchen bei Amseln, von denen sich manche Teilpopulationen oft jahrelang nicht erholen. In Wien hat man infolge des Usutu-Ausbruches Bestandsrückgänge im Winter und zur Brutzeit zwischen 58 und 94 Prozent festgestellt.
Bisherige Ausbrüche verliefen über mehrere Jahre, wobei die Zahl betroffener Vögel nach einer ersten Spitze deutlich abnahm und in wenigen Jahren eine zunehmende Immunität der Vögel gegenüber den Viren feststellbar war.
Vermutlich werden sich die Bestände auch im Rhein-Neckar-Raum nach und nach wieder erholen. Ein generelles oder regionales Aussterben der Amseln ist nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu befürchten. Dennoch durchlaufen die Populationen derzeit einen ausgeprägten Bestandstiefstand, aus dem sie sich erst langsam unter anderem durch Zuwanderung aus Usutu-freien Nachbarregionen und Ausbildung einer Immunität gegenüber dem Erreger erholen werden.
Text: Stefan Bosch
Usutu-Viren bei Amseln nachgewiesen
Mit dem Nachweis von Usutu-Viren in einer Reihe von Amseln aus dem Rhein-Neckar-Raum ist der seit Wochen in dieser Region beobachtete Amsel- beziehungsweise Vogelschwund erklärt: Ein Ausbruch des tropischen Usutu-Virus ist die Ursache für das Vogelsterben.
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Nicht nur Tiere erkranken am Usutu-Virus
Steckmücken übertragen mit ihren Stichen Usutu-Viren auch auf Menschen. Bislang liegen nur wenige Berichte von schweren Verläufen vor, bei denen meistens ältere oder immungeschwächte Patienten betroffen waren.
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Amselsterben: Mysterium oder Normalfall?
„Alle Amseln sind weg. Das ist eine neue Vogelseuche!“ – Anrufe wie dieser gehen seit Tagen beim NABU ein, besonders aus dem Rhein-Neckar-Raum. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin hat inzwischen bei einer Amsel das aus Afrika stammende Usutu-Virus festgestellt.
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Amseln haben im August Sommerpause
Erschwert wird die Beurteilung der Usutu-Virusinfektion durch die normale Amsel-Biologie: Im Jahreslauf machen Amseln im August und Anfang September Sommerpause, sie leben also aus mehreren Gründen zurückgezogen und sind nur selten zu beobachten.
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