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Neuschnee: Schleiereulen droht Hungertod

Neuschnee: Schleiereulen droht Hungertod

NABU bittet Landwirte um Soforthilfe für Eulen und Greifvögel

Schleiereule

Schleiereulen können keine nennenswerten Fettreserven anlegen.


17. Dezember 2010 - Eisige Temperaturen und die geschlossene Schneedecke machen Schleiereulen schwer zu schaffen. Ihnen droht der Hungertod, da sie im hohen Schnee keine Mäuse finden. „Im Gegensatz zu anderen Tieren können Schleiereulen keine nennenswerten Fettreserven anlegen. Daher drohen sie rasch zu verhungern, wenn der Futter-Nachschub eine Zeit lang ausfällt“, erklärt Hannes Huber von NABU Baden-Württemberg. Auch für andere Mäusejäger seien schneereiche Tage besonders hart. So müssten bei der aktuellen Witterung auch Waldkäuze und Mäusebussarde ums Überleben kämpfen.

Schleiereule

Schleiereulen denzimieren den Mäusebestand in der Scheune.

Natürlicherweise gleichen Schleiereulen hohe Winterverluste durch viel Nachwuchs wieder aus. „Leider kämpfen unsere Schleiereulen jedoch in Sachen Nachwuchs damit, dass sie nur noch wenige geeignete Brutplätze finden. Diese Mehrfachbelastung aus schneereichem Winter, spärlichen Brutplätzen und wenig Nahrung in unseren oftmals naturfernen Landschaften macht den Tieren schwer zu schaffen“, erklärt Huber. Sehr viele NABU-Gruppen haben daher in den vergangenen Jahren Nistkästen für Schleiereulen installiert, so dass sich dort die Bestände der Schleieulen wieder nach oben orientieren.

Jetzt im Winter können vor allem Landwirte helfen. Indem sie die Tore ihrer Scheuen öffnen, können die Vögel „indoor“ jagen. Vorteil für den Bauern: Schleiereule und Co. dezimieren kostenlos, giftfrei und zuverlässig den Mäusebestand in der Scheune. Im Umfeld bekannter Eulenbrutplätze können die Landwirte zudem Flächen vom Schnee befreien und dort Heu, Stroh und Körner auslegen. Das lockt Mäuse an, die den Vögeln dann als Beute dienen.

Zum Thema Winterfütterung von Vögeln veranstaltet der NABU in diesem Jahr erstmals die bundesweite Aktion „Stunde der Wintervögel“. Im Fokus stehen dabei nicht Schleiereulen und Mäusebussarde, sondern Meisen, Amseln, Spatzen und Co – also Vögel, die in die Gärten ans Futterhäuschen kommen. Vom 6. bis 9. Januar 2011 ruft der NABU alle Menschen auf, die Vögel am Futterhaus zu beobachten und zu zählen. Die Ergebnisse sollen dem NABU gemeldet werden, der diese Daten wissenschaftlich auswertet. Den Teilnehmern winken attraktive Preise gewinnen.

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