Baden-Württemberg.NABU.de Tiere & Pflanzen Eidechsen, Schlangen und Co Schlangen in Baden-Württemberg
Was tun, wenn die Schlange beißt?
Schlangen sind nur selten zu beobachten
Nur fünf Arten leben in Baden-Württemberg
Vor einer Schlingnatter braucht sich niemand zu fürchten.
Über 2700 Schlangenarten bevölkern heute die Erde. Davon kommen aber nur fünf Arten in Baden-Württemberg vor. Die Ringelnatter, die Kreuzotter, die Schling- oder Glattnatter, die Äskulapnatter sowie die Aspisviper. Schlangen gehören zur Klasse der Reptilien, deren Entwicklungsgeschichte weit zurückgeht. In Baden-Württemberg sind Begegnungen mit Schlangen selten, da der Rückgang geeigneter Biotope den Lebensraum der Tiere einschränkt.
Schlangen benötigen in ihrem Lebensraum zahlreiche Versteckmöglichkeiten, Stellen an denen die sich sonnen können, aber auch frostsichere Überwinterungsplätze und natürlich ein ausreichendes Nahrungsangebot. Am ehesten sieht ein Spaziergänger eine Schlange an Wanderwegen oder naturnahen Gärten. Wer auf eine Schlange trifft, sollte Ruhe bewahren, das Tier nicht einengen und ihm eine Fluchtmöglichkeit lassen. Wer die Schlange ungestört liegen lässt, dem bietet sich bei einem Sicherheitsabstand von einem Meter eine Gelegenheit, das Tier einmal genauer zu betrachten. Sollte jemand von einer Aspisviper oder einer Kreuzotter gebissen werden, muss auf jeden Fall einen Arzt aufgesucht werden.
Übrigens: Blindschleichen sind keine Schlangen, sondern zählen zu den Echsen, auch wenn sie auf den ersten Blick sehr schlangenähnlich aussehen.
"Stückles-Besitzer" können unsere heimischen Schlangen und Eidechsen durch die Anlage von Trockenmauern oder Steinhäufen in sonniger Lage unterstützen. Passen die Umweltbedingungen, werden diese neuen Biotope von den Tieren gern angenommen.
Die Ringelnatter ist die am weitesten verbreitete schlange in Deutschland.
Die Ringelnatter
Sie ist die bekannteste Natter Baden-Württembergs, vollkommen harmlos und in ganz Baden-Württemberg anzutreffen. Die Tiere leben vor allem im Oberrheingebiet, im Schwarzwald, in den Neckar- und Tauber-Gäuplatten sowie im Keuper-Lias-Land. Bei der Grundfärbung überwiegen Grau- und Brauntöne in verschiedenen Abstufungen, gelegentlich sieht man auch grünliche bis olivbraune Schlangen.
Die gelb bis weißen, dunkel begrenzten Nackenflecken sind meist vorhanden und ein wichtiges Erkennungsmerkmal. Die Weibchen werden bis zu 1,30 Meter lang, Männchen sind mit etwa 80 Zentimetern deutlich kleiner. Die Tiere halten sich vorwiegend an Seengebieten, an Uferbereichen von langsam fließenden Gewässern sowie sonnigen Auenwäldern auf. Aber auch an Weinbergen oder Steinbrüchen, also an trockenen Gebieten, fühlt sich die Ringelnatter wohl. Die Schlange ist tagsüber unterwegs. Sie ernährt sich hauptsächlich von Fröschen und eher selten von Kleinsäugern. Sieht das Tier bei Gefahr keine Fluchtmöglichkeit, bläht es sich auf, zischt heftig, führt mit geschlossenem Maul Scheinbisse aus und entleert zusätzlich noch eine übelriechende Flüssigkeit aus seinen Stinkdrüsen.
Die Schlingnatter mag wärmebegünstigte Lagen.
Die Schling- oder Glattnatter
Sie ist mit bis zu 70 Zentimetern die kleinste Natter Baden-Württembergs. In den wärmebegünstigten Lagen Baden-Württembergs ist sie weit verbreitet, kommt dort allerdings nicht sehr häufig vor. Das Tier hat einen kleinen, kaum vom Rumpf abgesetzten Kopf mit zugespitzter Schnauze und glatte ungekielte Schuppen. Ihre Färbung reicht von braun bis gräulich. Charakteristisch sind die vom Nasenloch durch das Auge bis über die Mundwinkel hinausgehenden dunklen Wangenstreifen. Ihr Muster führt immer wieder zu Verwechslungen mit der Kreuzotter. Schlingnattern haben aber im Gegensatz zu Kreuzottern, die einen senkrechten Pupillenschlitz aufweisen, runde Pupillen. Die Schlange hält sich gern in naturnahen Gärten, Weinbergen sowie Steinbrüchen auf. Aber auch sonnige und trockene Standorte wie Felsengebiete oder Wiesenränder zählen zu ihrem Lebensraum. Sie erbeutet vorzugsweise Eidechsen, aber sie frisst auch kleine Mäuse und junge Schlangen. In Bedrängnis beißt das Tier gelegentlich zu, wobei ihre Zähne nur Hautkratzer hinterlassen.
Die Kreuzotter ist neben der Aspisviper die zweite Giftschlange in Baden-Württemberg.
Die Kreuzotter
Sie ist neben der Aspisviper die zweite vorkommende Giftschlange in Baden-Württemberg. Die Tiere sind in höhergelegenen, kühleren Lagen des Schwarzwald und der Schwäbischen Alb sowie den Moorgebieten des Allgäus und Oberschwabens zu sehen. Die Kreuzotter steht auf der Roten Liste Baden-Württembergs und wird besonders geschützt. Charakteristisch ist die winkelförmige Kopfzeichnung sowie das Zickzackband auf dem grauen oder braunen Körper. In manchen Gebieten finden sich aber auch schwarze Tiere, die früher als „Höllenotter“ bezeichnet wurden. Die bis zu 75 Zentimetern großen Schlangen ernähren sich vorwiegend von Mäusen, aber auch Frösche und Waldeidechsen sind nicht sicher vor einem giftigen Biss.
Die Äskulapnatter kann nur im südlichen Odenwald beobachtet werden.
Die Äskulapnatter
Die Äskulapnatter gehört zur Familie der Kletternattern und ist mit bis zu 180 Zentimetern die größte heimische Schlange. Sie zählt zu den seltensten Reptilienarten Deutschlands und kann in Baden-Württemberg nur im südlichen Odenwald (Rhein-Neckar-Kreis) beobachtet werden. Dort besiedeln die Tiere lichte Laubwälder und Gemäuer. Die Äskulapnatter hat einen schmalen, hell gefärbten Kopf, der in einen olivbraunen, glänzenden Körper übergeht, der häufig mit kleinen hellen Flecken gekennzeichnet ist. Die Schlange ernährt sich hauptsächlich von Mäusen, die sie mit Körperlschlingen erdrückt.
Die giftige Aspisviper wird bis zu 60 Zentimeter groß.
Die Aspisviper
Die Aspisviper kommt in Baden-Württemberg lediglich im südlichen Schwarzwald in zwei tief eingeschnittenen Tälern mit ausgedehnten Felsgebieten und Geröllhalden vor. Sie ist vom Aussterben bedroht und steht auf der Roten Liste. Die Aspisviper hat einen gedrungenen Körper mit einem breiten, dreieckigen vom Hals abgesetzten kantigen Kopf und einen kurzen Schwanz. Ihre Schnauzenspitze ist leicht erhöht. Die Grundfärbung der bis zu 60 Zentimeter großen Tiere reicht von grau- und dunkelbraun bis hin zu rotbraun. Größe und Zeichnung der Viper ähneln einer Kreuzotter. Die Rückenzeichnung ist allerdings schmaler und das Gift der Aspisviper ist stärker als das der Otter. Das Tier ernährt sich hauptsächlich von Mäusen und Mauereidechsen.
Trotz Wespe, Zecke, Fuchsbandwurm....
Unbeschwert Natur genießen
Neben den Zecken informiert der NABU unter anderem auch über die Themen Schlangebisse, Hantavirus, Giftige Pflanzen und den Eichenprozessionsspinner. Kinderärztin Dr. Christiane Ott beantwortet Eltern wichtige Fragen wie: Worauf müssen Eltern bei Ihren Kindern achten, wenn diese in der Natur spielen? Und was Können Eltern tun, wenn ihre Kinder allergisch auf Insektenstiche reagieren?
Die Broschüre Trotz Zecken, Wespen, Fuchsbandwurm – Unbeschwert Natur genießen“ kann für 3 Euro plus Versandkosten oder im Paket mit einer Zeckenkarte für 5 Euro plus Versandkosten bestellt werden: NABU Baden-Württemberg, Tübinger Straße 15, 70178 Stuttgart, Telefon: 07 11-9 66 72 12, E-Mail: Service@NABU-BW.de
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Ausführliche Porträts
Schlangen im Garten
Die Äskulapnatter ist die mit Abstand größte einheimische Schlangenart. Allerdings überschätzen Laien, die die Schlange in Bewegung erleben, die Länge oft. Die Tiere am Neckar messen in der Regel um 120 Zentimeter, erwachsene Männchen meist sogar anderthalb Meter.
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Die elegante Unbekannte
Die Schlingnatter ist nach der Ringelnatter die am weitesten verbreitete Schlange in Deutschland, gehört aber gleichzeitig zu den unbekannten unter den heimischen Kriechtieren. Durch ihre Zeichnung ist die schlanke Natter perfekt getarnt.
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Scheue Froschjägerin
Ausgewachsene Ringelnattern sind zwischen 80 und 120 Zentimetern lang, einzelne Exemplare können noch größer werden. Der Körper der Ringelnatter weist oberseits meist eine hell- bis dunkelgraue Grundfarbe auf, dazu kommen dunklere Flecken auf dem Rücken und an der Seite.
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Die Kreuzotter
Die einzige Giftschlange Ostdeutschlands ist eine der insgesamt drei Schlangenarten, die in Sachsen vorkommen. Ebenso wie in den übrigen vier neuen Bundesländern fehlen hier weitere, nur im Westen vorkommende Schlangenarten.
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