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„Bienenschutzstrategie fehlt der Stachel“

„Köberles Bienenschutzstrategie fehlt der Stachel“

Naturschützer enttäuscht von vagen Ankündigungen

Honigbiene an Herbstzeitlose

Auch bei der Landwirtschaftsförderung handelt das Land laut NABU wenig bienenfreundlich.


24. Februar 2011 - Der NABU begrüßt, dass Landwirtschaftsminister Rudolf Köberle eine Bienenschutzstrategie initiiert hat, kritisiert die Umsetzung jedoch als „wachsweich“ und wenig zielführend. Der Strategie mangle es an konkreten, neuen Maßnahmen zum Schutz der Bienen. „Köberles Bienenschutzstrategie fehlt der Stachel“, kritisiert der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann. Sie beinhalte neben vagen Ankündigungen vor allem einen Strauß von Maßnahmen, deren Umsetzung vom Land sowieso erwartet werden darf.

„Leider lässt die Bienenschutzstrategie bei wichtigen Punkten jede Klarheit vermissen – insbesondere wenn man die hehren Worte mit der realen Politik der Landesregierung in Deckung zu bringen versucht. Das ist enttäuschend“, kritisiert Baumann. „Ein eindeutiges Verbot der Bienenkiller mit dem Wirkstoff der Neonicotinoide sucht man vergeblich: Herr Köberle lässt explizit ein Hintertürchen offen. Dabei ist die verheerende Wirkung der Neonicotinoide spätestens seit dem katastrophalen Bienensterben 2008 bekannt.“ Auch von einem deutlichen Gegenlenken beim Pestizideinsatz, wie es die Strategie andeutet, sei in der Wirklichkeit wenig zu sehen. Bei einer der wirksamsten Maßnahmen zur Pestizidreduktion, der Förderung des Ökolandbaus, bremse das Land.

Andrena haemorrhoa, Rotschopfige Sandbiene, an Pfirsich

Bei einer der wirksamsten Maßnahmen zur Pestizidreduktion, der Förderung des Ökolandbaus, bremst das Land.

Auch bei der Landwirtschaftsförderung handle das Land wenig bienenfreundlich: Dabei schreibt selbst Minister Köberle in der Bienenschutzstrategie, dass das Programm „Brachebegrünung mit Blühmischungen“ des Agrarumweltprogramms MEKA ein „positiver Ansatz“ sei. „Schön, dass Herr Köberle das erkannt hat. Schade aber, dass er den Neueinstieg von Bauern in diese Maßnahme bis 2014 unmöglich macht. Hier blinkt Herr Köberle rechts und biegt links ab. Dabei könnte das Land diese natur- und bienenfreundliche Maßnahme weiterhin anbieten, es liegt in seiner alleinigen Verantwortung. Allein: Es fehlt offensichtlich am politischen Willen“, moniert Baumann.

Ein Weiter-So in der Landwirtschaftspolitik und der Landwirtschaftsförderung würde nach Ansicht des NABU bedeuten, dass Maisackerflächen und Hochleistungssilagewiesen weiterhin blütenleere Agrarwüsten bleiben. Baumann verweist auf den NABU-Parteiencheck, in dem die CDU für den Fall des Wahlsieges genau dieses Weiter-So ankündigt: „Die CDU erklärt, sie wolle weiterhin eine Landwirtschaftsförderung mit der Gießkanne, statt einer Belohnung von Landwirten, die sich besonders für die den Schutz von blütenreicher Natur, fruchtbaren Böden und sauberem Wasser einsetzt." Unter diesen Voraussetzungen helfe auch eine Bienenschutzstrategie nicht weiter.

Positiv wertet der NABU, dass das Land zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers ein Untersuchungsprogramm zum Einsatz von Nematoden fördern möchte. Bislang habe das Land vorrangig auf die Giftspritze gesetzt. Nematoden, auch Fadenwürmer genannt, sind kleinste Bodenlebewesen und die natürlichen Gegenspieler der Larven des Maiswurzelbohrers. Diesen Ansatz gilt es aus NABU-Sicht, weiterzuverfolgen. Die Naturschützer fordern ein effektives und ambitioniertes Pestizidreduktionsprogramm. „50 Prozent weniger Pestizide in fünf Jahren: Das wäre ein gutes Ziel für Deutschlands Feinkostladen Baden-Württemberg", meint Baumann.

mehr Hier geht`s zum NABU-Parteiencheck

Hoffnungsschimmer für Bienen

Vorläufiges Verbot des Bienenkillers Clothianidin

Gemeine Sandbiene (Andrena flavipes)

Chance für Bienen

11. Februar 2009 - Der NABU begrüßt, dass das Nervengift Clothianidin weiterhin nicht für die Beizung von Mais verwendet werden darf. Diese Entscheidung hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am 9. Februar bekannt gegeben. Clothianidin gehört zur Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide und ist für das katastrophale Bienensterben am badischen Oberrhein verantwortlich, das zahlreichen Wildbienen und 12.000 Honigbienenvölkern das Leben kostete.

„Es ist richtig, dass die Nervengifte der Neonicotinoide nicht zur Maisbeizung genutzt werden dürfen. Das BVL ist mit dieser Entscheidung seiner Verantwortung für Mensch und Natur gerecht geworden“, sagt der NABU-Landeschef Dr. Andre Baumann. „Allerdings darf das eine Gift nicht durch ein anderes ersetzt werden.“ Das BVL hat gestern zudem bekannt gegeben, dass das Insektizid „Mesurol flüssig" mit Auflagen wieder genutzt werden darf.

Rote Sandbiene

Blühende Landschaften für Bienen

Baumann betont, dass der traditionelle Fruchtfolgewechsel das Mittel der Wahl sei, um den Maiswurzelbohrer aus dem Badener Land zu vertreiben. Würde endlich nicht mehr Mais auf Mais auf Mais angebaut, könne dem Maiswurzelbohrer seine Lebensgrundlage entzogen werden – ganz ohne Gift und ohne Nebenwirkungen.

„Wir fordern unseren Landwirtschaftsminister Peter Hauk auf: Sorgen Sie dafür, dass der Maiswurzelbohrer auf Nulldiät gesetzt wird und decken Sie so mit blühenden Landschaften den Tisch für Schmetterlinge, Honig- und Wildbienen", sagt Baumann.

10. Februar 2009

Petition gegen Bienen-Gift eingereicht

Zum "Tag der deutschen Imkerei" am 5. Juli 2008

Biene

Honigbiene

"Wir fordern das Land Baden-Württemberg auf, das für das Bienensterben verantwortliche Insektengift sofort aus der Landwirtschaft zu verbannen. Solche Nervengifte gehören in den fest verschlossenen Giftschrank und nicht auf unsere "cker" - mit diesen Worten reichen am heutigen Freitag der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann, der Landesgeschäftsführer des Deutschen Berufs- und Erwerbs-Imkerbundes Christoph Koch sowie der zweite Vorsitzende des Landesverbandes Badischer Imker Manfred Raff ihre gemeinsame Petition an den Landtag Baden-Württemberg ein. Sie fordern darin das sofortige Verbot des Wirkstoffs Clothianidin, der in den vergangenen Wochen die Vergiftung von ungezählten Wildtieren und rund 330 Millionen Honigbienen verursacht hat - mindestens ein Drittel dieser Bienen dürfte dadurch gestorben sein. Zudem fordern NABU und Imker, dass der Pestizideinsatz in Baden-Württemberg deutlich reduziert wird. Die Petition liegt dem Ausschuss pünktlich zum morgigen "Tag der deutschen Imkerei" (5.7.) vor.

Hummelkönigin

Hummelkönigin

Von amtlicher Seite wurden im Frühsommer 2008 rund 11.500 geschädigte Bienenvölker registriert - für die betroffenen Imker eine katastrophale Zahl. Experten gehen davon aus, dass zudem auch wild lebende Insekten in gewaltigem Ausmaß vergiftet wurden. Der Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim, Dr. Peter Rosenkranz, sprach deshalb bereits von der "größten Vergiftungskatastrophe Deutschlands". Zu den geschädigten Insekten zählen unter anderem auch die über 350 Wildbienen-Arten, die im betroffenen Gebiet am Oberrhein vorkommen. Sie sammeln wie die Honigbiene Pollen und Nektar in Blüten und sind damit in gleicher Weise von der Vergiftung betroffen. Konkrete Hinweise liegen auch für das Sterben von Ameisen vor, die als Hautflügler eng mit den Bienen verwandt sind. Für Natur und Landwirtschaft gleichermaßen bedrohlich ist der durch das Bienensterben verursachte Mangel an Bestäubern. Kulturpflanzen wie Obstbäume und Erdbeeren sind zur Fortpflanzung und Fruchtbildung genauso auf Insekten angewiesen wie seltene und bedrohte Wildpflanzen.

"Diese Tatsachen sollten für Minister Peter Hauk Grund genug sein, für ein Verbot von Clothianidin zu sorgen. Wir fordern das Verbot verwandter Pestizide seit vielen Jahren - passiert ist nichts. Das Bienensterben ist jetzt die Quittung für diese Untätigkeit", sagen Baumann, Koch und Raff. Gegen den Maiswurzelbohrer helfe auch eine konsequente Fruchtfolge. Dieser Strategie würde die Bienen am Leben lassen, Schäden durch den Maiswurzelbohrer verhindern sowie gleichzeitig für mehr Natur und mehr Leben in der Agrarlandschaft sorgen. "Wenn Clothianidin weiter ausgebracht werden darf, ist das nächste Insekten-Massensterben nur noch eine Frage der Zeit."

Gemeinsame Petition zum Verbot von Clothianidin (135 KB)

Bienensterben 2008: NABU in Aktion

Überblick über NABU-Pressemitteilungen

Hummel

Hummel an Blüte: Auch die dicken Brummer gehören zu den Wildbienen.

NABU kritisiert Wiederzulassung von Bienengift
Bundesbehörde ignoriert Vorsorgeprinzip bei Pestizidprüfung
25.06.2008

NABU: Giftanschläge auf Biene-Mayas Freunde beenden!
Zumeldung zur dpa-Meldung "Auch Wildinsekten könnten durch Pflanzenschutzmittel geschädigt sein"
20.06.2008

Bienensterben: Diese NATURA 2000-Gebiete sind betroffen
NABU fordert Soforthilfe des Landes für geschädigte Natur
17.06.2008

NABU zum Bienensterben: Biologische Vielfalt entschädigen!
Entschädigungsfonds muss Schäden nach dem Umweltschadensgesetz ausgleichen / Rückgrat der Natur durch Giftbeize bedroht
03.06.2008

NABU: "Wildbienen sterben einsam, still und leise"
Bienensterben: Schnelle Ursachenanalyse und giftfreie Landwirtschaft nötig
14.05.2008

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