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Hoffnungsschimmer für Bienen
Hoffnungsschimmer für Bienen
Vorläufiges Verbot des Bienenkillers Clothianidin
Chance für Bienen
11. Februar 2009 -
Der NABU begrüßt, dass das Nervengift Clothianidin weiterhin nicht für die Beizung von Mais verwendet werden darf. Diese Entscheidung hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am 9. Februar bekannt gegeben. Clothianidin gehört zur Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide und ist für das katastrophale Bienensterben am badischen Oberrhein verantwortlich, das zahlreichen Wildbienen und 12.000 Honigbienenvölkern das Leben kostete.
„Es ist richtig, dass die Nervengifte der Neonicotinoide nicht zur Maisbeizung genutzt werden dürfen. Das BVL ist mit dieser Entscheidung seiner Verantwortung für Mensch und Natur gerecht geworden“, sagt der NABU-Landeschef Dr. Andre Baumann. „Allerdings darf das eine Gift nicht durch ein anderes ersetzt werden.“ Das BVL hat gestern zudem bekannt gegeben, dass das Insektizid „Mesurol flüssig" mit Auflagen wieder genutzt werden darf.
Blühende Landschaften für Bienen
Baumann betont, dass der traditionelle Fruchtfolgewechsel das Mittel der Wahl sei, um den Maiswurzelbohrer aus dem Badener Land zu vertreiben. Würde endlich nicht mehr Mais auf Mais auf Mais angebaut, könne dem Maiswurzelbohrer seine Lebensgrundlage entzogen werden – ganz ohne Gift und ohne Nebenwirkungen.
„Wir fordern unseren Landwirtschaftsminister Peter Hauk auf: Sorgen Sie dafür, dass der Maiswurzelbohrer auf Nulldiät gesetzt wird und decken Sie so mit blühenden Landschaften den Tisch für Schmetterlinge, Honig- und Wildbienen", sagt Baumann.
10. Februar 2009
Petition gegen Bienen-Gift eingereicht
Zum "Tag der deutschen Imkerei" am 5. Juli 2008
Honigbiene
"Wir fordern das Land Baden-Württemberg auf, das für das Bienensterben verantwortliche Insektengift sofort aus der Landwirtschaft zu verbannen. Solche Nervengifte gehören in den fest verschlossenen Giftschrank und nicht auf unsere "cker" - mit diesen Worten reichen am heutigen Freitag der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann, der Landesgeschäftsführer des Deutschen Berufs- und Erwerbs-Imkerbundes Christoph Koch sowie der zweite Vorsitzende des Landesverbandes Badischer Imker Manfred Raff ihre gemeinsame Petition an den Landtag Baden-Württemberg ein. Sie fordern darin das sofortige Verbot des Wirkstoffs Clothianidin, der in den vergangenen Wochen die Vergiftung von ungezählten Wildtieren und rund 330 Millionen Honigbienen verursacht hat - mindestens ein Drittel dieser Bienen dürfte dadurch gestorben sein. Zudem fordern NABU und Imker, dass der Pestizideinsatz in Baden-Württemberg deutlich reduziert wird. Die Petition liegt dem Ausschuss pünktlich zum morgigen "Tag der deutschen Imkerei" (5.7.) vor.
Hummelkönigin
Von amtlicher Seite wurden im Frühsommer 2008 rund 11.500 geschädigte Bienenvölker registriert - für die betroffenen Imker eine katastrophale Zahl. Experten gehen davon aus, dass zudem auch wild lebende Insekten in gewaltigem Ausmaß vergiftet wurden. Der Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim, Dr. Peter Rosenkranz, sprach deshalb bereits von der "größten Vergiftungskatastrophe Deutschlands". Zu den geschädigten Insekten zählen unter anderem auch die über 350 Wildbienen-Arten, die im betroffenen Gebiet am Oberrhein vorkommen. Sie sammeln wie die Honigbiene Pollen und Nektar in Blüten und sind damit in gleicher Weise von der Vergiftung betroffen. Konkrete Hinweise liegen auch für das Sterben von Ameisen vor, die als Hautflügler eng mit den Bienen verwandt sind. Für Natur und Landwirtschaft gleichermaßen bedrohlich ist der durch das Bienensterben verursachte Mangel an Bestäubern. Kulturpflanzen wie Obstbäume und Erdbeeren sind zur Fortpflanzung und Fruchtbildung genauso auf Insekten angewiesen wie seltene und bedrohte Wildpflanzen.
"Diese Tatsachen sollten für Minister Peter Hauk Grund genug sein, für ein Verbot von Clothianidin zu sorgen. Wir fordern das Verbot verwandter Pestizide seit vielen Jahren - passiert ist nichts. Das Bienensterben ist jetzt die Quittung für diese Untätigkeit", sagen Baumann, Koch und Raff. Gegen den Maiswurzelbohrer helfe auch eine konsequente Fruchtfolge. Dieser Strategie würde die Bienen am Leben lassen, Schäden durch den Maiswurzelbohrer verhindern sowie gleichzeitig für mehr Natur und mehr Leben in der Agrarlandschaft sorgen. "Wenn Clothianidin weiter ausgebracht werden darf, ist das nächste Insekten-Massensterben nur noch eine Frage der Zeit."
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Gemeinsame Petition zum Verbot von Clothianidin (135 KB)
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