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Fledermäuse sind faszinierend

Faszinierend. Furchterregend? Fledermäuse

Quartierverlust und -mangel gefährden die Tiere in ihrer Existenz

Graues Langohr

Obwohl Fledermäuse vielen unheimlich sind, sind sie völlig harmlos: Alle bei uns lebenden Arten sind Insektenfresser und damit wichtige Schädlingsbekämpfer. Und wer hätte gedacht, dass manche Fledermäuse noch aus acht Metern Entfernung feststellen können, ob dort vorne eine Stechmücke oder ein winziger Nachtfalter fliegt? Dank ihrer unglaublichen Ultraschall-Orientierung ist das für sie keine Problem.

Seit über 50 Millionen Jahren gibt es Fledermäuse in Deutschland - die letzten 50 Jahre haben sie allerdings an den Rand der Ausrottung gebracht. Weltweit gibt es etwa 950 Fledertierarten. Breitflügelfledermaus, Zwergfledermaus und Wasserfledermaus sind die häufigsten Vertreter der in Deutschland vorkommenden 24 heimischen Arten. Nahrungsmangel, zum Beispiel durch den Einsatz von Insektiziden oder durch den Verlust an landschaftlicher Vielfalt, Quartierverlust und -mangel sind die wichtigsten Ursachen für einen dramatischen Rückgang der Fledermauspopulationen in Deutschland.

Großes Mausohr

Die heimischen Fledermäuse fressen vor allem Insekten. Auch kleine Arten kommen pro Nacht auf 4.000 Mücken. Das Mausohr verdrückt im Laufe des Sommers sogar ein Kilogramm Insekten. Leider lauert in der Beute auch eine Gefahr: Insekten sind vielfach durch Pflanzenschutzmittel oder andere Chemikalien belastet. Die mit der Nahrung aufgesammelten Gifte häufen sich im Fledermauskörper und schwächen die Tiere selbst oder ihren Nachwuchs. So stehen alle diese wendigen Flieger auf der Roten Liste, einige Arten sind vom Aussterben bedroht.

Quartierverlust und -mangel sind weitere Faktoren die unsere Fledermausarten in der Existenz gefährden. Winterquartiere in Höhlen, Stollen oder Kellern wurden verschlossen oder die Tiere dort immer wieder gestört. Sommerliche Tagesschlafplätze fehlen, unter anderem weil in den bewirtschafteten Forsten kein Altholzbestand geduldet wurde. In Dachstühlen verenden die in Kolonien lebenden Säugetiere, wenn zum Beispiel giftige Holzschutzmittel eingesetzt werden oder sie werden vertrieben, weil die Dächer hermetisch verschlossen werden. Auch der Straßenverkehr fordert Opfer unter den Fledermäusen: Mit ihrem sonst so perfekten Ortungssystem können sie sehr schnelle Objekte wie Autos anscheinend nicht richtig erfassen. Die Zahl der zufällig gefundenen "Unfallopfer‘ ist vermutlich nur ein winziger Bruchteil der tatsächlichen Zahl.

Zwergfledermäuse

Fledermäuse sind von Frühjahr bis Herbst aktiv. Im Flug beobachten lassen sie sich nach Einbruch der Dämmerung, denn sie fliegen nachts. Tagsüber suchen sie an ungestörten Orten Unterschlupf. Waldfledermäuse bevorzugen zum Beispiel verlassene Spechthöhlen oder den Spalt hinter loser Rinde. In Gebäuden nutzen sie zum Beispiel Dachböden, Mauerspalten oder andere Hohlräume als Quartier. Den Winter verbringen alle einheimischen Fledermäuse in frostfreien Höhlen, Stollen oder Kellern und halten Winterschlaf.

Nahezu lautlos flattert die Fledermaus durch die Dunkelheit. Bei der Jagd verlässt sich die Fledermaus, auch wenn sie verhältnismäßig gut sehen kann, auf ihren Gehörsinn. Mit ihrer berühmten Ultraschall-Echoortung kann sie sich perfekt orientieren und ihre Beute erfassen. Durch Mund oder, wie bei den seltenen Hufeisennasen, durch die Nase werden Ultraschallaute ausgestoßen und anhand der Echos Distanz, Richtung, Größe, Form und Struktur des Beuteinsekts analysiert. Die "Hörbilder‘ entsprechen in der Auflösung etwas unserem menschlichen farbigen Sehen.

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