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Willkommen daheim, Luchs!

Willkommen daheim, Luchs!

Rückkehr auf leisen Pfoten

Luchs

Der Luchs ist ein sehr heimliches Tier, er meidet den Menschen wo immer es geht.

Der Luchs ist ein sehr großes Säugetier mit einer Schulterhöhe von 50-60 cm und einer Körperlänge von 80-120 cm. Er gehört wie Tiger und Hauskatze zur Familie der katzenartigen Raubtiere (Felidae). Charakteristisch für den Luchs sind die großen, dreieckig zugespitzten Ohren mit dunklen Haarbüscheln (Pinsel) an der Spitze. Sie ermöglichen dem Luchs eine gute Ortung des Schalls.

Vor mehr als 200 Jahren hat ihn in Baden-Württemberg der Mensch mit Gift, Schlageisen und Gewehr ausgerottet. Aber auf leisen Pfoten ist er in den Schwarzwald zurück gekehrt. Der Luchs ist ein sehr heimliches Tier, er meidet den Menschen wo immer es geht. Als Nahrungskonkurrent kann er heute nicht mehr bezeichnet werden. Er jagt bevorzugt kleine Rehe und Gämsen, wobei vor allem kranke und schwache Tiere zu seiner Beute zählen. Für Menschen ist die Katze vollkommen ungefährlich.

Große Flächen für den Fernwanderer
Der Luchs ist ein Waldbewohner. Zur Jagd braucht er Lebensraum, in dem er sich gut verstecken kann, um seiner Beute aufzulauern, also waldreiche Gebiete von ausreichender Größe. Als Fernwanderer benötigt er sehr ausgedehnte Streifgebiete. Aber großflächige, zusammenhängende Naturräume sind selten geworden. Zunehmender Flächenverbrauch und die Zersplitterung der Landschaft durch Autobahnen, Städte und intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen erschweren seine Wanderungen, auf viel befahrenen Fernstraßen kann er leicht zum Verkehrsopfer werden. Aus diesen Gründen ist es wichtig die vorhandenen Gebiete zu bewahren, auszudehnen und miteinander zu vernetzen.

Luchs

Ein Luchs ist leicht zu erkennen.

Den Luchs erkennen
Einen Luchs zu erkennen, ist nicht sonderlich schwer, wenn man ihn tatsächlich vor Augen hat. Meist weisen jedoch nur Spuren auf seine Anwesenheit hin - und da wird es dann doch knifflig. Um einen Luchs anhand einer Trittspur oder anhand eines gerissenen Tiers sicher zu erkennen, muss man ein richtiger Fachmann sein. Hier gibt der NABU Tipps, wie auch Laien Luchsspuren erkennen können. Gewissheit schafft allerdings nur ein Experte, etwa von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg.

Das Fell
Das Fell des Luchses ist im Sommer graugelb bis rötlichbraun gefärbt mit dunklen Flecken. Im Winter geht die Färbung mehr ins graue, das Fell ist dichter und die Fleckung weniger ausgeprägt. Auffällig sind die rund 4 cm langen Ohrpinsel, der Backenbart und der kurze Schwanz (20-25 cm lang, die Spitze ist schwarz). Männliche Tiere wiegen zwischen 15 und 30 kg, die Schulterhöhe beträgt 50 bis 75 cm. Der Luchs wirkt sehr hochbeinig und ist fast ebenso groß wie ein Schäferhund.

Die Beutetiere
Die Beute weist nur wenige Bisswunden auf, meist an der Kehle, seltener im Nacken. Der Abstand der Eckzähne beträgt rund 3,2 cm. Er ist jedoch kein sicheres Erkennungsmerkmal. Scharfe Kralleneingriffe am Körper durchschneiden das Fell bis ins Fleisch. Nach der Mahlzeit wird der Kadaver mit Schnee, Laub oder Gras zugedeckt. Wird er nicht gestört, kehrt der Luchs mehrmals zum gerissenen Beutetier zurück. Am Ende bleiben so nur noch Läufe, Skelett, Kopf, Fell und Verdauungstrakt übrig.

Die Spuren
Im Gegensatz zum Hund zieht der Luchs seine Krallen beim Laufen ein. Nur in steilem Gelände sind manchmal feine, scharfe Krallenmarken sichtbar. Die Abdrücke sind rund 6 bis 8 cm groß. Für einen sicheren Nachweis bedarf es mehrerer Abdrücke.

Der Kot
Die Kotballen sind rund 2,5 cm dick und 3 bis 12 cm lang und liegen meist unter auffälligen Laub- oder Grashäufchen. In der Regel liegen 3 bis 6 Kotballen beieinander. Inhalte können unter anderem Haare oder Knochensplitter sein. Luchskot kann leicht mit Kot des Fuchses verwechselt werden. Sicherheit schafft hier die Laboranalyse.

Der Ruf
Während der Ranz im Februar und März ruft der Luchs mit einem hohen kreischenden Geheul, das in einem Murren endet.

Luchs

Luchse leben in großen Waldungen.

Lebensweise und Lebensraum

Ernährung
Rehe und Gämsen machen den größten Teil der Beute aus. Aber auch Feldhasen, Rothirschkälber, junge Wildschweine, Füchse, Dachse, Marder und Vögel stehen auf seinem Speiseplan. Ein Luchs frisst pro Tag durchschnittlich 1 bis 2,5 Kilogramm Fleisch.

Lebensraum
Luchse leben in großen Waldungen, wo sie sich gut gedeckt an ihre Beute heranschleichen können. Meist meidet der Luchs weiträumige, offene Gebiete. Er ist nicht an besondere Waldtypen gebunden. Das Revier, bzw. Wohngebiet eines weiblichen Luchses (Luchsin oder Katze) ist im Schnitt 10.000 Hektar groß, die der Männchen (Kuder) sind stets größer.

Bestandsentwicklung
Früher war der Luchs in fast ganz Europa verbreitet. Teils wegen seines kostbaren Pelzes, teils weil er als "Jagdschädling" galt, wurde er stark verfolgt und in weiten Gebieten, so auch in Deutschland, ausgerottet. Vor mehr als 200 Jahren hat ihn der Mensch auch in Baden-Württemberg mit Gift, Schlageisen und Gewehr ausgerottet. Aber auf leisen Pfoten ist er in den Schwarzwald zurück gekehrt. 1970 begannen erfolgreiche Wiederansiedlungsversuche, etwa in der Schweiz und in Slowenien. Hinweise auf Luchse im Schwarzwald liegen seit 1988 vor, seit 1998 gelten die Hinweise als sicher.

Schutzstatus


  • Jagdbare Tierart nach Bundesjagdgesetz BJG mit ganzjähriger Schonzeit
  • Rote Liste Deutschland: Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht)
  • FFH-Richtlinie: Anhang II und IV (streng geschützte)

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