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Lerchenfenster für Baden-Württemberg
Lerchenfenster für Baden-Württemberg
Bauernverband und NABU starten Pilotprojekt zum Vogelschutz
Gemeinsam befestigen Joachim Rukwied LBV-Präsident, Betriebsleiter Christian Reutter und NABU-Landesvorsitzende Andre Baumann eine Infotafel. (v. l. n. r.)
25. Juni 2009 -
Sie ist fast 20 Zentimeter groß, braun gefiedert und steigt singend bis zu 80 Meter steil in die Lüfte – die Feldlerche. Der auf der Roten Liste stehende Vogel brütet am Boden, am liebsten auf Äckern und Feldern. Um für die Feldlerche in Baden-Württemberg bessere Brut- und Lebensbedingungen zu schaffen, starten Landesbauernverband (LBV) und NABU heute das Gemeinschaftsprojekt „Lerchenfenster für Baden-Württemberg“. Im Frühjahr haben bereits sieben Landwirte auf freiwilliger Basis sogenannte Lerchenfenster auf ihren Feldern angelegt.
„Mit dem gemeinsamen Projekt des bäuerlichen Berufstands und des NABU legen wir den Grundstein für ein Vogelschutzprojekt, das mit einfachen Mitteln der Feld-lerche einen Lebensraum auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen ermöglicht“, sagte LBV-Präsident Joachim Rukwied beim offiziellen Start des Pilotprojekts am 25. Juni 2009 in Tübingen. Die Feldlerche sei ein Vogel, der ebenso in die heimische Kulturlandschaft gehöre wie die Landwirtschaft selbst.
“Lerchenfenster sind einfach anzulegen, kostengünstig und für die Vögel eine echte Hilfe“, erklärte der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann. „Die Bestände der Feldlerche sind seit 1980 um 50 Prozent eingebrochen, die Situation ist dramatisch. Der einstige ‚Allerweltsvogel’ droht aus unserer Kulturlandschaft zu verschwinden.“ Umso dankbarer zeigte sich Baumann, dass der LBV und die Landwirte mit dem NABU an einem Strang ziehen und das Projekt gemeinsam stemmen.
Bisher beteiligen sich sieben Landwirte aus den Kreisen Tübingen und Reutlingen an dem Vogelschutzprojekt. Auf mehr als 25 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche haben die Bauern mehrere Lerchenfenster angelegt. „Damit sind wir ausgezeichnet in das Projekt gestartet“, sagten Rukwied und Baumann. „Wir hoffen, dass sich viele Bauern bei der Aussaat des Wintergetreides im Herbst beteiligen und weitere Lerchenfenster anlegen.“ Die Fenster werden in Feldern von mindestens fünf Hektar Größe angelegt – vor allem in Getreidefeldern. Dabei heben die Landwirte bei der Saat die Sämaschine für einige Meter an, so dass eine nicht gesäte Freifläche von ungefähr 20 Quadratmeter entsteht, auf der Feldlerchen brüten können und Nahrung finden. Nach der Saat können die Landwirte die Lerchenfenster zusammen mit dem restlichen Acker ganz normal bewirtschaften.
Das Gemeinschaftsprojekt soll mit einem Monitoring durch Ehrenamtliche der örtlichen NABU-Gruppen begleitet werden, die die Feldlerchenpopulation beobachten. Schon jetzt bewirbt der Fachbereich Landwirtschaft im Landratsamt Sigmaringen die Lerchenfenster beim bäuerlichen Berufstand.

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