Mehr Vielfalt an Gebäuden, in Gärten und Kommunen
Breites Bündnis für Biodiversität trifft sich im Bad Cannstatter Neckarpark-Quartier
Die Kooperationspartner im Projekt Mensch.Natur bei der ersten gemeinsamen Projektveranstaltung - Foto: NABU/Katja Wörner
Stuttgart – Die Natur muss nicht draußen bleiben: In Gärten, an Gebäuden und in Parks kann jeder Quadratmeter Lebensraum für Vögel, Fledermäuse und Insekten werden. Das NABU-Projekt „Mensch.Natur – natürlich.zusammen.leben.“, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird und im November 2025 gestartet ist, zeigt, wie biologische Vielfalt im Siedlungsraum erhalten und gefördert werden kann.
Am Freitag, den 12. Juni 2026, trafen sich Vertreterinnen und Vertreter des NABU, der Fördermittelgeber sowie zwölf weiterer Kooperationspartner zur ersten gemeinsamen Projektveranstaltung. Der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle stimmte auf die Zusammenarbeit ein: „Vom Naturschutz über die Kirchen zu den Städten und Gemeinden gemeinsam mit den Praktikerinnen und Praktikern aus Handwerk, Planung und Verwaltung: Das breite Bündnis, in dem wir uns heute treffen, ist ein besonderes Signal für die biologische Vielfalt“, betonte er. „Indem wir unsere Stärken und Netzwerke bündeln, können wir einen wirklichen Unterschied machen.“
Schmetterlinge, Schwalben, Schwammstadt
Mensch.Natur bearbeitet drei Themenbereiche, damit vor Ort Refugien für Wildpflanzen und wildlebende Tiere entstehen. Neben der naturnahen Gestaltung von Grünflächen und Gärten geht es in dem Projekt um Artenschutzmaßnahmen für gebäudebewohnende Vogel- und Fledermausarten sowie die biodiversitätsfreundliche Klimaanpassung von Städten und Gemeinden.
Mithilfe des Projekts können sich alle, die sich in Kommunen und Kirchengemeinden um Grünflächen oder Gebäude kümmern, sowie Garten- und Landschaftsbauer*innen, Energieberatende, Handwerker*innen und Architekt*innen fortbilden, um Biodiversität im Rahmen ihrer Arbeit zu fördern. Kommunen, Kirchen, Vereine und soziale Einrichtungen erhalten außerdem finanzielle Unterstützung.
„Wir freuen uns darauf, innerhalb der sechsjährigen Projektlaufzeit die Begeisterung für biologische Vielfalt in die Fläche zu tragen, sodass neue Lebensräume für viele verschiedene Tiere und Pflanzen im Siedlungsraum entstehen. Mensch.Natur geht dabei weit über Baden-Württemberg hinaus“, unterstreicht Aniela Arnold, Gesamtprojektleiterin beim NABU. In den drei Themenfeldern entwickelt und verbreitet das Projekt in einem bundeslandübergreifenden Netzwerk vorbildliche Lösungen, die deutschlandweit Anwendung finden und als Vorbild dienen sollen.
Blick auf das Neckarpark-Quartier - Foto: NABU/Aniela Arnold
Vom Güterbahnhof zum nachhaltigen Quartier
Bei einer Exkursion rund um den Veielbrunnenpark im Stuttgarter Neckarpark-Quartier konnten die Teilnehmenden die Projektinhalte live erleben: Welche Pflanzen eignen sich für biodiversitätsfreundliche Außenflächen und Gebäudebegrünung? Wie schafft man Lebensstätten für Fledermäuse und Vögel an Neubauten? Wie lässt sich Vogelschlag an Glas verhindern? Die Expertinnen aus dem Projektteam und Rainer Kapp, Klimatologe bei der Stadt Stuttgart, berichteten, wie auf der Fläche eines ehemaligen Güterbahnhofs dank durchdachter Stadtentwicklung klimaresilienter Lebensraum für verschiedene Arten entstehen kann.
Hintergrund
Ziel des Projektes „Mensch.Natur – natürlich.zusammen.leben.“ des NABU Baden-Württemberg sowie weiterer zwölf Kooperationspartner ist es, die biologische Vielfalt im Siedlungsraum zu erhalten und zu stärken – in Gärten und Kirchengemeinden, auf öffentlichen Grünflächen und an Gebäuden. Mensch.Natur läuft von 2025 bis 2031 und wird gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie durch das Umweltministerium Baden-Württemberg.
Die Kooperationspartner im Projekt Mensch.Natur sind die badischen und württembergischen evangelischen Landeskirchen und katholischen Diözesen, Städtetag und Gemeindetag Baden-Württemberg, die Architektenkammer Baden-Württemberg, die Akademie für Umwelt und Naturschutz Baden-Württemberg, der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e. V., der Volkshochschulverband Baden-Württemberg, der Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg sowie der Landesverband für Gebäudeenergieberater, Ingenieure, Handwerker e. V. Baden-Württemberg.
Mehr zum Projekt
Gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnern erhalten und stärken wir die biologische Vielfalt und die Klimaresilienz in Siedlungsräumen – in Gärten und Kirchengemeinden, auf öffentlichen Grünflächen und an Gebäuden. Mehr →
