Die „Natur nah dran“-Kommunen
Alle Geförderten im Überblick
Im ganzen Land erblühen im Rahmen von „Natur nah dran“ bunte Wildstaudenflächen und artenreiche Wildblumenwiesen. Hier sind die teilnehmenden Städte und Gemeinden im Überblick. Mehr →
Verleihung der Teilnahme-Urkunde an Böblingen mit Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz, Staatssekretär Andre Baumann und dem NABU-Landesvorsitzendem Johannes Enssle - Foto: Uli Regenscheit
Die Stadt Böblingen ist für ihr Engagement im Kooperationsprojekt „Natur nah dran“ zur Förderung der biologischen Vielfalt auf öffentlichen Grünflächen ausgezeichnet worden. Bei einem Besuch am 13. Februar übergaben Staatssekretär Dr. Andre Baumann und der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle die Projektteilnahme-Urkunde an Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz.
Als eine von 15 Kommunen des Projektjahrgangs 2023/2024 hat Böblingen das Projekt erfolgreich abgeschlossen und fünf öffentliche Grünflächen mit einem Umfang von insgesamt 2.500 Quadratmetern in artenreiche Wildblumenflächen und Wildstaudensäume umgewandelt.
Die Methode des Kooperationsprojekts wurde inzwischen auch beim ersten Abschnitt der Baumaßnahme in der Calwer Straße auf rund 1.000 Quadratmetern angewendet. Hier wurde eine salzverträgliche Wildblumen-Mischung für Bankette eingesetzt. Im Zuge des zweiten Bauabschnitts ab Frühjahr 2026 werden dann weitere rund 6.000 Quadratmeter entsprechend angesät.
Qualifizierte Pflege stärkt die Biodiversität
Bei einer gemeinsamen Begehung im Stadtgarten an der Murkenbachbrücke überzeugten sich Staatssekretär Dr. Andre Baumann und NABU-Landeschef Johannes Enssle gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt vom Erfolg der Umgestaltung.
Dr. Baumann lobte das Engagement der Kommune: „Böblingen macht vor, was „Natur nah dran“ auszeichnet: Gut geschulte Mitarbeitende, die mit Fachwissen und Begeisterung artenreiche Wildpflanzenflächen anlegen und pflegen. Dieses Know-how befähigt Kommunen, dauerhaft weitere Flächen insektenfreundlich zu gestalten. Das ist vorbildlich – und ein starkes Signal an andere Städte und Gemeinden.“
NABU-Landesvorsitzender Enssle: Naturnahe Flächen machen Kommunen klimaresilient
Der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle betonte neben dem Artenschutz die Bedeutung naturnaher Grünflächen angesichts des Klimawandels: „Wenn Sommer heißer und trockener werden, stoßen klassische Rasenflächen schnell an ihre Grenzen. Mehrjährige Wildpflanzen sind deutlich robuster: Ihre tiefreichenden Wurzeln erschließen Wasserreserven und selbst nach Trockenphasen regenerieren sie sich aus dem Samenpotenzial im Boden. Deshalb sehen wir naturnah gestaltetes öffentliches Grün als zukunftsweisend für alle Kommunen und freuen uns, dass Böblingen diesen Weg gewählt hat.“
Oberbürgermeister Dr. Belz: Bürgerinnen und Bürger zum Nachmachen motivieren
Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz unterstrich den Mehrwert des Projekts für Böblingen: „Artenschutz und Klimaanpassung betreffen gerade auch uns als Stadt. Die Schulungen im Projekt haben uns Rückenwind gegeben, diese Themen konsequent und professionell weiterzuverfolgen.“ Besonders wichtig sei die Vorbildwirkung: „An gut besuchten Orten wie dem Stadtgarten oder dem Ganssee zeigen wir ganz konkret, wie artenreiche Flächen aussehen können. Damit wollen wir auch die Bürgerschaft und andere Kommunen zum Nachmachen motivieren.“
Ergänzend zu den Projektflächen setzt Böblingen weitere kreative Akzente im Artenschutz: Zwei Strukturelementboxen mit Totholz, Sandarium und Steinhaufen bieten zahlreichen Insekten zusätzlichen Unterschlupf und Lebensraum. Beim Projekt „Bridge to Be(e)“ wurden die Balken einer abgerissenen Brücke weiterverwendet, zu Nistplätzen für Wildbienen umgebaut und anschließend von Kindern künstlerisch gestaltet. Umgesetzt wurde das Kunst- und Naturprojekt in Kooperation mit der Kunstpädagogin Laura Zimpfer vom Fachbereich Bildende Kunst der Musik- und Kunstschule Böblingen.
Hintergrund:
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Grünflächen, die mit „Natur nah dran“ angelegt wurden, sollen langfristig Lebensraum für Insekten und andere Tiere bieten. Mit der richtigen Pflege gelingt das. Erfahren Sie hier, wie die Flächen einige Jahre nach dem Projekt aussehen. Mehr →