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Ökolandbau

Vorteile gegenüber der konventionellen Landwirtschaft

Vor 100 Jahren wurden die ersten Konzepte zum ökologischen Landbau entwickelt. Dennoch bewirtschaften heute die allermeisten Landwirtinnen und Landwirte ihre Äcker und Wiesen immer noch nach konventionellen Methoden (u.a. mit chemisch-synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln).

Ökologische Landwirtschaft - Foto: Ingo Ludwichowski

Ökologische Landwirtschaft - Foto: Ingo Ludwichowski

Dabei hat der ökologische Landbau – gerade auch auf die gesellschaftlich relevanten Bereiche wie Klima, Wasser, Boden und Biodiversität – entscheidende Vorteile gegenüber der konventionellen Landwirtschaft. Neben den vielen Vorteilen, erzeugt der ökologische Landbau aber einen geringeren Ertrag pro Hektar im Vergleich zum konventionellen Anbau. Aber auch mit dem ökologischen Landbau könnten wir uns ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgen, vor allem da nur 30 Prozent des in Deutschland geernteten Getreides direkt der menschlichen Ernährung zugutekommt, 70 Prozent landen überwiegend im Futtertrog oder im Tank.

Erfreulicherweise stieg der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln sowie die verkaufte Menge in den letzten Jahren kontinuierlich an.

Das Land Baden-Württemberg hat sich im Biodiversitätsstärkungsgesetz klare Vorgaben zum ökologischen Landbau gegeben: Bis 2030 sollen 30 bis 40 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche im Land ökologisch bewirtschaftet werden. Leider steigen die Zahlen zur Anbaufläche nur sehr langsam, so dass deutschlandweit Ende 2024 nur 11,4 Prozent und in Baden-Württemberg 15,3 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche nach – kontrollierbaren – ökologischen Kriterien bewirtschaftet wurden.

Sehr viele Studien, auch aus landwirtschaftlichen Forschungsinstituten und Ministerien, belegen klar, dass der ökologische Landbau in den meisten Bereichen der konventionellen Landwirtschaft überlegen ist, so z. B. bei Humusaufbau, Bodenstruktur, Artenvielfalt, Nützlingen, Fruchtfolge, Tierhaltung, Grundwasser, Oberflächengewässern und chemischen Rückständen in der Umwelt:

  1. Gut für das Wasser: Keine chemisch-synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie weniger Stickstoff und Tierarzneimittel als in der konventionellen Landwirtschaft: Damit schont der Ökolandbau die Oberflächengewässer und das Grundwasser. Ökologisch bewirtschaftete Böden nehmen viel Wasser auf und schützen so das Umland vor Überschwemmung.  
  2. Gut für den Boden: Viel Wasser zu speichern, macht Böden widerstandsfähig bei Trockenheit und weniger anfällig für Erosion. Ökologisch bewirtschafteten Flächen gelingt das durch eine gute Humusstruktur und ein aktives Bodenleben mit vielen Regenwürmern. Die Bodenversauerung ist im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft geringer – auch das sorgt für langfristig gesunde, fruchtbare Böden.   
  3. Gut für das Klima: Ökobetriebe setzen auf eine sorgfältige Bodenbearbeitung. Diese Arbeitsweise führt zu einem lockeren, feinkrümeligen Untergrund und unterstützt den Humusaufbau. In der Folge bindet der Boden mehr Kohlenstoff und setzt weniger Lachgas frei. Ökobetriebe nutzen Nährstoffe und Energie effizient, etwa durch geschlossene Kreisläufe und den Verzicht auf energieintensive, synthetische Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel.  Die klimaschädliche Fütterung von südamerikanischem Soja entfällt.  
  4. Gut für die Artenvielfalt : 23 Prozent mehr blütenbesuchende Insekten, 35 Prozent mehr Feldvögel und 95 %Prozent mehr Ackerwildkräuter: Auch mit Blick auf die Artenvielfalt in der Feldflur ist der Ökolandbau gegenüber der konventionellen Bewirtschaftung klar im Vorteil. Gentechnik ist im Ökolandbau verboten. 
  5. Gut für die Gesundheit: Chemisch‑synthetische Pflanzenschutzmittel verbreiten sich über Wind, Wasser oder Staub in der Umwelt. Diese Rückstände können krank machen: So ist Parkinson als Folge dieser Anwendung als Berufskrankheit in der Landwirtschaft anerkannt. Der Ökolandbau verzichtet auf diese Stoffe. Auch Nutztiere leben im Ökolandbau gesünder: Sie haben mehr Platz und Weidegang als in der konventionellen Landwirtschaft. Ihre Euter, Klauen und Beine sind gesünder und Schweine werden nicht verstümmelt.  
  6. Ein gutes Gefühl: Die Kriterien des Ökolandbaus sind gesetzlich festgelegt und werden regelmäßig und streng kontrolliert. Diese verbindlichen Regelungen schaffen Verlässlichkeit und Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher.  

Aus diesen Gründen setzen wir uns für den Ausbau des ökologischen Landbaus in Baden-Württemberg ein.

Unsere Arbeit: Wir stehen hinter dem Ziel des Landes, den ökologischen Landbau bis 2030 auf 30 bis 40 Prozent zu steigern und stellen die Vorteile dieser Anbauweise immer wieder heraus. Als gute Diskussionsgrundlage werden wir die wichtigsten Vorteile des Ökolandbaus, die wissenschaftlich belegt sind, in einem Flyer zusammenstellen. Zudem entwickeln wir regelmäßig neue Vorschläge, wie der ökologische Landbau besser gefördert und unterstützt werden kann.

In einer Kooperation mit Alnatura unterstützt der NABU auf Bundesebene seit mehr als zehn Jahren Landwirtinnen und Landwirte, die auf Ökolandbau umstellen möchten. Dabei sind bereits mehr als 21.000 Hektar auf eine nachhaltige, ökologische Bewirtschaftung umgestellt worden: Ökolandbau-Förderung: Gemeinsam Boden gut machen

Unsere Position: Der ökologische Landbau hat gegenüber der konventionellen Bewirtschaftung klare Vorteile, dies kommunizieren wir aktiv. 


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