Igel unterwegs: Wer raschelt denn da im Laub?
Im Herbst fressen sich Igel die nötigen Fettreserven für den Winter an. In einem naturnahen Garten finden sie genug Nahrung. Mehr →
Igel im Laub - Foto: NABU/BerndKunz
5. September 2025 – Igel entdeckt? Glückwunsch! Die Insektenjäger sind jetzt im Herbst vermehrt unterwegs, um sich für den Winterschlaf ausreichend Speck anzufuttern. Der NABU in Baden-Württemberg ruft dazu auf, zwischen 19. und 29.September beobachtete Igel zu melden. Die bundesweite Mitmachaktion kann dabei helfen, mehr über ihre Anzahl und ihre Wanderwege zu erfahren, aber auch über Gefahren. Deshalb ist es wichtig, auch überfahrende Igel zu melden. „Der Herbst ist für Igel eine wichtige Zeit. Jetzt müssen sie genügend Futter finden, um den Winterschlaf bis zum Frühjahr zu überstehen. Kommt der Frost, legen Igel ein sicheres Winternest in einer Erdmulde, unter Hecken oder Reisig- und Laubhaufen an und schlüpfen bei Dauerfrost in ihr Versteck“, sagt NABU-Artenschutzreferentin Alexandra Ickes. Leider sind Igel durch den Verlust an Lebensraum und Gefahren wie Straßenverkehr und Mähroboter zunehmend bedroht. „Damit die stacheligen Säugetiere bei uns genügend Insekten und Regenwürmer finden, müssen sie sicher und frei durch möglichst naturnahe und vielfältige Gärten und Parks streifen können“, erklärt Ickes.
Der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) ist die auch im Südwesten heimische Igelart. Er zählt mit Maulwürfen und Spitzmäusen zur Ordnung der Insektenfresser. Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv. Sie kommen mit 12 bis 25 Gramm und rund 100 kleinen Stacheln zur Welt. Später werden Igel, je nach Alter und Geschlecht, zwischen 20 und 30 Zentimeter groß und wiegen ausgewachsen etwa 800 bis 1.500 Gramm. Später umgibt sie ein Stachelkleid mit bis zu 8.000 Stacheln. Igel sehen schlecht, riechen und hören aber sehr gut.
Auf Mähroboter möglichst verzichten
Im Autoland Baden-Württemberg mit seinen 27.500 Kilometern Bundes-, Landes- und Kreisstraßen haben es Igel besonders schwer, sicher über Straßen zu kommen, die fast überall ihre Lebensräume durchschneiden. Weil die Zahl der Insekten seit Jahren stark abnimmt und Gärten mit Zäunen ohne Durchschlupf abgeriegelt oder als Steinwüsten angelegt werden, müssen Igel nachts auf Futtersuche immer weitere Wege gehen – und damit mehr Straßen überqueren. Von besenderten telemetrierten Igeln weiß man, dass sie nachts viele Kilometer zurücklegen. „Bitte helfen Sie den stachligen Gesellen, indem Sie im Herbst nachts auf Straßen an Grünflächen besonders langsam und bremsbereit fahren. Und indem Sie für geeignete Lebensräume sorgen“, appelliert Ickes an alle Naturfreundinnen und -freunde. Mit naturnahen Gärten, Kompost- und Laubhaufen, Igelhäuschen und Wasserstellen kann man Igel gezielt unterstützen. Auf Mähroboter und Freischneider sollte man hingegen am besten verzichten. Denn kurze Rasenflächen bieten Insekten und damit Igeln keine Nahrung. Durch diese Gartengeräte werden zudem viele Igel verletzt oder gar getötet. „Machen wir Baden-Württemberg wieder zum Igel-Länd“, ruft Ickes dazu auf, die kleinen Säuger im Südwesten zu unterstützen.
Citizen Science: Melden und besser schützen
Die Mitmachaktion „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“ ist eine Initiative von Deutscher Wildtier Stiftung, NABU|naturgucker, Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Deutscher Gartenbau-Gesellschaft 1822 e. V., NABU und Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV). Ziel ist, ein langfristiges Monitoring zu Verbreitung und Vorkommen von Igel und Maulwurf in Deutschland zu etablieren. Die Daten fließen in eine wissenschaftliche Studie des Leibniz-Instituts ein, die das Risiko von Igeln untersucht, im Straßenverkehr zu verunglücken. Daraus werden dann Rückschlüsse für Artenschutzmaßnahmen abgeleitet. Jede Meldung hilft, mehr über das Vorkommen der Tiere und die Risiken auf der Straße für sie zu erfahren.
Igel-Hilfe auf einen Blick:
Unter Igel & Maulwurf lassen sich Beobachtungen mit Datum und Fundort eintragen, ein Foto hinzufügen und Hinweise zum Fund dokumentieren.
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