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Mehr ...Große Ehrung für Streuobst-Vielfalt
Streuobstbestände in Baden-Württemberg ausgezeichnet
Feierliche Einweihung des NABU-Obstsortenparadies Schloss Ellwangen mit (v.li.) Dr. Stefan Hor-rer und Detlef Kolb (beide Vermögen und Bau BW, Amt Schwäbisch Gmünd), Dr. Gisela Splett (Staatssekretärin im Finanzministerium), Dr. Markus Rösler (NABU-BFA Streuobst), Andrea Frank-Bührer (NABU BW) und Volker Grab (Bürgermeister Ellwangen/Jagst). - Foto: NABU
9. Februar 2026 – „Damit haben wir bundesweit 692 verschiedene Obstsorten gesichert, davon aktuell 424 Sorten auf mindestens zwei Hochstämmen. Das Land Baden-Württemberg leistet über den Landesbetrieb Vermögen und Bau einen bundesweit vorbildlichen Beitrag zum Erhalt der regionalen Sortenvielfalt“, begründete Dr. Markus Rösler, Sprecher des NABU-Bundesfachausschuss Streuobst und Vertreter des NABU-Bundesverbandes, bei der Einweihung die besondere Ehrung.
Ziel der 2018 eingeführten Auszeichnung ist es, auf die Bedeutung von Obstsorten und Hochstamm-Obstbäumen für die Biodiversität und gesunde Ernährung aufmerksam zu machen. „Bis 2030 wollen wir über 1.000 Obstsorten auf je zwei Hochstamm-Obstbäumen gesichert haben“, so Rösler.
In ihrem Grußwort dankte Finanzstaatssekretärin Dr. Gisela Splett besonders den Mitarbeiter*innen von Vermögen und Bau Schwäbisch Gmünd, die sich um die Fläche kümmern: „Streuobstwiesen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Kulturlandschaft, wertvolle Lebensräume und liefern regionale Lebensmittel. Unser Amt betreut hier mit Unterstützung durch den Landschaftserhaltungsverband Ostalbkreis 1.221 Obstbäume und wir wissen, dass es sich um mindestens 102 verschiedene Obstsorten handelt. Die Anlage unterhalb von Schloss ob Ellwangen geht dabei auf eine lange Historie zurück. So soll Katharina von Württemberg 1818 angeregt haben, das staatliche Schlossgut neu mit Obstbäumen zu bepflanzen.“
Andrea Frank-Bühler vom NABU-Landesvorstand Baden-Württemberg lobte das Land Baden-Württemberg mit der Domäne Ellwangen: „Streuobstwiesen sind ein Hotspot der Artenvielfalt für ganz Mittel- und Westeuropa. Die Hochstamm-Bäume rund um das Schloss Ellwangen mit über 1.200 gut gepflegten Bäumen, das ist eine große Leistung.“ Annette Meidert vom NABU-Vorstand in Ellwangen verwies auf die vielfältigen Bedeutungen der Streuobstwiese: „Wer weiß, ob nicht die Sorten hier in Ellwangen später bei der Obstsortenzüchtung wichtig werden, beispielsweise bei der Suche nach Resistenzen oder als Hoffnungsträger im Klimawandel.“
Hintergrund
Streuobstwiesen Landesdomäne Schloss Ellwangen:
Vermögen und Bau Schwäbisch Gmünd betreut in Ellwangen knapp vier Hektar Streuobstwiesen mit dem Ziel, den Lebensraum Streuobstwiese und die Obstsortenvielfalt zu erhalten. Auf den Streuobstwiesen rund um das ebenso landschaftsprägende Schloss stehen insgesamt 655 hochstämmige Obstbäume aller heimischen Obstarten: Äpfel, Birnen, Süß- und Sauerkirschen, Zwetschgen, Pflaumen, Quitten, Walnüsse und Wildobst wie Speierling und Elsbeere. Vermögen und Bau betreut mindestens 102 verschiedene Obstsorten, darunter Regionalsorten wie der Heslacher Gereutapfel und seltene Sorten wie die von der Insel Man stammende Apfelsorte Rambour Mortier. Durch die gute fachliche Pflege ist der komplette Bestand trotz eines hohen Befallsdrucks aus der Umgebung mistelfrei. Die Fläche ist Teil eines Naturschutzgebiets.
„NABU-Obstsortenparadiese“:
Um „NABU-Obstsortenparadies“ zu werden, muss eine Streuobstanlage mindestens 50 verschiedene Obstsorten enthalten, die je auf mindestens zwei Hochstamm-Obstbäumen gesichert sind. NABU-Obstsortenparadiese müssen einen Bildungsauftrag erfüllen und daher öffentlich begehbar sein. Am Eingang steht mindestens eine bundesweit einheitliche Infotafel und die Obstbäume sollten idealerweise mit Sortenschildern versehen sein. Des Weiteren ist eine dauerhafte Sicherung des Standortes und eine naturverträgliche Nutzung ohne synthetische Pestizide und synthetische Düngemittel vorgeschrieben. Zudem ist es wichtig, dass die Bäume mindestens 180 Zentimeter Stammhöhe besitzen. Das entspricht nicht nur der formalen Norm, sondern erleichtert die Bewirtschaftung und ist naturschutzfachlich von Bedeutung. Denn Spechte zimmern ihre Bruthöhlen in der Regel nur in Hochstamm- und nicht in Halbstamm-Bäume.
Bisherige Auszeichnungen:
Rheinischer Obstsortengarten Wassenberg / NRW
Streuobstwiese Chemnitz-Hilberbersdorf / Sachsen
Obst-Gen-Garten Bad Schönborn / BW
Streuobstwiesen Bad Nauheim / Hessen
www.NABU.de/natur-und-landschaft/landnutzung/streuobst/sorten/26441.html
Infos und Service-Leistungen rund um Streuobstbau und Obstsorten mit Streuobst-Rundbrief, Streuobst-Materialversand, Streuobst-Qualitätszeichen, nach Bundesländern sortierten Adressen von Mostereien, Brennereien und Baumschulen und mehr: www.Streuobst.de
