Mit einer NABU-Geschenkpatenschaft für Wildbienen oder Greifvögel und Eulen schenken Sie Ihren Lieben ein ganz besonderes Stück Natur.
Mehr ...Windenergie und Naturschutz sichern
Verbände fordern verlässliche Rahmenbedingungen für die Energiewende in Baden-Württemberg
Foto: NABU/Norman Schiwora
24. Februar 2026 - Der zügige Ausbau der Windenergie bleibt ein wichtiges Thema: Heute beschäftigten sich Ministerpräsident Kretschmann und Umweltministerin Walker in der Landespressekonferenz mit der Beschleunigung der Genehmigung von Windenergieanlagen (siehe PM). Bundesweit arbeitet Wirtschaftsministerin Reiche an verschiedenen Stellen daran, Attraktivität und Wirtschaftlichkeit von Windenergieanlagen zu begrenzen und am kommenden Freitag, den 27. Februar 2026, geht Fridays for Future für mehr Klimaschutz auf die Straße.
Die Folgen der Klimakrise – steigende Temperaturen, Hitzewellen, Dürren und Starkregen – verursachen bereits heute hohe wirtschaftliche Schäden und setzen Natur, Artenvielfalt und menschliche Gesundheit massiv unter Stress. Ein schneller und verlässlicher Ausbau der Windenergie ist daher kein optionales Klimaschutzprojekt, sondern eine zentrale Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit von Baden-Württemberg und weltweit, so die drei Verbände.
Windenergie ist Schlüssel zur Transformation
Baden-Württemberg steht vor einem stark wachsenden Bedarf an erneuerbarem Strom – insbesondere für die Transformation der Industrie, die Wärmewende, Elektromobilität, die Dekarbonisierung der Industrie und die fortschreitende Digitalisierung. Neben der Photovoltaik ist die Windenergie die tragende Säule einer klimaneutralen und resilienten Energieversorgung. Wer ihren Ausbau verzögert, gefährdet nicht nur die Klimaziele, sondern auch Investitionen, Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg.
„Wer Ausbauziele infrage stellt oder Investitionsbedingungen verschlechtert, riskiert Stillstand bei der Energiewende. Für Unternehmen braucht es jetzt Planungssicherheit statt neuer Unsicherheiten“, so Julia Wolf, Vorsitzende des BWE Landesverbands Baden-Württemberg.
Damit der Windenergieausbau in Baden-Württemberg wirtschaftlich tragfähig bleibe, müsse sich die neue Landesregierung auf Bundesebene entschieden für den Erhalt des Referenzertragsmodells einsetzen. Ohne dieses Ausgleichsinstrument geraten Standorte in Süddeutschland ins Hintertreffen.
Klima- und Naturschutz für die Erhaltung der Lebensgrundlagen
„Klima- und Naturschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, betont Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg. „Wer jetzt beim Ausbau der Erneuerbaren zögert, gefährdet beides – Klima und Biodiversität. Der Ausbau der Windenergie ist unverzichtbar für den Schutz unserer Lebensgrundlagen, erfordert aber zugleich wirksame Maßnahmen zum Erhalt von Arten und Lebensräumen.“
Derzeit hinkt die Umsetzung solcher Naturschutzmaßnahmen in vielen Fällen hinterher. „Um windenergiesensible Vogel- und Fledermausarten wirksam zu schützen, müssen ausreichend Flächen zur Aufwertung ihrer Lebensräume bereitgestellt werden. Artenschutz braucht dafür mehr als gute Konzepte: Er erfordert verlässlich finanzierte und personell gut ausgestattete Artenhilfsprogramme, um diese gemeinsam mit der Forst-, Land- und Wasserwirtschaft umzusetzen“, ergänzt Johannes Enssle, Landesvorsitzender des NABU BW, und unterstreicht: „Verzögert sich die Umsetzung von Artenhilfsprogrammen weiter oder bleibt ganz aus, gefährdet das nicht nur die betroffenen Arten, sondern untergräbt auch die Akzeptanz der Windenergie. Für Baden-Württemberg gehen wir von einem mittelfristigen Bedarf von rund 20 bis 30 Millionen Euro jährlich aus, ein dauerhafter Grundstock von etwa 15 Millionen Euro pro Jahr ist notwendig. Ein Teil der Mittel kann aus dem nationalen Artenhilfsprogramm stammen, das durch Kompensationszahlungen für Netzausbau- und Windenergieprojekte finanziert wird. Akzeptanz für Windenergie entsteht nur, wenn Ausbau und Artenschutz strukturell und strategisch zusammengedacht werden.“
Die Verbände sind sich sicher: Ob Baden-Württemberg seine Klimaziele erreicht, seine wirtschaftliche Stärke sichert und den Schutz von Natur und Artenvielfalt glaubwürdig voranbringt, entscheidet sich in den kommenden Jahren. Maßgeblich wird sein, ob die neue Landesregierung den Ausbau der Windenergie und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen entschlossen fortführt.
Zentrale Forderungen der Landesverbände von BWE, BUND und NABU Baden-Württemberg:
Die drei Verbände fordern die künftige Landesregierung auf,
- verlässliche politische Rahmenbedingungen zu sichern, um den Ausbau der Windenergie zu beschleunigen,
- sich auf allen Ebenen für verlässliche Netzanschlüsse einzusetzen,
- die erreichte Geschwindigkeit bei Genehmigungsverfahren beizubehalten,
- sich auf Bundesebene klar für den Erhalt des Referenzertragsmodells einzusetzen und
- Artenschutz und Energiewende konsequent gemeinsam zu planen und ausreichend Ressourcen für Artenhilfsprogramme bereitzustellen.
