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Mehr ...Großmuscheln im Porträt
Teichmuschel ist die häufigste Muschelart
Muscheln im Vergleich - Foto: Finn Zenker
| Name: | Gemeine Teichmuschel | Kleine Fluss/Bachmuschel | Malermuschel |
|---|---|---|---|
| Wissenschaftlich | Anodonta anatina | Unio crassus | Unio pictorum | Merkmale (siehe Bestimmungsschlüssel) | Eiförmig, ungleichmäßig dick, dreieckig gewinkelt | Eiförmig, dickwandig, gleichmäßig gerundet, Unterrand meist gerade | schmal, spitz-zungenförmig, Ober- und Unterrand parallel | Gewässer | Stillgewässer | Fließgewässer | Fließ- und Stillgewässer | Verbreitung (nach Nagel und Pfeiffer, 2026) | Seen in ganz Baden-Württemberg | Oberschwaben, Oberrheinebene, wenige Neckarzuflüsse, Nord-BW | Isolierte Restvorkommen in Rhein, Kocher, Tauber, Jagst, Donau sowie wenige Seen | Häufigkeit | Häufig | Selten | Sehr selten | Rote-Liste BW (2006) | Vorwarnliste | Vom Aussterben bedroht | gefährdet |
Gemeine Teichmuschel (Anodonta anatina)
Gemeine Teichmuschel (Anodonta Anatina) - Foto: Finn Zenker
Die Teichmuschel ist die häufigste Muschelart und in ganz Europa verbreitet. Neben Stillgewässern wie Seen werden auch fließende Gewässer wie die gesamte Jagst besiedelt. Am Bodensee erlitt sie einen starken Bestandsdrückgang, vermutlich durch die Konkurrenz der Quaggamuschel. Die Art ist sehr anpassungsfähig und stellt wenig Ansprüche an das Gewässer. Ein wichtiger Wirtsfisch ist zum Beispiel der Flussbarsch. Eine Gefährdungsursache ist z.B. das Ablassen von Fischweihern oder das Ausbaggern von Gräben. Dabei kann der See nach dem Ablassen abgesucht und die Muscheln in ein anderes Gewässer gesetzt werden. Nach dem Ausbaggern kann man den Schlamm nach Muscheln absuchen und sie wieder ins Gewässer zurücksetzen.
Kleine Flussmuschel/Bachmuschel (Unio crassus)
Kleine Flussmuschel - Foto: Finn Zenker
Die in ganz Europa und Vorderasien verbreitete Art weist viele Unterarten auf. Die Art war ursprünglich sehr häufig und wurde als Viefutter genutzt. Die 220 Teilpopulationen in Baden-Württemberg stellen ein Viertel aller Populationen in Mitteleuropa dar. Es ist also eine Verantwortungsart. Größere Populationen gibt es an der Schutter, Elz, Jagst, Eyach und Eschach. Eine systematische Erfassung von Großmuscheln findet nicht statt. Deswegen kommt es immer mal wieder vor, dass neue Populationen in Baden-Württemberg entdeckt werden! Trotzdem sind viele Populationen sehr klein und isoliert. Die Art ist vom Aussterben bedroht,obwohl sie anpassungsfähig ist.
Malermuschel (Unio pictorum)
Malermuschel - Foto: Finn Zenker
Die Bestände gehen seit Jahren zurück und verschwinden fast vollkommen. Es gibt nur wenige größere Populationen im Rhein, an Kocher, Tauber oder Jagst. Einzelne Seen in Oberschwaben sind ebenfalls besiedelt. Das zeigt, dass die Art eigentlich sehr anpassungsfähig ist. Da sie aber meist an den Unterläufen von Gewässern vorkommt, ist die chemische Belastung des Wassers durch z.B. Rückstände der Chemieindustrie oder Medikamente höher. Das könnte eine Gefährdungsursache sein. Zudem zeigt sich auch hier: Es findet keine Erfassung der Großmuscheln statt, man weiß wenig über die aktuellen Vorkommen. Wichtige Wirtsfische sind Schleie, Rotauge, Gründling oder Döbel.
Stand: 5. März 2026
Zum Autor:
Finn Zenker ist ehrenamtlicher Fachbeauftrager für Fließgewässer und aquatischen Artenschutz beim NABU BW. Zurzeit studiert er Landschaftsplanung und Naturschutz. In der Freizeit setzt er sich für Fließgewässer und deren Lebewesen, insbesondere Muscheln und Flusskrebse, ein.
Weitere informationen
Sie besitzt eine annährend dreieckige mandelförmige Schale mit einem variablen Muster – mal mit dunklen Linien, mal mit einem Zickzack-Schwenker – wird bis zu 40 mm groß und macht einen unscheinbaren Eindruck, der allerdings trügt – die Quaggamuschel (Dreissena rostriformis bugensis). Mehr →
