Neues vom NABU Baden-Württemberg
Newsletter
Melden Sie sich für unseren Newsletter an. Wir informieren auch über unser politisches Engagement. Mehr →
Landtag 2026 - Foto: Uli Regenscheit
„Baden-Württemberg hat gewählt. Der NABU gratuliert Spitzenkandidat Cem Özdemir und den Grünen zum Wahlsieg. Auch wenn die doppelte Naturkrise aus Klimawandel und Artenverlust nicht im Mittelpunkt des Wahlkampfes stand – die gravierenden Probleme lösen sich nicht von selbst. So wie eine schwächelnde Wirtschaft Planungssicherheit braucht, gelingt der Schutz von Natur und Klima nur durch eine aktive Politik. Abstriche beim Umwelt- und Naturschutz zugunsten des Wirtschaftswachstums lehnt laut einer repräsentativen Umfrage eine klare Mehrheit der Befragten (64 Prozent) in Baden-Württemberg ab. Der gestrige Wahlkrimi hat gezeigt: Viele Menschen in Baden-Württemberg wünschen sich eine Politik, die Wirtschaft, Klima- und Naturschutz nicht gegeneinander ausspielt, sondern zusammendenkt.
Die sich neuformierende Landesregierung tut gut daran, dieses Signal ernst zu nehmen und den Naturschutz in Baden-Württemberg finanziell und inhaltlich weiter zu stärken. Die Ziele des Biodiversitätsstärkungsgesetzes gilt es weiterhin konsequent umzusetzen – wie es Grüne, CDU und SPD im Wahl-Check der Umweltverbände zugesagt haben“, sagt Enssle. Zentrale Ziele sind 40 Prozent Ökolandbau, die Halbierung des Pestizideinsatzes, ein Biotopverbund auf 15 Prozent der Landesfläche und Rückzugsräume für Insekten und Vögel auf zehn Prozent der Ackerflächen.
Für den NABU ist klar: Der Schutz der Biodiversität gelingt nur, wenn der Klimawandel gebremst wird. „Beim Klimaschutz darf die neue Regierung daher trotz des Gegenwinds aus Berlin nicht nachlassen – im Gegenteil: Sie muss deutlich ambitionierter werden, um die fatalen Rückschritte von CDU und SPD beim Klimaschutz auf Bundesebene zu kompensieren“, sagt der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle.
Wir haben den fünf Parteien Grüne, CDU, SPD, FDP und Die Linke dazu zwölf Fragen gestellt. Die Antworten finden Sie in unserer Übersicht. Darüber hinaus laden wir zum NABU-Veranstaltungsangebot zur Landtagswahl ein.

*Hinweis zur Graphik: Hier sind die Antworten der Parteien auf die Fragen von NABU und BUND in der Reihenfolge der Fraktionsgröße im Landtag aufgelistet. Die derzeit nicht im Landtag vertretene Partei „Die Linke“ ist etwas abgesetzt dargestellt, laut aktuellen Umfragen ist es wahrscheinlich, dass sie in den Landtag einziehen wird. Die AfD vertritt antidemokratische Positionen und steht im Widerspruch zu den Werten des NABU. Deshalb wurde sie entsprechend der durch den Bund-Länder-Rat beschlossenen NABU-Position nicht befragt. Die NABU-Position zum Umgang mit der AfD finden Sie hier
Klares Bekenntnis zur EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur
Positiv ist, dass alle Parteien die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (EU-WVO) unterstützen. Sie soll Moore, Wälder, Flüsse und Auen im Sinne des Nature Restoration Law wieder in einen guten Zustand versetzen. Zuvor hatten CDU und FDP die Abschaffung dieser Verordnung gefordert – dafür hat der NABU Landesagrarminister Peter Hauk (CDU) mit dem Negativpreis „Dino des Jahres“ ausgezeichnet.
Tempolimit und Flächenverbrauch sind Streitpunkte
Grüne, SPD und Die Linke befürworten ein Tempolimit, CDU und FDP lehnen es ab. Verkehrsexperten bestätigen, dass ein Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen nicht nur Staus verhindern, sondern auch 2,6 Millionen Tonnen CO₂ jährlich einsparen würde. Beim Flächenverbrauch setzen sich Grüne und Die Linke für die schnelle Umsetzung der Netto-Null ein, während SPD und FDP sich dagegenstellen. Die CDU spricht sich gegen die Netto-Null als starre Obergrenze aus, will aber allgemein sparsamer mit Fläche umgehen.
Naturschutz braucht Fläche
Bereits im Jahr 2024 hatten die Umweltverbände die Netto-Null beim Flächenverbrauch mit einem Volksantrag in den Landtag eingebracht. Sie beriefen sich damit auf den grün-schwarzen Koalitionsvertrag, der dieses Ziel bis 2030 anstrebt. Obwohl der Volksantrag die notwendige Zahl der Unterschriften erreicht hatte, sind wirksame Maßnahmen gegen den Flächenverbrauch vor allem am Widerstand von CDU-geführten Ministerien gescheitert.
„Der stetig voranschreitende Flächenfraß ist eines der gravierendsten Umweltprobleme unseres Bundeslandes und bedroht nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die Lebensqualität in unserer Heimat“, so der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle. „Eins muss daher klar sein: Neben den finanziellen Mitteln braucht es für Naturschutz vor allem auch Flächen. Es ist positiv, dass sich Grüne, CDU und SPD für die Umsetzung von Artenhilfsprogrammen einsetzen wollen. Ankündigungen reichen aber nicht aus, denn für die Umsetzungen werden Flächen benötigt.“
Appell des NABU
Die Wahl am 8. März bietet die Chance, die Zukunft Baden-Württembergs aktiv zu gestalten. „Schauen Sie sich die Parteiprogramme an und nutzen Sie Ihre Stimme, für Arten-, Natur- und Klimaschutz und die Sicherung unserer Lebensgrundlagen“, fordert Enssle.
Allgäuer Moorlandschaft - Foto: NABU/Jan Bolender
Wir befinden uns in einer Zwillingskrise. Klimawandel und Artensterben bedrohen unsere Lebensgrundlagen und sind eine existenzielle Herausforderung. Der Forderungskatalog von BUND und NABU bündelt für zehn zentrale Bereiche konkrete Maßnahmen für ein zukunftsfähiges Baden-Württemberg.
• Biodiversitätsstärkungsgesetz konsequent umsetzen
• Gebiete zur Realisierung von Artenhilfsprogrammen ausweisen
• Vollzugsdefizite bei den Kompensationsmaßnahmen beheben
• Europäische Wiederherstellungsverordnung umsetzen: 30 % der Ökosysteme renaturieren
• Biodiversitätsstärkungsgesetz konsequent umsetzen: Pestizidreduktion um 50 % und Ausbau des Ökolandbaus auf 40 % bis zum Jahr 2030
• Naturschutz muss sich lohnen: Echte Anreize statt Verlustausgleich für Umweltmaßnahmen
• Wasserverbrauch senken und wassersparende Technik fördern
• 10 % Naturwälder: Mindestens ein Zehntel der Waldfläche muss sich ohne menschlichen Einfluss entwickeln dürfen
• Ökologische Mindeststandards für die Forstwirtschaft im Landeswaldgesetz festschreiben
• Transparenz und Bürgerbeteiligung im Staatswald: Die Gesellschaft muss mitreden dürfen
• Förderprogramm für Wasserrückhalt im Wald: Förderung
• Schwammstädte und Schwammlandschaften: Förderung von Maßnahmen zur Wasserrückhaltefähigkeit von Böden, um Hochwasserspitzen zu mindern und mehr Wasser in Trockenperioden bereitzustellen
• Für eine zukunftsfähige Versorgung mit sauberem Trinkwasser darf die Neubildung von Grundwasser nicht weiter durch Flächenversiegelung behindert oder unterbunden werden, vor allem im Engeren Wasserschutzgebiet (Zone II) oder sonstigen für die Grundwasserneubildung wichtigen Flächen.
• Bestehende Drainagen müssen in einem landesweiten Kataster erfasst und wo möglich rückgebaut werden.
• Gewässerentwicklungskorridore schaffen: Mehr Raum für Flüsse durch die Schaffung von Auenlandschaften, um Hochwasserschutz zu verbessern und wertvolle Lebensräume zu erhalten bzw. zu entwickeln.
• Transparenz und Wasserentnahmeentgelt: Einführung einer flächendeckenden Erfassung von Wasserentnahmen und eines Wasserentnahmeentgelts für alle Bereiche, einschließlich der Landwirtschaft
• Festlegung eines CO₂-Restbudgets
• Sicherstellung von Messbarkeit, Verbindlichkeit und der Berücksichtigung sozialer Gerechtigkeit im Klimamaßnahmenregister
• Stärkung des Klimasachverständigenrates
• Erweiterung des CO₂-Schattenpreises auf alle öffentlichen Beschaffungs-/Bauvorhaben und Klimavorbehalt für alle Vorhaben – Planungen, Baumaßnahmen, Förderprogramme und Gesetze
• Keine Planung klimaschädlicher Vorhaben
• Festschreibung von Klimaschutz als kommunale Pflichtaufgabe • Vermeidung von CCS/CCU
• Konsequente Umsetzung der Klimawandelanpassungsstrategie, die das Land 2023 vorgelegt hat
• Verpflichtung von großen Kreisstädten, Stadt- und Landkreisen, Klimaanpassungskonzepte nach § 12 Bundes-Klimaanpassungsgesetz zu erstellen
• Auflegung von Förderprogrammen zur Umsetzung der in den Klimaanpassungskonzepten definierten Maßnahmen
• Unterstützung und Ausweitung der Wärmeplanung
• Unterstützung von Wärmenetzen und energetischer Gebäudesanierung
• Erarbeitung eines Konzepts zur Stilllegung von Erdgasnetzen
• Erweiterung der Beteiligungsmöglichkeiten von Bürger*innen an erneuerbaren Energien
• Verzicht auf eine übermäßige Fokussierung auf neue Gaskraftwerke
• Kein weiterer Straßenneu- und Ausbau ohne gleichzeitige Entsiegelung in mindestens gleichem Umfang (Straßenbaumoratorium)
• Verstärkte Förderung von Push-Maßnahmen: Anreize für den Umweltverbund immer in Verbindung mit gleichzeitigen Einschränkungen für den motorisierten Individualverkehr (kein Pull ohne Push)
• Beschleunigte Umsetzung der fünf Verkehrswendeziele des Landes bis 2030
• 100 % Elektromobilität im gesamten öffentlichen Verkehr bis 2030
• Verpflichtende Aufstellung von Klimamobilitätsplänen und Aktionsplänen Klima, Mobilität und Lärmschutz flächendeckend für alle Kommunen
• Landesinitiative zur Einführung einer Regelgeschwindigkeit von 30km/h innerorts
• Verankerung verbindlicher Flächenschutzziele in der Landes- und Regionalplanung: Nettonull bis 2035, 2,5-Hektar-Zwischenziel
• Landesweite Einführung verpflichtender Flächenkontingente
• Einführung verbindlicher Mindestwohnbaudichten in der Landes- und Regionalplanung
• Verpflichtende Erhebung kommunaler Flächenreserven im Innenbereich: Baulücken- und Leerstandskataster
• Keine Neuausweisung von Gewerbegebieten über den örtlichen Bedarf hinaus
• Konsequente Überprüfung von Bauleitplänen auf Ebene der Regierungspräsidien
• verbindliche Kriterien für nachhaltigen Bau und Sanierung
• Anpassung der Landesbauordnung: Verbot von Stellplatzsatzungen mit Schlüssel >1.
Melden Sie sich für unseren Newsletter an. Wir informieren auch über unser politisches Engagement. Mehr →
Eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag von NABU und BUND zeigt: Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung in Baden-Württemberg befürworten die Rückkehr von Wolf (71 Prozent) und Biber (76 Prozent). Mehr →
Wie wichtig ist den Menschen in Baden-Württemberg der Natur- und Umweltschutz? Dies zeigt knapp einen Monat vor der Landtagswahl eine repräsentative forsa-Umfrage. Mehr →
Fünf Jahre nach Inkrafttreten des Biodiversitätsstärkungsgesetzes, das aus dem Volksbegehren Artenschutz „Rettet die Bienen“ in Baden-Württemberg hervorging, stellen NABU, BUND, LNV und proBiene heute (3.1.) auf den Naturschutztagen am Bodensee eine Halbzeitbilanz zu dessen Umsetzung vor. Mehr →
Wie wichtig ehrenamtlicher Naturschutz für den Erhalt der Arten und ihrer Lebensstätten ist, davon machte sich SPD-Landeschef Andreas Stoch bei einer Natur-Exkursion rund um Königsbronn ein Bild. Der NABU hatte den Landespolitiker dazu eingeladen. Mehr →
Am Kaiserstuhl haben sich Cem Özdemir, Grünen-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, und der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle auf die Spuren des Wiedehopfs begeben. Mehr →
Blühflächen für Insekten, Nisthilfen für Gebäudebrüter und Bäume als Klimaanlagen in der Stadt – um Chancen für Klima, Mensch und Natur aufzuzeigen, hat der NABU mit dem CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel einen Spaziergang rund um das Landtagsgebäude gemacht. Mehr →
Erfolgreicher Naturschutz braucht eine freiheitliche Demokratie als Grundlage. In Zeiten des gesellschaftlichen Rechtsrucks steht der NABU besonders für seine antidiskriminierenden Werte ein und fordert alle Naturschutzmacher*innen zum Nachahmen auf. Mehr →
Lebensräume schaffen und vernetzen, Städte klimaresilient machen und Insekten schützen: Wie das vor Ort gelingen kann, stand im Mittelpunkt eines Naturschutzspaziergangs des NABU in Wendlingen am Neckar. Mehr →
Der NABU fordert einen Wandel hin zu einer naturverträglichen Landwirtschaft, in der Kornblumen blühen können und auch Feldlerchen wieder eine Heimat finden. Hier sind EU und Landesregierung gefragt, Landwirtinnen und Landwirte ausreichend zu fördern. Mehr →
Freie Flächen sind in Deutschland ein knappes Gut. Auch in Baden-Württemberg geht man verschwenderisch mit der Ressource Fläche um. Freie Äcker und Wiesen werden vor allem als Baulandreserven angesehen und Schritt für Schritt überbaut und versiegelt. Mehr →
Trockenheit und Hitzerekorde im Sommer, Stürme und Starkregen in Herbst und Winter - der Klimawandel ist mittlerweile Realität. Jetzt müssen wir die Anstrengungen verdoppeln, um das Schlimmste zu verhindern. Mehr →
Melden Sie sich für unseren Newsletter an. Wir informieren auch über unser politisches Engagement. Mehr →
Mit einer NABU-Geschenkpatenschaft für Wildbienen oder Greifvögel und Eulen schenken Sie Ihren Lieben ein ganz besonderes Stück Natur.
Mehr ...