Wir suchen Flächen für den Kiebitzschutz
Aktuelle Infos für landwirtschaftliche Betriebe
Wir möchten den Kiebitzschutz in Baden-Württemberg 2026 erweitern und suchen landwirtschaftliche Betriebe, die am Projekt "KiebitzLand" teilnehmen. Sie erhalten eine Ausgleichszahlung in Höhe von 1.400 Euro/Hektar für Ackerland und 900 Euro/Hektar für Grünland.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Projektleiter Lars Stoltze
Telefon: 0711.96672-36
Lars.Stoltze@NABU-BW.de
„Kie-witt, kie-witt!“ Der Ruf des Kiebitzes ist selten geworden. Denn seine Lebensräume sind es auch: Vielerorts fehlen Landschaften mit offenen Bodenstellen und flachen Tümpeln, an denen der Bodenbrüter nach Nahrung sucht. Artenreiche Wiesen, Weiden und Überschwemmungsflächen haben in der intensiv genutzten Agrarlandschaft kaum noch Platz. Neben dem Verlust an Lebensraum gefährden der hohe Pestizideinsatz, aber auch Flächenfraß, extreme Witterungen, Fressfeinde und Störungen durch Menschen die vom Aussterben bedrohten Vögel. In Baden-Württemberg sank der Bestand bis 2016 auf 300 bis 400 Brutpaare, Tendenz abnehmend. Damit ist der Kiebitz-Bestand seit 1992 im Südwesten um etwa 92 Prozent eingebrochen.

Neuer Aufschwung für den Kiebitz
Trendumkehr bei den Bestandszahlen ist das Ziel
Geeignete Lebens- und Rückzugsräume finden und schützen: Das ist die Hauptaufgabe des NABU-Projekts „KiebitzLand – Hier wächst die Artenvielfalt“. Das Vorhaben wird gefördert durch das Umweltministerium Baden-Württemberg. Über fünf Jahre hinweg entstehen landesweit 12 Kerngebiete für den Kiebitz. Diese Flächen bieten den Tieren optimale Lebensbedingungen, so dass sie erfolgreich brüten und sich in der Agrarlandschaft wieder ausbreiten können. Zusätzlich wird es „Kiebitz-Inseln“ geben. Dort beschützen Zäune und Nestkörbe die brütenden Vögel und ihr Gelege während dieser sensiblen Zeit. Denn von Fuchs, Marder, Waschbär und von Greifvögeln geht eine große Gefahr für Kiebitze aus.
Die ersten vier Kerngebiete sind im Frühjahr 2025 schon bereit für die aus dem Winterquartier zurückkehrenden Kiebitze. In Ammerbuch (Landkreis Tübingen), Dunningen (Landkreis Rottweil), Sauldorf (Landkreis Sigmaringen) und Bad Dürrheim (Schwarzwald-Baar-Kreis) wurden optimale Lebensräume geschaffen. Dort gibt es nun Blänken und eine Schutzzäunung gegen Füchse. Bäume und Sträucher wurden entfernt, da sie Greifvögeln als Ansitzwarte dienen.
Das Wasser kehrt zurück: Impressionen von den ersten Projektflächen
Kiebitzschutz braucht viele helfende Hände
Partnerschaftliche Landwirtschaft ist der Schlüssel
Ohne engagierte Menschen kann der Kiebitz in der Agrarlandschaft nicht überleben. Damit Baden-Württemberg wieder „KiebitzLand“ wird, setzt das Projekt auf die Zusammenarbeit mit den Landwirtinnen und Landwirten. Ihre Bereitschaft zu einer naturverträglicheren Bewirtschaftung ihrer Flächen ist der Schlüssel für den Schutz des Kiebitzes, aber auch anderer stark gefährdeter Arten des Offenlandes, wie Rebhuhn, Braunkehlchen und viele Amphibienarten. Das kann bedeuten, auf die Entwässerung einer Fläche zu verzichten oder sie ackerbaulich verändert zu nutzen. Als Gegenleistung erhalten die Landwirtinnen und Landwirte eine Entschädigung für ihren Ertragsausfall. Im günstigsten Fall gibt es vierbeinige Unterstützung bei der Flächenbewirtschaftung: Wo es möglich ist, werden Rinder auf den Projektgebieten weiden. Durch ihre Trittspuren auf feuchtem Untergrund entstehen die offenen Bodenstellen, die der Kiebitz zur Nahrungssuche braucht.
Gebietsbetreuerinnen und -betreuer werden rund um die Kerngebiete und Kiebitz-Inseln im Einsatz sein. Sie kontrollieren die Zäune und Nestschutzkörbe und zählen die Tiere. Dadurch arbeiten Landwirtschaft und Artenschutz Hand in Hand, um dem Kiebitz und anderen bedrohten Arten Lebensraum zu bieten. Dieses System der partnerschaftlichen Landwirtschaft soll langfristig nach Projektende in das Agrarfördersystem des Landes übernommen werden. Denn die Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Artenschutz ist entscheidend, um das KiebitzLand zu gestalten.
Weitere Informationen zum Kiebitz






