Warum es den kleinen Glücksboten immer schlecht

Schwalben in Gefahr

Schwalben haben es zurzeit nicht leicht in Deutschland und auf ihren Zugrouten. Die Probleme in ihren Brutgebieten reichen von fehlenden Nistmöglichkeiten über zu wenig Materialen zum Nestbau bis hin zur Nahrungsknappheit.
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Rauchschwalbe sitzt auf Drahtzaun
Die Rauchschwalben finden bei uns immer weniger Nistmöglichkeiten und Nahrung.© Foto: Mathias Schäf

Unsere Schwalben haben immer mehr Probleme und ihr Bestand geht zurück. Dabei sind sie und andere gebäudebewohnende Tierarten und ihre Lebensstätten gesetzlich geschützt (BNatSchG §44). Sie dürfen nicht gestört, getötet oder beseitigt werden. Wer alte Ställe und Gebäude, in denen Vögel oder Fledermäuse leben, ersetzt oder saniert, benötigt eine Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde. Und nur wenn die Tiere nicht anwesend sind, darf gebaut und saniert werden. Bei unseren Flugkünstlern gibt es da einfach Möglichkeiten ihnen zu helfen und sie zu unterstützen.

Ein Problem der Schwalben ist, dass sie immer weniger Nistmöglichkeiten finden. Schwalben sind standorttreu und kommen jedes Jahr immer wieder an ihr Nest zurück. Bei der Modernisierung vieler Gebäude, Scheunen und Ställen wird oft nicht an die immer wiederkehrenden Schwalben gedacht. Es werden Nester entfernt und nicht ersetzt oder Einflugluken in Ställe geschlossen. Glatte Außenwände an modernisierten Gebäuden verhindern, dass das Nistmaterial der Mehlschwalben haftet. Hier wären eine raue Fassade und künstliche Nester ein guter Ausgleich. Aus engen, geschlossenen Ställen werden moderne, luftdurchflutete Offenställe. Was für die Hoftiere gut und lobenswert ist, bedroht die Rauchschwalbe. Die großen Hallen haben meistens glatte Wände und Balken, auf denen ihr Nistmaterial nicht haftet. Zudem zieht es in Offenställen, was der Rauchschwalbe nicht gefällt. Um ihre Jungen großzuziehen, benötigt sie dringend geschützte und möglichst dunkle Ecken. Um es den Rauschwalben auch in zugigen Offenställen gemütlich zu machen, wurden Schwalbenboxen und -winkel aus Holz entwickelt. So sind in den letzten Jahren Rauchschwalben erfolgreich in die modernen Stallungen umgesiedelt.

Zudem sind die Glücksboten vielerorts von Menschen nicht mehr erwünscht. Vor allem, weil sie die Hauswände verunreinigen. Dafür gibt es aber eine simple Lösung: Einfach ein Brett unter dem Nest anbringen, das die Hauswand sauber hält und so aktiv zeigt, dass man naturverbunden ist und etwas für die Natur tut.

Ein weiteres Problem betrifft die Materialien zum Nestbau. Viele Schwalbenarten benötigen dazu Lehm. Durch die zunehmende Asphaltierung von Feldwegen, die Befestigung von Flussufern und die zunehmende Versiegelung von Flächen finden die kleinen Glücksboten aber immer weniger Lehmpfützen. Hier kann mit angelegten Lehmpfützen ausgeholfen werden.

Auch die Nahrung der Schwalben wird immer knapper. Durch die Versiegelung der Landschaft, den Verlust artenreicher Wiesen und durch den Einsatz sehr wirksamer Herbizide und Insektizide gibt es immer weniger Insekten für die kleinen Vögel. Eine naturnahe Umgebung und der Verzicht auf Pestizide hilft ihnen, ihre Jungen groß zu ziehen.

Der NABU ruft deshalb dazu auf, diesen besonderen Vögeln mehr Beachtung zu schenken und ihn zu unterstützen. Dafür wurde 2010 eigens die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ ins Leben gerufen. Bei dieser Aktion würdigt der NABU all jene Haus- und Hofbesitzer/-innen mit einer Plakette, die Schwalben an ihren Gebäuden und in ihren Ställen brüten lassen und das Brutgeschehen sogar durch das Aufhängen von „Starthilfen“ für den Nestbau oder die Anlage einer Lehmpfütze fördern. Hotels, Pensionen und Restaurants profitieren von dieser gut sichtbaren Auszeichnung, die den Betrieb als schwalben- und damit auch als naturfreundlich auszeichnet.

Wenn nicht genügend Platz geboten wird, können Sie mit Schwalbenwinkeln für geeignete Plätze sorgen und die Wohnungsnot verringern. Hier geht's zum Flyer.

Sie finden den Flyer auch hier im Shop.

Hier finden Sie die Anleitung zu den Schwalbenwinkel und deren Anbringung.

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