Kinder fragen - der NABU antwortet
Der NABU hilft und beantwortet typische Kinderfragen
Wieso, weshalb, warum? Kinder sprudeln über vor lauter Fragen und bringen damit so manche Eltern in Verlegenheit. Deswegen hat der NABU Baden-Württemberg es sich zur Aufgabe gemacht, zumindest ein paar Kinderfragen über die Natur zu beantworten.
Kühe haben normalerweise ein Jungtier. Doch dem Kälbchen stehen vier Zitzen zum Trinken zur Verfügung. Hat sich die Natur da verrechnet? Nein, mit Mathematik hat das gar nichts zu tun. Mehr →
Wer kennt es nicht: Die Apfelschnitze in eurer Vesperbox sind braun geworden und sehen unappetitlich aus. Doch kein Grund zur Sorge, da sie immer noch problemlos gegessen werden können und noch genau so lecker sind! Mehr →
Die farbigen Flügel sind sehr wichtig für Schmetterlinge. Sie zeigen, ob es sich um ein Männchen oder um ein Weibchen handelt und die bunten Farben schrecken die Feinde der Falter ab. Doch wie entstehen die bunt gemusterten Flügel? Mehr →
Der Ameisenlöwe ist eine Larve der Ameisenjungfer. Und auch wenn sie „Löwen“ heißen, sind Ameisenlöwen für uns Menschen nicht gefährlich. Die kleinen Insekten stellen jedoch für andere Tiere - vor allem für Ameisen - eine reale Gefahr dar. Mehr →
Wenn ein Mensch seinen Kopf mehrmals mit voller Wucht gegen etwas Hartes stößt, hat er eine Gehirnerschütterung. Doch der Specht verspürt aufgrund seines Körperbaus nicht einmal Kopfschmerzen. Mehr →
Wenn Apfelsaft gepresst wird, ist er zuerst immer trüb. Klarer Apfelsaft ist gefilterter naturtrüber Apfelsaft, und ist zwar frei von sogenannten Schwebstoffen, enthält aber auch weniger gesunde Inhaltsstoffe, die Krebs vorbeugen können. Mehr →
Wie überleben Fische im Winter, wenn das Eis gefroren ist? Wie werden Fische unter der Eisdecke mit genug Sauerstoff versorgt? Und warum erfrieren Fische nicht? Mehr →
Manche Schnecken haben praktischer Weise ihr Haus immer mit dabei. Zahlreiche Schneckenarten brauchen ihr Schneckenhaus jedoch nicht. Woran liegt das? Und worin unterscheiden sich "nackte" Schnecken von Schnecken mit Haus sonst noch? Mehr →
Warum haben manche Blätter im Frühling eine rote Färbung anstatt einer grünen? Im Herbst ist das normal, aber was bewirkt die rote Farbe der Blätter im Frühling? Mehr →
Ameisen leben nicht gerne allein und bauen sich deshalb ein Nest. Die Nester, von uns häufig Ameisenhaufen genannt, können über einen Meter hoch werden und können nochmal mindestens genauso tief in die Erde gehen. Warum machen die Ameisen ihre Hügel so groß? Mehr →
Ja das stimmt! Die Zapfen, die im Wald am Boden liegen, sind nicht von der Tanne, sondern von Fichten, Lärchen oder Kiefern. Denn reife Tannenzapfen fallen auseinander und liegen deswegen nie als Ganzes am Boden. Mehr →
Die unterirdisch grabenden Maulwürfe verbringen den Großteil ihres Lebens in einem selbst gegrabenen, unterirdischen Gangsystem. Doch manchmal kommt der Maulwurf aus seinem Tunnelnetz um sich ein neues Revier zu suchen. Mehr →
Noch mehr spannendes Wissen zum Ausklappen:
Warum werden Blätter im Herbst bunt?
Chlorophyll – so heißt der Farbstoff, der Blättern ihre grüne Farbe gibt. Dieses Blattgrün, auch Chlorophyll genannt, ist für Pflanzen ein wertvoller Stoff und muss deshalb jedes Jahr vor dem Erfrieren im Winter geschützt werden.
Die Bäume ziehen das wichtige Blattgrün in ihre Äste und Stämme zurück und lagern es dort vor der Kälte. Sobald das Grün weg ist, kommen bei den Blättern all die Farbstoffe zum Vorschein, die sonst durch das Blattgrün überlagert werden: Zum Beispiel gelbe und braune Farbstoffe.
Neu gebildet werden zudem rote. Sie wirken wie eine Sonnencreme und schützen die Blätter vor der Sonne bis alles Blattgrün sicher im Baum eingelagert wurde. Wenn der Rückzug des Blattgrüns abgeschlossen ist, bildet der Baum zwischen Ast und Blatt eine Korkschicht aus und trennt es somit ab. Dann reicht meist schon ein leichter Wind und das Blatt fällt zu Boden.
Wie können Grashalme so lang werden, ohne umzuknicken?
Grashalme wachsen und wachsen - aber sie knicken nicht um. Warum das so ist? NABU-Landwirtschaftsreferent Jochen Goedecke erklärt, welches Konzept dahintersteckt - und warum wir Menschen den Einfall der Natur geklaut haben.
Wenn es im Frühjahr oft regnet, können die Landwirtinnen und Landwirte das Gras nicht schneiden, um Heu für ihre Tiere daraus zu machen. Es wird bei dem vielen Regen gar nicht trocken! Die Grashalme wachsen dann länger und länger – aber sie knickten nicht um. Warum das so ist? „Das liegt an den Leitbündeln im Inneren der Halme“, erklärt NABU-Landwirtschaftsreferent Jochen Goedecke. Leitbündel kannst Du dir wie Rohre aus Pflanzenfasern vorstellen. Sie bringen Wasser und Nährstoffe vom Boden bis in die Spitze des Grashalmes. Auf dem Weg dorthin versorgen sie alle Zellen. Die Leitbündel können sich gut biegen. Deshalb neigt sich der Halm im Wind zur Seite, aber bei Windstille steht er plötzlich wieder aufrecht.
Vielleicht ist Dir an einem Grashalm auch schon einmal eine dickere Stelle aufgefallen? Sie sieht aus wie ein kleiner Knoten. „An diesen Stellen gehen Pflanzenfasern quer durch den hohlen Halm und halten ihn von innen fest zusammen“, sagt Jochen Goedecke. Diesen tollen Einfall der Natur haben wir Menschen geklaut: Der Stuttgarter Fernsehturm ist nach der gleichen Idee gebaut.
Warum summen Mücken?
Wer kennt es nicht: Es ist Sommer, es ist warm und abends vor dem Einschlafen summt eine Mücke um den Kopf. An Einschlafen ist nun nicht mehr zu denken. Doch warum summen die Tiere?
Was uns um den Schlaf bringen kann, hat für die Mücken eine besondere Bedeutung. Die Tiere ziehen beim Fliegen ihre Muskeln beim Flügelschlag zusammen und entspannen diese anschließend wieder. Da diese Bewegungen äußerst schnell geschehen und dadurch außerdem die umgebenden Luftmoleküle in Schwingungen geraten, entsteht ein Schall, den der Mensch als Summen wahrnimmt.
Mückenmännchen und -weibchen summen sogar in unterschiedlich hohen Frequenzen. Dabei erzeugen Mückenmännchen ein höheres Geräusch, da sie schneller mit den Flügeln schlagen als die Weibchen. Dadurch können die Tiere erkennen, um welches Geschlecht es sich handelt.
Warum haben Tiere Schwänze?
Es gibt kaum ein Körperteil, das für so Unterschiedliches eingesetzt werden kann, wie der Schwanz eines Tieres. Für manche Affen dient er als zusätzliche Hand beim Hangeln in den Bäumen. Biber nutzen ihn als Ruder. Hunde, um untereinander zu „sprechen“.
Fuchs und Eichhörnchen nutzen das Anhängsel um sich unter seinem kuscheligen Fell zu wärmen. Katzen schaffen es dank ihres Schwanzes auch bei wilden Sprüngen immer, die Balance zu halten. Pferde verscheuchen damit Fliegen.
Warum der Mensch keinen Schwanz hat? Bei uns hat dieser keine Funktion mehr, wir brauchen ihn weder für die Balance noch als Decke. Deshalb hat er sich im Lauf der Evolution zurückgebildet. Selten werden Menschen noch mit einem Schwanz am Steißbein geboren. Dies nennt man dann Atavismus.
Müssen Fische auch trinken?
Das kommt darauf an, wo sie leben. Fische, die in Flüssen vorkommen, müssen kein Wasser trinken. Sie nehmen über ihre Haut ständig Wasser auf. Die Körpersäfte des Fisches haben einen höheren Salzgehalt als das Wasser. Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen, strömt Wasser in die Tiere ein. Damit sie nicht platzen, scheiden sie dieses aktiv aus – indem sie ständig „Pipi machen“.
Ganz anders ist dies bei Fischen, die im Meer leben. Im Meer ist der Salzgehalt des Wassers höher als der in den Körpersäften der Fische. Deshalb strömt die ganze Zeit Wasser aus den Fischen hinaus in die Umgebung. Die Fische müssen diesen Verlust an Wasser wettmachen, in dem sie viel trinken. Mit speziellen „Entsalzungsanlagen“ in den Kiemen oder durch Drüsen werden sie dabei das Salz des Meerwassers wieder los. Fische, die sowohl im Meer als auch im Süßwasser leben, können beides: sowohl viel trinken, als auch viel „Wasser rauspumpen“.
Wie viele Insekten frisst ein Jungvogel?
Jeder Jungvogel muss unterschiedlich viel fressen. Das variiert je nach Größe und Gewicht.
Wie viel ein Vogel an Insekten, Samen oder anderen Leckereien frisst, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das ist bei jeder Vogelart unterschiedlich. Grundsätzlich gilt: Je kleiner der Vogel, desto mehr Energie verbraucht er relativ zu seinem Körpergewicht und umso mehr muss er im Verhältnis zu diesem fressen.
Wie viel Insekten ein Jungvogel benötigt, lässt sich daher nicht so einfach sagen und ist bei den Arten unterschiedlich.
Bei Rauchchwalben bringen die Eltern täglich 250–350 Futterportionen mit 15 bis 20 Insekten ans Nest. Das sind 30 bis 35 Fütterungen mit 450 bis 600 Insekten in einer Stunde, 10 Stunden am Tag. Im Schwalbennest sind 3 bis 6 Jungvögel, die gefüttert werden wollen. (Quelle: Vogelwarte Schweiz - Fortpflanzungsökologie der Rauchschwalbe)
Wer versucht einen Vogel aufzuziehen, muss ihn häufig alle zwei Stunden füttern.
Lieben Regenwürmer wirklich Wasser?
Wenn es regnet, sind viele Regenwürmer draußen, auf der Erdoberfläche zu finden. Doch dies liegt nicht daran, weil sie das Wasser so sehr lieben. Viele Forscher gehen davon aus, dass die Tiere dies aus reiner Not heraus tun.
Durch Regen wird der Boden, in denen die Würmer leben, überflutet. Würden die Tiere in ihrer Behausung bleiben, würden sie wahrscheinlich ertrinken. Andere Forscher denken allerdings, dass das nicht stimmt. Sie stellten fest, dass das Prasseln des Regens ähnlich klingt, wie das Grabgeräusch von Maulwürfen. Und da sich Maulwürfe gerne von Regenwürmern ernähren, würden die Tiere ihrer Ansicht nach aus diesem Grunde fliehen.
Es ist also nicht eindeutig klar, warum sich Regenwürmer bei Regen draußen aufhalten – nur, dass es nicht am Wasser liegt. Die Engländer haben dieses Problem übrigens ganz einfach gelöst. Bei ihnen heißt der Wurm nicht Regenwurm sondern Earthworm – auf deutsch: Erdwurm.
Wie viele Stacheln hat ein erwachsener Igel?
Mit ihren Stacheln, die den Rücken vom Stirnansatz bis zum Schwanz und seitlich bis zum Bauchfellansatz bedecken, sind Igel unverwechselbar. Die spitzen Stacheln sind umgebildete Haare und bestehen vor allem aus Keratin ("Horn“).
Während ein Igelbaby bereits über rund 100 Stacheln verfügt, haben erwachsene Igel etwa 6.000 Stacheln. Sie sind für die Tiere lebensnotwendig, da die Stacheln sie vor Freßfeinden schützen. Fühlt sich ein Igel unmittelbar bedroht, spannt er Tausende kleiner Muskeln an. Diese umgeben jeden Stachel und so stellt sich sein Stachelkleid auf. Rollen sich die Tiere ein, schützen sie ihren gesamten Körper. Die Stacheln stehen nun kreuz und quer. So haben Feinde praktisch keine Chance. Ein Igel kann in diesem Zustand sogar mehrere Stunden verbringen.
Übrigens: Igel gehören zu den ältesten Säugetieren. Ihre Vorfahren gab es schon bevor die Dinos ausstarben. In Europa ist uns der Braunbrust-Igel bekannt. Er zählt ebenso wie Maulwürfe und Spitzmäuse zu den Insektenfressern.
Wie entstehen Jahresringe an einem Baum?
Jahresringe verraten uns das Alter eines Baumes. Wenn der Baum gefällt wird, sind an der Schnittstelle viele Ringe zu sehen. Jeder Ring steht für ein Wachstumsjahr.
Es gilt: Je älter ein Baum, desto mehr Jahresringe hat er. Jedes Jahr bildet sich außen am Stamm eine neue Wachstumsschicht. Die bewirkt, dass der Stamm immer dicker wird. Aber der Baum wächst nicht das ganze Jahr über gleich: Im Frühjahr bilden sich in der Wachstumsschicht große Zellen. Die erscheinen später als heller Ring. Im Herbst werden die Zellen dann immer kleiner und dichter. Das Holz wird dunkler. Ein dunkler Ring entsteht. Im Winter wächst der Baum gar nicht.
Jahresringe verraten uns auch, unter welchen Bedingungen der Baum gediehen ist. Ein breiter Ring zeigt, dass der Baum in diesem Jahr stark gewachsen ist, weil ihm das Wetter gut getan hat. Bei schmalen Ringen hat den Baum etwas gestört. Vielleicht war das Jahr zu trocken.
Warum fallen Vögel nicht vom Baum?
Wenn wir müde sind, legen wir uns ins Bett und schlafen. Bei Vögeln ist das anders. Viele Tiere wie Amseln, Meisen und Co schlafen im Sitzen auf Bäumen.
Damit die Vögel beim Schlafen nicht herunterfallen, hilft ihnen ein Greifreflex. Sobald sich die Vögel auf einen Ast setzen und in die Hocke gehen, spannt sich durch ihr Körpergewicht automatisch eine Sehne in ihrem Fuß. Diese zieht die Zehen fest zusammen, und der Vogel kann nicht vom Baum fallen.
Wenn das Tier geruht hat und wieder weiterfliegen möchte, muss es seine Zehen extra strecken. Dazu macht es meistens einige Flügelschläge. Dadurch liegt sein Körpergewicht nicht mehr auf der Sehne, diese entspannt sich wieder und seine Zehen lassen den Ast los.
Übrigens: Damit Vögel im Schlafen nicht von Feinden wie beispielsweise Katzen überrascht und gefangen werden, schlafen sie häufig nur mit einer Hirnhälfte. Während sie ein Auge geschlossen haben, ist das Auge auf der wachen Hirnhälfte geöffnet. Damit beobachten die Tiere ständig ihre Umgebung.
Warum sind manche Wiesen gelb, andere grün und wieder andere ganz bunt?
Die bunten Wiesen sind die schönsten: Doch was bewirkt, dass die eine Wiese eintönig grün ist, während die andere vielen unterschiedlichen Pflanzen Lebensraum bietet?
Das hängt davon ab, was darauf wächst. Wenn es fast nur Gras gibt und keine Blumen – klar, dann ist die Wiese grün. Auf gelben Wiesen wächst dagegen meistens nur Löwenzahn oder Hahnenfuß. Die bunten Wiesen sind die schönsten. Dort wachsen ganz viele verschiedene Blumen.
Aber warum ist das so unterschiedlich? Das liegt unter anderem daran, wie viel Nahrung die Pflanzen finden. Ist der Boden mager, haben es alle Pflanzen schwer. Dann wächst keine besonders stark und viele genügsame Blumen kommen nebeneinander vor. Wird dagegen viel gedüngt, setzen sich ein paar „starke“ Pflanzenarten durch, die alle anderen überwuchern: Gras zum Beispiel oder Löwenzahn.
Außerdem entscheidend ist der Mähzeitpunkt: Wird die Wiese sehr oft und früh im Jahr gemäht, können viele Blumen nicht überleben. Auch dann wird die Wiese eintönig, nämlich grün.
Man kann also die Farbe einer Wiese dadurch beeinflussen, wie man sie bewirtschaftet. Für die Natur gilt: Je bunter, desto besser!
Warum haben Schleiereulen eine komische Zunge?
Vogelzungen sind Universalwerkzeuge. Wie Eulen schlucken, weiß man nicht ganz genau. Aber die außergewöhnliche Form ihrer Zunge ermöglicht es ihnen, große Beutestücke oder sogar ganze Mäuse hinunterzuschlucken.
Wer das Glück hat, einer Eule, zum Beispiel einer Schleiereule, in den Schnabel zu sehen, wird feststellen, dass die Zunge tatsächlich eine ungewöhnliche Form hat. Sie ist vorne abgerundet und durch eine Kerbe wie ein „M“ zweigeteilt – das haben selbst einige Fachleute, die wir gefragt haben, noch nicht gesehen!
Vogelzungen sind Universalwerkzeuge zum Nahrung Bearbeiten und Aufnehmen, Schmecken, Schlucken oder zum Nest Bauen. Wie Eulen schlucken, weiß man nicht ganz genau. Aber die kleine, vorne zweigeteilte Zunge hilft ihnen, große Beutestücke oder sogar ganze Mäuse hinunterzuschlucken.
Mit gespaltenen Schlangenzungen hat das alles nichts zu tun. Schlangen sammeln mit ständigem Züngeln chemische Informationen aus der Umgebung. Manchmal strecken Eulen auch schnell hintereinander ihre Zunge heraus. Das hat aber keinen bestimmten Grund.
Warum brauchen Tiere und Pflanzen wissenschaftliche Namen?
Bevor Tiere und Pflanzen einheitliche Namen bekamen, herrschte ein wildes Durcheinander - alle hatten unterschiedliche Namen für ein und die selbe Art. Der offizielle lateinische Name schaffte Klarheit und vereinfachte die Gespräche der Wissenschaftler.
Vor fast 300 Jahren kam der schwedische Naturforscher Carl von Linné auf die Idee, dass Tiere und Pflanzen einheitliche Namen brauchen, damit es keine Missverständnisse gibt.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen nämlich sicher sein, über was sie reden. Mit dem lateinischen Namen, der immer aus zwei Wörtern besteht, wissen alle Menschen auf der ganzen Welt, welches Tier oder welche Pflanze gemeint ist.
Denn für damals galt und auch heute noch gilt: Latein ist eine Sprache, die alle in der Forschung verstehen und benutzen. Ein Beispiel: Der Löwenzahn heißt Taraxacum officinale. Viele Menschen nennen ihn jedoch auch Pusteblume, Kuhblume oder Bettschisser. Durch den wissenschaftlichen Namen ist allen klar, dass sie dieselbe Pflanze meinen.
Warum haben Rehkitze ein gepunktetes Fell?
Das gepunktete Fell dient den Rehkitzen zur Tarnung. Vor allem im hohen Gras sind Rehkitze schwer zu erkennen - auch für seine Fressfeinde wie z.B. den Fuchs. So kann die Mutter ihr Junges für kurze Zeit allein lassen.
Die Flecken auf ihrem Fell sind für Rehkitze eine gute Tarnung. Du musst ganz genau hinschauen, um die Tiere im hohen Gras oder im Unterholz zu erkennen!
„Wenn die Mutter das Kitz am Waldrand oder in einer Wiese allein lässt, bleibt es ganz still liegen, bis sie wiederkommt“, erklärt NABU-Artenschutzreferent Martin Klatt. Und wenn plötzlich ein Fuchs in der Nähe ist? „Dann kann er das Kitz nicht sehen, das gemusterte Fell schützt es“, sagt der Experte.
Auch mit der Nase kann der Fuchs das junge Reh nicht aufspüren, denn es hat keinen Geruch. Deshalb dürfen wir Menschen ein Kitz niemals anfassen: Nimmt es den Geruch unserer Hände an, ist die Mutter unsicher, ob es wirklich ihr Junges ist.
Die Punkte auf dem Fell der Kitze verschwinden übrigens wieder, sie wachsen heraus, wenn der Fellwechsel ansteht. Warum das so ist? Ganz einfach: Die Natur hat dafür gesorgt, dass Rehe dann am besten geschützt sind, wenn sie noch klein sind.
Warum stoßen Vögel in der Luft nicht zusammen?
Hunderte und tausende Vögel fliegen in einem einzigen Schwarm und jeder findet seinen Platz. Ohne zu suchen und ohne jemals zusammenzustoßen?
Ja, denn die Tiere haben Tricks für das gemeinsame Fliegen. Einen Anführer gibt es nicht. Jeder Vogel kann seine Flugposition wechseln und die anderen bewegen sich mit. Dabei passen alle auf, dass sie eng beieinander bleiben.
Und die Vögel orientieren sich zur Mitte des Schwarms. „Das ist wichtig, wenn Gefahr droht. Bei einem Angriff durch einen Greifvogel darf die Gruppe nicht durcheinandergeraten“, sagt NABU-Vogelexperte Stefan Bosch. Deshalb beobachten die Tiere einander ganz genau. „Es dauert etwa 15 Millisekunden von der Bewegung eines Vogels bis zur Bewegung seines Nachbarn“, erklärt der Fachmann. Einmal blinzeln dauert mehr als doppelt so lange!
Wenn der Schwarm die Richtung wechselt, reagieren alle sehr schnell. Egal, ob sich die Vögel für den Zug in den Süden sammeln, ob sie Nahrung oder einen Schlafplatz suchen: Gemeinsam sind sie stark.
Warum ist es im Herbst noch so warm draußen?
Fachleute vermuten, dass der Klimawandel die Ursache für die hohen Temperaturen ist. Das Klima ist wie ein Puzzle, das sich aus Wetterereignissen über viele Jahre hinweg zusammensetzt. Wenn man immer wieder aufschreibt, wie warm es ist und ob es regnet, kann man feststellen, wenn etwas anders wird. In den letzten Jahren veränderte sich das Klima besonders stark. Das liegt am Treibhauseffekt.
Und der entsteht so: Wir Menschen produzieren sogenannte Treibhausgase, zum Beispiel Kohlendioxid. Dieses Gas entsteht unter anderem beim Autofahren und beim Heizen. Wir pusten es aus den Autos und Fabriken, dadurch gelangt es in die Atmosphäre. Die Atmosphäre ist eine Lufthülle, die unseren Planeten
umschließt.
Je mehr Treibhausgase in dieser Hülle stecken, desto wärmer wird die Erde. Warum das so ist? Wenn die Sonne auf die Erde scheint, wirft die Erdoberfläche die Strahlen zurück. Das ist so ähnlich, wie Du es von den Reflektoren an Deinem Schulranzen oder am Fahrrad kennst. Die meisten Strahlen werden auf diese Weise ins Weltall zurück geworfen. Manche bleiben aber auch in der Atmosphäre und heizen die Erde auf.
Durch die Treibhausgase bleiben immer mehr Strahlen in der Atmosphäre „stecken“. Für uns wird es immer wärmer, als ob wir in einem Treibhaus sitzen – daher der Name „Treibhauseffekt“.
