Königskerze - Foto: NABU/Aniela Arnold
Hitze und Trockenheit im Garten
Naturgärten sind schön und brauchen weniger Wasser
Wochenlang kein Regen,Trockenheit und mitunter brütende Hitze – nicht nur eine Herausforderung für Mensch und Tier. Auch der Garten leidet darunter. Wasser im Garten sollte nicht erst reduziert werden, wenn aufgrund der begrenzten Wasservorräte Sparappelle an die Bevölkerung gehen. Der NABU beantwortet die wichtigsten Fragen zu dem Thema.
Wie bereitet man den Garten auf den Klimawandel mit mehr Hitze und Trockenheit vor?
- Heimische Pflanzen, die der Trockenheit standhalten pflanzen
- Den Boden entsprechend vorbereiten
- Gehölze pflanzen, die für ein angenehmes Mikroklima sorgen und Schatten spenden
- Flächen entsiegeln
Wie bereitet man den Gartenboden auf Hitze und Trockenheit richtig vor?
- Eine geschlossene Pflanzendecke schützt den Boden vor dem Austrocknen – so bleibt dieser geschmeidig und kann auch im Falle der zunehmend unzuverlässigen Niederschlagsereignisse Wasser aufnehmen.
- Fließt weniger Wasser oberirdisch ab, leistet man ebenso einen Beitrag zur Überflutungsvorsorge und Grundwasserneubildung!
- Wer sich die Niederschlagsereignisse zusätzlich zunutze machen will, sollte sich Regentonnen in den Garten stellen. Wer möchte, kann seine Regenrinne anzapfen und so auch die Wassermassen sammeln, die aufs Dach plätschern (Achtung Tierfalle: sorgen Sie immer für eine Abdeckung oder eine Ausstiegshilfe, um durstigen Kleintieren auf der Suche nach Wasser vor dem Ertrinken zu bewahren).
Wie hält man den Gartenboden feucht?
- Mulchen: Eine 5–10 cm dicke Schicht aus Rasenschnitt, Laub, Stroh, Kompost oder Holzhäckseln hält die Feuchtigkeit länger im Boden.
- Bepflanzen: Ein dicht bepflanzter Boden sorgt dafür, dass weniger Wasser aus dem Boden verdunstet.
Wie bewässert man den Garten richtig?
- Viele heimische Wildpflanzen, brauchen keine Bewässerung. Nach der Anwachsphase müssen sie nicht mehr gegossen werden.
- Der NABU rät zu einer wassersparenden Bewässerungstechnik. Mit der Gießkanne oder dem Wasserschlauch lassen sich die Pflanzen, die es nötig haben, gezielt im Wurzelbereich bewässern. Wer sprengt, verteilt das Wasser dagegen großflächig, sodass viel davon an den Blättern hängen bleibt und ungenutzt verdunstet.
- Am besten gießt man in den Morgen- oder Abendstunden, damit möglichst wenig Wasser verdunstet.
- Außerdem sollte man lieber seltener, aber dafür stärker gießen. Die Wurzeln der Pflanzen folgen dem Wasser in tiefere, feuchtere Bodenschichten. Das führt dazu, dass langfristig viel weniger Bewässerung notwendig ist.
- Bei großer Hitze nicht über die Blätter gießen, sondern möglichst direkt auf den Boden. Ein Gießrand um Bäume und Sträucher hilft, dass das Wasser nicht davonläuft.
Welche Pflanzen eignen sich bei wochenlanger Trockenheit?
- Mit der richtigen Pflanzenauswahl kann man viel Wasser sparen. Heimische Stauden und Gehölze vertragen Trockenheit deutlich besser als viele Exoten. Sie brauchen wenig bis keine Bewässerung.
- Einige heimische Pflanzen haben spezielle Mechanismen entwickelt, um Trockenheitsperioden gut zu überstehen. So sind die Blätter der Großblütigen Königskerze (Verbascum densiflorum) oder auch des Fingerhutes dicht und wollig behaart, was vor Verdunstung schützt.
- Dickblattgewächse können größere Mengen Wasser besonders lange speichern und sind so an längere Trockenperioden angepasst. Zu ihnen zählen Arten wie der Weiße Mauerpfeffer (Sedum album), Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum) und die Purpur-Fetthenne (Sedum telephium).
- Wer einen pflegeleichten Eyecatcher für den Garten sucht, muss einfach nur schauen, welche Arten in den Trockenlebensräumen Deutschlands gedeihen. So findet man die pinken Blüten der Kartäusernelke (Dianthus carthusianorum) ursprünglich über Trockenrasen schwebend, das Lila des Wiesen-Salbeis (Salvia pratensis) in den Magerwiesen und die Blüten des Weißdorns (Crataegus monogyna) färben im Frühjahr die Feldhecken weiß.
- Unsere heimischen Trockenheitskünstler machen sich nicht nur in der freien Landschaft gut, sondern auch im Siedlungsraum, sei es auf Kommunaler oder Unternehmensfläche oder im Privatgarten. Außerdem sind sie besonders wertvoll für Insekten.
Welche Pflanzen sollte man im Garten meiden und warum?
- Flachwurzelnde Arten haben es bei Trockenheit besonders schwer, weil sie nicht an Wasser in tieferen Bodenschichten kommen.
- Viele exotische Gartenpflanzen tun sich bei Trockenheit schwer. Dazu gehören zum Beispiel Thuja, Hortensien und Phlox.
- Auch klassischer englischer Rasen wird bei Trockenheit schnell braun. Lässt man ihn länger und artenreicher wachsen, kann man diesen Prozess verzögern.
Worauf sollte man bei Neupflanzungen achten?
- Am besten pflanzt man im Herbst wenn es regelmäßig regnet und nicht mehr zu warm ist. So muss man anfangs weniger gießen. Im Frühjahr kann es mitunter schon zu trocken sein.
- Bei Gehölzen kann ein Gießrand angelegt werden, der das Wasser im Wurzelbereich versickern lässt. Vielfältige Pflanzenauswahl: selbst wenn einzelne Arten wegen der Trockenheit ausfallen, bleiben immer noch andere Arten übrig.
- Verschiedenen hohe Pflanzenarten kombinieren. So können höhere Pflanzen Schatten für niedriger Spenden.
Fazit: Sommer mit extremer Hitze und Trockenheit werden immer häufiger. Dadurch wird auch das Grundwasser knapper und Pflanzen können nicht mehr regelmäßig bewässert werden. Durch Starkregenereignisse, kann Niederschlag nur schwer vom ausgetrockneten Boden aufgenommen werden. Viele typische Gartenpflanzen haben es zukünftig immer schwerer. Ein klimaangepasster Garten mit widerstandsfähigen Wildpflanzen, übersteht auch Trockenphasen und muss nicht bewässert werden.
Stand: 08.09.2026
Zur Autorin
Aniela Arnold ist Gartenexpertin beim NABU Landesverband Baden-Württemberg. Nach Ihrem Studium der Landschaftsplanung ( B.Sc.) sowie der Landschaftsökologie (M.Sc.) leitete sie von 2020 bis 2025 das NABU-Projekt „Blühende Gärten – miteinander für mehr Vielfalt“. In diesem hatte der NABU Außenanlagen von Altenpflegeeinrichtungen naturnah umgestaltet. Aktuell ist Sie Projektleiterin von „Mensch.Natur – natürlich.zusammen.leben“ und befasst sich damit, wie Gärten und andere Außenanlagen im Siedlungsraum biodiversitätsfördernd gestaltet werden können. Privat gestaltet sie ihren eigenen Garten nach und nach naturnah um.
Ich möchte Patin/Pate für Wildbienen werden
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Mit der schrittweisen Gestaltung Ihres Gartens haben Sie es in der Hand, Vögeln und vielen weiteren Tieren einen attraktiven Lebensraum zu schaffen. Dabei reichen Nahrungs- und Brutangebote allein oftmals nicht aus. Mehr →
