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Der Trockenheit trotzen

15 neue Kommunen in Baden-Württemberg setzen mit „Natur nah dran“ auf Wildpflanzen

Im zehnten Projektjahrgang unterstützen NABU und Land Städte und Gemeinden bei der naturnahen Umgestaltung öffentlicher Grünflächen – ein Gewinn für Klima, Biodiversität und Lebensqualität

Hummeln und andere Tiere finden auf den "Natur nah dran"-Flächen Nahrung. - Foto: NABU/Anette Marquardt

Hummeln und andere Tiere finden auf den "Natur nah dran"-Flächen Nahrung. - Foto: NABU/Anette Marquardt

News vom 18. März 2026, aktualisiert am 8. April 2026 – Artenreiche Grünflächen mitten in Baden-Württembergs Städten und Gemeinden: Hier finden Wildpflanzen und Insekten wie Wildbienen Lebensraum. Im Rahmen des Projekts „Natur nah dran“ erhalten in diesem Jahr 15 weitere Kommunen eine Förderung von bis zu 15.000 Euro, um ihre innerörtlichen Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Das Kooperationsprojekt des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und des NABU Baden-Württemberg unterstützt die ausgewählten Kommunen nicht nur finanziell. Schulungen und Vor-Ort-Beratungen vermitteln kommunalen Mitarbeitenden das Wissen, naturnahe Flächen fachgerecht anzulegen und langfristig zu pflegen.

Den Zuschlag der Jury aus Umweltministerium, NABU, Städtetag und Gemeindetag Baden-Württemberg haben 2026 die folgenden Kommunen erhalten: Abstatt, Albstadt, Altensteig, Bad Säckingen, Breisach am Rhein, Igersheim, Ilvesheim, Jagstzell, Külsheim, Leimen, Marxzell, Mauer, Neuenbürg, Nußloch, Weinheim.


Zur Karte

Wildpflanzen kehren mit „Natur nah dran“ dran im ganzen Land zurück in Siedlungen - Karte: NABU

Die „Natur nah dran“-Kommunen

Alle Geförderten im Überblick

Im ganzen Land erblühen im Rahmen von „Natur nah dran“ bunte Wildstaudenflächen und artenreiche Wildblumenwiesen. Hier sind die teilnehmenden Städte und Gemeinden im Überblick. Mehr →

Sie überzeugten durch eine durchdachte Flächenauswahl, Fachkenntnisse und Engagement. Für einige Städte und Gemeinden stellt die Teilnahme den ersten Schritt dar, ihre Grünflächen insgesamt nach und nach naturnah zu gestalten; andere planen gleich mehrere tausend Quadratmeter artenreich umzuwandeln. Viele der Projektflächen liegen an gut besuchten Orten, um die Bürgerschaft zu inspirieren und durch zusätzliche Pflanzaktionen aktiv einzubinden.

Naturnahe Grünflächen trotzen Hitze und Trockenheit
„Naturnahe Wildblumenflächen leisten einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung. Denn die heimischen Wildpflanzen kommen besser mit Trockenheit und Hitze zurecht. Im Gegensatz zu konventionellen Beeten oder Rasenflächen müssen sie meist nur zur Aussaat bewässert werden und benötigen langfristig weniger Pflege, was die Kommunen entlastet“, erklärt Umweltministerin Thekla Walker. „Mit ‚Natur nah dran‘ fördern wir eine nachhaltige Gestaltung der öffentlichen Grünflächen, die den Herausforderungen des Klimawandels gerecht wird.“

„Mit heimischen Wildpflanzen schaffen wir attraktive Lebensräume für viele Tiere wie Wildbienen, Schmetterlinge und Vögel“, sagt NABU-Landesvorsitzender Johannes Enssle. „Die Projektflächen bereichern unsere Städte und Gemeinden und steigern die Lebensqualität der Menschen vor Ort. Wir freuen uns sehr, dass wir bereits zum zehnten Mal Kommunen mit Rat und Tat dabei begleiten können, aus eintönigen Rasenflächen oder für Insekten nutzlosen Wechselflorbeeten lebendige Wiesen, artenreiches Straßenbegleitgrün und bunte Wildstaudenflächen zu machen.“

Gut geschulte Mitarbeitende legen weitere Flächen an
Frank Mentrup, Präsident des baden-württembergischen Städtetags, hebt hervor: „‚Natur nah dran‘ zeigt, wie Städte und Gemeinden mit relativ geringem Aufwand nicht nur mehr biologische Vielfalt erreichen, sondern auch die Klimaresilienz und die Aufenthaltsqualität verbessern können. Sind unsere Mitarbeitenden in Bauhof und Grünflächenamt gut geschult, können sie nach Projektende weitere insektenfreundliche Flächen fachgerecht gestalten und pflegen. Vor dem Hintergrund der schwierigen Haushaltslage müssen solche Synergien konsequent gesucht und gehoben werden.“

Steffen Jäger, Präsident des baden-württembergischen Gemeindetags, ergänzt: „Naturnahe Grünflächen unterstützen nicht nur die Biodiversität, sondern bieten auch Inspiration für Bürgerinnen und Bürger. Viele unserer Gemeinden binden deshalb ganz bewusst die Schulen und Kindergärten bei der Anlage und Pflege solcher Flächen ein. So lernt die neue ‚Gärtles‘-Generation von morgen schon heute naturnahes, artenschutzgerechtes Gärtnern.“


Hintergrund:

Das Kooperationsprojekt „Natur nah dran“ von NABU und Land wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Von 2022 bis 2027 werden jährlich 15 Städte und Gemeinden gefördert.

Das Projekt startete 2016 und befindet sich in der zweiten Projektstaffel. Insgesamt wurden bereits 121 Kommunen gefördert, über 1.000 Teilnehmende in Workshops geschult und fast 300.000 Quadratmeter naturnah umgestaltet.

Hinweis:
In einer früheren Version des Textes wurde Weil am Rhein als geförderte Kommune genannt. Die Stadt hat ihre Bewerbung seither zurückgezogen, stattdessen erhält die Stadt Leimen als erster Nachrücker eine Förderung.


mehr informationen

Download Natur nah dran

„Natur nah dran“ Download

Videos, Bilder und Publikationen zum Herunterladen

Auf dieser Seite können Sie Material zu „Natur nah dran“ herunterladen, beispielsweise um das Projekt in Ihrer Kommune oder in Ihrer NABU-Gruppe vorzustellen. Oder um die Bilder in Ihren Medien einzubinden. Mehr →

Distelfalter auf einer „Natur nah dran“-Fläche in Neuenburg am Rhein - Foto: NABU/K. Wörner

Bunt, wild, artenreich

So sehen „Natur nah dran“-Flächen nach einigen Jahren aus

Grünflächen, die mit „Natur nah dran“ angelegt wurden, sollen langfristig Lebensraum für Insekten und andere Tiere bieten. Mit der richtigen Pflege gelingt das. Erfahren Sie hier, wie die Flächen einige Jahre nach dem Projekt aussehen. Mehr →

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Natur nah dran Fläche - Foto: NABU/Anette Marquardt

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