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Mehr ...„UnternehmensNatur“ lässt Firmengelände erblühen
Neues Projekt von NABU und Flächenagentur Baden-Württemberg berät zur naturnahen Flächengestaltung
Foto: Daimler Truck AG Werk Gaggenau/Ralf Gensicke
14. Juli 2021 – Was haben Konzernzentrale, Autowerkstatt und Friseursalon gemein? Ihre Außenflächen bergen enorme Potenziale für die Artenvielfalt! Auf fast 74.000 Hektar Industrie- und Gewerbefläche im Land können neue Lebensräume entstehen. Um diese Chance zu nutzen, berät das neue Projekt „UnternehmensNatur“ von NABU und Flächenagentur Baden-Württemberg die Firmen im Land, wie sie ihre Betriebsgelände naturnah gestalten können. Das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Vorhaben richtet sich ab sofort landesweit an Unternehmen aller Branchen und Größen. Es läuft zunächst bis Februar 2023.
Mehr Natur im Siedlungsraum schaffen
„Die Artenvielfalt zu schützen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wenn Unternehmen dafür Verantwortung übernehmen – und immer mehr sind dazu bereit – kann ich das nur begrüßen“, sagt die baden-württembergische Umweltministerin Thekla Walker. „Ich würde mich sehr freuen, wenn ,UnternehmensNatur‘ sich ausbreitet und es Schule macht, dass engagierte Unternehmen auf diese Weise die Fachkompetenz des NABU und der Flächenagentur BW nutzen, um auf ihren Flächen neue Lebensräume zu schaffen und unser aller Lebensgrundlagen langfristig zu sichern.“
Das zukunftsweisende Engagement vieler Unternehmen ist in den oftmals versiegelten Arealen in Innenstädten und Industriegebieten von großer Bedeutung, betont der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle: „Noch immer stellen Gewerbeflächen für viele Tier- und Pflanzenarten unüberwindbare Barrieren dar. Das wollen wir ändern – und beratend für ökologisch wertvolle Trittsteine im städtischen Bereich sorgen.“ Das Projektteam hilft den Unternehmen vor Ort kostenfrei mit Vorschlägen für mehrjährige Wildblumenwiesen, begrünte Fassaden und Dächer oder blühende Pausenbereiche. Entscheiden sich die Firmen nach dieser Erstberatung für die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen, beteiligt sich das Land Baden-Württemberg an der anschließenden Fachberatung, je nach Flächengröße mit bis zu 1.500 Euro. Die Umsetzung auf den Flächen obliegt dann den Unternehmen. „Wir hoffen, dass die Impulse aus dem Projekt viele Firmen dazu motivieren, ihr Gelände neu zu gestalten“, ergänzt Johannes Enssle.
Unterschlupf und Nahrung bieten
Für Manuel Sedlak, Geschäftsführer der Flächenagentur Baden-Württemberg, ist das Projekt ein Beitrag, um den Verlust von Arten und Biotopen aufzuhalten: „Zahlreiche Insekten, Vögel, Amphibien und Pflanzen sind von einem drastischen Rückgang ihrer Bestände betroffen. Im Siedlungsraum erwartet sie ein weitgehend naturfernes Umfeld. Mit heimischen Stauden, Kräutern, Hecken, Gehölzen und Strukturen wie Totholz, Steine und Sand entstehen neue Nahrungsquellen und Verstecke.“
Wir-Gefühl und Kundenbindung stärken
Dabei kommt die Umgestaltung nicht nur der Natur zugute. Gemeinsame Aktionen zur Verschönerung der Außenbereiche oder das Naschen von Beeren in der Mittagspause stärken das Wir-Gefühl der Mitarbeitenden. Blühende Grünflächen erfreuen auch die Besucherinnen und Besucher. Auf diese positiven Effekte hofft das Karlsruher Werk von Michelin, das als erstes Unternehmen in Baden-Württemberg eine Beratung durch das „UnternehmensNatur“-Team erhielt. „Wir freuen uns sehr, dass wir an dem Programm teilnehmen und danken dem Projektteam für seine umfassende und fachgerechte Unterstützung bei der Erarbeitung idealer Lösungen für unseren konkreten Bedarf. So möchten wir unter anderem die bereits vorhandenen Grünflächen aufwerten und ökologisch sinnvoll bepflanzen. Einige Maßnahmen, wie die Anlage einer Blumenwiese sowie die Neugestaltung des Lieferanteneingangs und der Pausenflächen durch insektenfreundliche Stauden, werden wir bereits dieses Jahr umsetzen und sind gespannt auf die Veränderungen auf unserem Gelände - zum Wohl unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und der uns umgebenden Natur“, erklärt Fabrice Marchetti, Direktor des Michelin-Standorts Karlsruhe.
Dem Beispiel von Michelin werden in den nächsten Monaten viele weitere Unternehmen folgen, ist André Olveira-Lenz vom baden-württembergischen Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) überzeugt: „Das neue Projekt ,UnternehmensNatur‘ kann ein entscheidender Anstoß sein, um die Biodiversität auf Betriebsgeländen zu stärken, die Energieeffizienz zu verbessern und Klimaschutzaktivitäten umzusetzen. Wir möchten die rund 650.000 Unternehmen im Land ermuntern, das Potenzial ihrer Flächen zu entdecken.“
