NABU-Naturwaldbetriebe
Vorreiter in Sachen naturnaher Forstwirtschaft
Mit der Aktion „Naturwaldbetrieb“ zeichnet der NABU Waldbesitzende aus, die sich in besonderer Weise um die flächendeckende naturnahe Bewirtschaftung Ihres Waldes bemühen. Mehr →
Urkundenverleihung NABU Naturwaldbetrieb Kämpfelbach am 05.10.2023 - Foto: NABU
5. Oktober 2023 – Der NABU Baden-Württemberg zeichnet heute (5.10.) die Gemeinde Kämpfelbach im Enzkreis für ihr Engagement im Waldnaturschutz als neuen NABU-Naturwaldbetrieb aus. Die Urkunde überreicht der NABU-Landesvorsitzende und Waldexperte Johannes Enssle persönlich an Bürgermeister Thomas Maag und Forstrevierleiterin Sarah Zwerenz. Kämpfelbach ist damit der neunte Naturwaldbetrieb im Südwesten, der sich der naturnahen Waldbewirtschaftung mit Herz und Hand verschrieben hat.
In der Heimat des Großen Mausohrs
„Im Kämpfelbacher Wald dürfen sich auf rund sechs Prozent der Fläche die Urwälder von morgen entwickeln, weil diese nicht mehr forstlich genutzt wird. Das schafft Chancen für seltene Fledermausarten, wie die Bechsteinfledermaus oder das Große Mausohr“, freut sich NABU-Landeschef Enssle. Doch auch außerhalb dieser Naturzone wird der am Nordrand des Schwarzwalds, zwischen Pforzheim und Karlsruhe gelegene, 317 Hektar große Kommunalwald mit seinem hohen Anteil an Laubwäldern nachhaltig bewirtschaftet. Ein Drittel des Waldes ist älter als 100 Jahre. Ein kleiner Teil ist zudem als Naturschutzgebiet ausgewiesen, ein Drittel davon ist Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet. Seit 2021 setzt die Gemeinde das Alt- und-Totholzkonzept um.
Prädikat wertvoll: Wald als Lebensraum
„Die Auszeichnung ist für uns Lob und Ansporn zugleich, den eingeschlagenen Pfad zu mehr nachhaltiger Waldwirtschaft weiterzugehen. Weil wir auf Pestizide im Wald verzichten und Alt- und Totholz konsequent fördern, entstehen vielfältige Lebensräume. Damit laden wir Spechte und Fledermäuse, aber auch Pflanzen und Pilze ein, es sich im Kämpfelbacher Wald langfristig einzurichten“, sagt Forstrevierleiterin Zwerenz.
Mit der Ernennung verpflichtet sich die Gemeinde, den Wald nach den Grundsätzen des naturnahen Waldbaus und mit besonderem Blick für die Belange des Natur- und Artenschutzes zu pflegen, und zwar für weitere mindestens zehn Jahre. „Für unsere Gemeinde ist der Wald eine natürliche Ressource, die es zu schützen und zu erhalten gilt. Wir freuen uns, dass der NABU uns dabei fachlich unterstützt. Ganze 77 Prozent unseres Waldes sind Wasser- und Quellschutzgebiet, dort haben wir eine besondere Verantwortung. Diese Auszeichnung ist für die Gemeinde Kämpfelbach sehr schön. Wichtig sind zudem zusätzliche, konkrete und gesamtgesellschaftliche Maßnahmen. So helfen beim Waldschutz auch die Kämpferbacher Bürgerinnen und Bürger aktiv mit, zum Beispiel im Rahmen einer regelmäßigen Waldputzete“, betonte Bürgermeister Maag.
Die Auszeichnung sieht der NABU auch als Einladung an weitere Kommunen im Land, sich für naturnahe Wälder zu engagieren: „Die Klimakrise verlangt den Wäldern einiges ab. Wer es schafft, seine Wälder naturnah zu entwickeln, leistet einen wichtigen Beitrag für stabile Wälder und den Klima- und Artenschutz auf lokaler Ebene. Zugleich sind vielfältige Wälder attraktive Erholungsräume für uns Menschen“, so Enssle.
Hintergrund: NABU-Naturwaldbetriebe
Mit der Aktion „Naturwaldbetrieb“ zeichnet der NABU Waldbesitzende aus, die sich in besonderer Weise um die flächendeckende naturnahe Bewirtschaftung Ihres Waldes bemühen. Mehr →
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