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Mehr ...Buchsbaumzünsler nicht mit Gift bekämpfen
Besser nachhaltig gegen die gefräßigen Raupen vorgehen
Raupe des Buchsbaumzünslers - Foto: Friedrich Böhringer
Was ist der Buchsbaumzünsler?
Der Buchsbaumzünsler ist ein Falter, der ursprünglich aus Asien stammt, aber inzwischen auch bei uns zu finden ist. Wie der Name schon sagt, legt der Buchsbaumzünsler seine Eier auf dem Buchsbaum ab.
Warum ist der Buchsbaumzünsler ein Problem?
Die Raupen des Buchsbaumzünslers fressen die Blätter des Buchsbaums. Weil der Buchsbaumzünsler bei uns eingeschleppt wurde, hatte er zunächst keine natürlichen Feinde und konnte sich stark ausbreiten. Das hat dazu geführt, dass viele Buchsbäume in den Gärten, aber auch in der Natur, komplett kahlgefressen wurden und in der Folge teilweise eingegangen sind.
Wie erkennt man einen Befall des Buchsbaumzünslers?
Am besten ist es, Buchsbäume im Garten regelmäßig genau zu überprüfen. Die Raupen sind schon im zeitigen Frühjahr aktiv. Insbesondere sobald erste Fraßschäden an der Pflanze sichtbar sind, sollte man sich auf die Suche nach den gelbgrün-schwarzen Raupen begeben. Sie sind etwa drei bis fünf Zentimeter lang und haben einen schwarzen Kopf. Auch Kotkrümel und Gespinste an der Pflanze sind ein Hinweis auf einen Befall.
Wie verbreitet ist der Buchsbaumzünsler in Baden-Württemberg?
Der Buchsbaumzünsler trat im Jahr 2007 erstmalig in Baden-Württemberg auf. Inzwischen ist er flächendeckend verbreitet.
Welche Präventivmaßnahmen helfen?
- Regelmäßige Kontrolle des Buchbaums, sodass ein Befall möglichst frühzeitig auffällt.
- Den Buchsbaum schon früh nach dem Austrieb schneiden. So wird ein Befall in tieferen Blattschichten sichtbar, bevor der Falter größere Schäden anrichtet.
- Wichtigste Maßnahme: Den Garten möglichst naturnah gestalten. Wenn sich möglichst viele Vögel und Insekten im Garten aufhalten, steigt auch die Chance, dass diese bei der Bekämpfung des Zünslers mithelfen. Das gelingt zum Beispiel durch heimische Sträucher, eine Wasserstelle für durstige Vögel und vielfältige Strukturen wie Totholz oder Steinhaufen.
Wie kann man den Buchsbaumzünsler effektiv bekämpfen?
Hat man einen Befall festgestellt, sollte man direkt handeln. Neben dem händischen Absammeln der Raupen, kann man den Buchsbaum mit einem Hochdruckreiniger absprühen und die Raupen anschließend vom Boden aufsammeln.
Verzichten sollte man auf Insektizide. Diese Schädlingsbekämpfungsmittel sind zwar wirkungsvoll, aber auch hochgiftig für alle anderen Insekten und somit mittelbar auch für die Vögel, die am Ende der Nahrungskette stehen. Der NABU rät deshalb vom Einsatz dieser Insektizide ab.
Die gute Nachricht ist, dass selbst stark abgefressene Buchsbäume sich häufig wieder erholen und neu austreiben.
Was ist bei der Entsorgung des Schnittguts zu beachten?
Wirft man das Schnittgut direkt auf den Kompost, können sich die Raupen von dort einfach weiterverbreiten. Deswegen sollten kleinere Mengen in gut verschlossenen Säcken im Restmüll entsorgt werden. Um größere Mengen zu entsorgen, kann man sich bei der Abfallwirtschaft erkundigen, ob die Biotonne hierfür genutzt werden darf oder ob der Entsorgungsbetrieb diese Säcke entgegennimmt. Das Verbrennen von Gartenabfällen ist vielerorts nicht erlaubt.
Welche natürlichen Feinde hat der Buchsbaumzünsler?
Da sich der Buchsbaumzünsler nun schon mehrere Jahre bei uns ausgebreitet hat, gibt es inzwischen auch einige Tiere, die ihn für sich als Nahrung entdeckt haben. Dazu zählen einige Vögel wie Meisen oder Haussperlinge. Aber auch Wespen fressen die Raupen.
Welche Pflanzen kann man als Alternative zum Buchsbaum anpflanzen?
Gute Alternativen zu Buchsbaum sind beispielsweise:
- Liguster
- Berberitze
- Stechpalme oder
- Eibe.
Wie der Buchsbaum sind sie schnittverträglich und bei uns heimisch. Sie haben also einen Mehrwert für Vögel und Insekten.
Stand: 20. April 2026
Zur Autorin
Aniela Arnold ist Gartenexpertin beim NABU Landesverband Baden-Württemberg. Nach Ihrem Studium der Landschaftsplanung ( B.Sc.) sowie der Landschaftsökologie (M.Sc.) leitete sie von 2020 bis 2025 das NABU-Projekt „Blühende Gärten – miteinander für mehr Vielfalt“. In diesem hatte der NABU Außenanlagen von Altenpflegeeinrichtungen naturnah umgestaltet. Aktuell ist Sie Projektleiterin von „Mensch.Natur – natürlich.zusammen.leben“ und befasst sich damit, wie Gärten und andere Außenanlagen im Siedlungsraum biodiversitätsfördernd gestaltet werden können. Privat gestaltet sie ihren eigenen Garten nach und nach naturnah um.
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