Beteiligung im Projekt
Tipps für die Bewerbung oder Hilfe beim Jäten: Hier erfahren Sie, wie NABU-Gruppen und andere ehrenamtlich Engagierte sich im Projekt „Natur nah dran“ einbringen können. Mehr →
Wildbiene auf Färberkamille auf einer „Natur nah dran“-Fläche in Hockenheim. Foto: NABU/Anette Marquardt
22. September 2025 – Hitze, Trockenheit, Artensterben: Das öffentliche Grün in vielen Kommunen steht vor großen Herausforderungen. Das Projekt „Natur nah dran“ unterstützt Städte und Gemeinden dabei, Grünflächen artenreich und klimafit zu gestalten – mit bis zu 15.000 Euro Förderung, Schulungen und fachlicher Beratung. Der NABU und das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (UM) fördern mit Unterstützung des Städtetags und des Gemeindetags weitere 15 Kommunen in Baden-Württemberg. Bewerbungsschluss ist der 16. Januar 2026.
Der Nutzen für die Kommunen
1. Vielfalt auch in heißen Sommern: Heimische Wildpflanzen kommen besser mit Hitzeperioden zurecht und sind damit besser für die Folgen des Klimawandels gewappnet.
2. Weniger Aufwand und Kosten: Naturnahe Grünflächen benötigen langfristig weniger Pflege – das spart Geld und entlastet die häufig angespannte Personalsituation.
3. Schmuckstücke mit Vorbildcharakter: Mit Wildpflanzen im öffentlichen Grün zeigen Kommunen, dass sie Verantwortung für die Biodiversität übernehmen – und regen Privatpersonen zum Nachmachen im eigenen Garten an.
Walker: Bereits 10 Prozent der Kommunen unterstützt
Umweltministerin Thekla Walker wirbt für die Teilnahme: „Lange Trockenphasen bringen die Natur in Bedrängnis. Um der Tier- und Pflanzenwelt auch mit fortschreitendem Klimawandel Lebensraum zu bieten, müssen wir aktiv werden. Naturnah gestaltete Grünflächen leisten dabei einen wichtigen Beitrag und tragen zugleich zur Attraktivität von urbanen Bereichen bei. Über zehn Prozent aller Kommunen in Baden-Württemberg konnten wir mit dem Erfolgsmodell ‚Natur nah dran‘ bereits unterstützen. Für weitere 15 Kommunen bietet sich nun noch einmal die Chance auf die Förderung ihrer Vorhaben.“
Enssle: Kommunen übernehmen Verantwortung für den Erhalt der Artenvielfalt
Der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle betont die wichtige Funktion der Biotope im Siedlungsbereich: „Knapp die Hälfte der in Baden-Württemberg lebenden Wildbienenarten ist gefährdet, 16 Prozent sind sogar vom Aussterben bedroht. Kommunen können mit ‚Natur nah dran‘ Verantwortung übernehmen und vormachen, wie man auf verhältnismäßig kleinen Flächen Großes bewirken kann. Das inspiriert auch Bürgerinnen und Bürger vor Ort, mehr Natur im privaten Garten zuzulassen.“
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Mentrup: Refugien mit Wohlfühlfaktor für Tiere und Menschen
Frank Mentrup, Präsident des Städtetags, unterstreicht, dass von naturnahen Flächen nicht nur Tiere profitieren: „Aus der nachhaltigen Stadtentwicklung sind Grünflächen nicht wegzudenken. Richtig angelegt, werden Städte und Dörfer nicht nur zu Refugien für Tiere und Pflanzen, Grünflächen steigern gleichzeitig das Wohlbefinden der Menschen und kühlen aktiv ihre Umgebung. Mit ‚Natur nah dran‘ bekommen Kommunen weitere Ideen und Impulse, wie sie das kreativ angehen können.“
Jäger: „Natur nah dran“ entlastet Bauhöfe und Stadtgärtnereien auf lange Frist
Steffen Jäger, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg, weist auf den Mehrwert von naturnah gestalteten Flächen für alle Beteiligten hin: „Naturnahe Grünflächen kommen besser mit Hitzestress zurecht, brauchen langfristig weniger Pflege, bringen Natur in den bebauten Bereich und sind ein Segen für die Artenvielfalt – sozusagen eine ‚Win-hoch-vier-Situation‘. Zudem können diese Flächen für die Bauhöfe vor Ort auf Dauer eine spürbare Arbeitserleichterung schaffen, selbst wenn sie im ersten Jahr etwas aufwändiger zu pflegen sind.“
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Ablauf der Bewerbung
Bis Ende Dezember können Kommunen ihre Bewerbungsunterlagen beim NABU einreichen. Anfang 2026 entscheidet die Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der kommunalen Landesverbände, des UM und des NABU über die Bewerbungen. Die ausgewählten Kommunen erhalten im März Bescheid und starten Ende April in die einjährige Projektlaufzeit.
Hintergrund:
Das NABU-Projekt „Natur nah dran 2.0“ wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Bis 2027 werden jährlich 15 Städte und Gemeinden gefördert. Seit 2016 wandelten 121 Kommunen bereits fast 300.000 Quadratmeter naturnah um. Bis 31. Dezember können sich Städte und Gemeinden zum vorläufig letzten Mal bewerben.
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